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17. Juli 2025

Männliche Unfruchtbarkeit verstehen und vorbeugen
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Ratgeber

Männliche Unfruchtbarkeit verstehen und vorbeugen

Wie häufig liegt die Ursache beim Mann, und was lässt sich tun?

Bei einem erheblichen Teil der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch liegt die Ursache ganz oder teilweise beim Mann. Deshalb gehört das Spermiogramm an den Anfang der Abklärung, nicht ans Ende. Was männliche Unfruchtbarkeit bedeutet, was das erste Spermiogramm zeigt und was sich beeinflussen lässt, steht weiter unten.

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Was ist männliche Unfruchtbarkeit?

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Warum wird Vorsorge oft vernachlässigt?

Von männlicher Unfruchtbarkeit spricht man, wenn die Qualität oder Anzahl der Spermien nicht ausreicht, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Die Ursachen sind verschieden. Oft liegt es am Hodengewebe selbst. Auch Hormone oder blockierte Samenleiter können eine Rolle spielen. Besorgniserregend ist zudem, dass die Qualität der Spermien weltweit seit Jahrzehnten kontinuierlich abnimmt. Gründe dafür sind unter anderem Umweltbelastungen, chronischer Stress und ein ungesunder Lebensstil.

Das hat vielfältige Gründe: Gesellschaftliche Rollenbilder und Tabus führen dazu, dass Männer, insbesondere in jungen Jahren, Vorsorgeuntersuchungen selten in Anspruch nehmen. Meist suchen sie erst dann ärztlichen Rat, wenn bereits Probleme wie ein unerfüllter Kinderwunsch bestehen. Dabei könnte eine frühzeitige andrologische Vorsorge viel bewirken: Risikofaktoren aufdecken, Veränderungen rechtzeitig behandeln und somit die Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich verbessern.

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Was sagen die Studien?

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50,7 %

der Männer hatten noch nie eine andrologische Untersuchung.

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88,5 %

ließen ein Spermiogramm erst bei akutem Kinderwunsch durchführen.

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nur 3,5 %

nutzten die Untersuchung rein präventiv, ohne Anlass oder Beschwerden.

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Jeder Dritte betroffen: was das erste Spermiogramm zeigt

Die erste Untersuchung fällt oft ernüchternd aus. Knapp ein Viertel der Männer hatte eine verminderte Spermienanzahl, fast ein Drittel litt unter einer reduzierten Beweglichkeit, und bei einem kleineren Teil war die Lebensfähigkeit eingeschränkt.

Die Zahlen sagen: Männer gehen zu spät. Wer früher nachsehen lässt, muss später seltener reagieren, statt vorzueiden.

Abbildung 1
Quelle Ruggeri M et al., Abstract O-190, ESHRE 2025
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Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Ein zentraler Befund der Studie betrifft das Alter: Mit den Jahren verschlechtert sich die Samenqualität. Beim ersten Termin sind Männer im Schnitt fast 38. Bis dahin ist viel Zeit vergangen, in der sich etwas hätte ändern lassen.

Wer einen Kinderwunsch hat, sollte deshalb nicht warten, bis Jahre vergangen sind: Ein Spermiogramm gehört früh dazu, nicht erst nach zwei erfolglosen Jahren. Ein Vorsorgeprogramm für alle Männer ab einem bestimmten Alter folgt daraus aber nicht. So können Ursachen wie Varikozelen oder hormonelle Störungen früh erkannt und behandelt werden. Solche Vorsorge nützt der Gesundheit insgesamt.

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So stärken Sie Ihre Fruchtbarkeit

Abbildung 2
Was Männer selbst tun können
  1. 1
    Nicht rauchen
    die Spermien erneuern sich in etwa drei Monaten
  2. 2
    Gewicht im Blick behalten
    starkes Übergewicht senkt die Zahl der Spermien
  3. 3
    Hitze meiden
    Sauna, Laptop auf dem Schoß, enge Hosen
  4. 4
    Bewegung, aber maßvoll
    sehr intensiver Sport kann schaden
  5. 5
    Spermiogramm machen lassen
    einmal, bevor man lange rätselt
Quelle Ruggeri M et al., Abstract O-190, ESHRE 2025. Vorgestellt auf dem Kongress, noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen.
  • Bei Kinderwunsch früh untersuchen lassen: Ein Spermiogramm gehört an den Anfang der Abklärung, nicht ans Ende. Regelmäßige Kontrollen ohne Anlass bringen nichts, die Werte schwanken von Mal zu Mal erheblich.
  • Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung schützen die Spermien und stärken das Hormonsystem.
  • Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Achtsamkeit oder Yoga helfen gegen Stress; ein Effekt auf die Spermienqualität ist nicht belegt.
  • Risikofaktoren meiden: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Hitze (z.B. durch enge Kleidung) schädigen die Spermienbildung.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann spricht man bei einem Mann von Unfruchtbarkeit?

Wenn die Spermienanzahl, -beweglichkeit oder -qualität so stark eingeschränkt ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Befruchtung deutlich reduziert ist. Die Ursachen sind vielfältig, z. B. hormonelle Störungen, Umweltfaktoren, Infektionen oder anatomische Blockaden.

Was genau wird bei einem Spermiogramm untersucht?

Ein Spermiogramm analysiert unter anderem die Konzentration, Beweglichkeit, Form und Lebensfähigkeit der Spermien. Diese Untersuchung ist ein zentraler Bestandteil der männlichen Fruchtbarkeitsdiagnostik und liefert wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches.

Ab wann sollte man ein Spermiogramm machen lassen?

Wenn ein Kinderwunsch besteht und es nicht klappt, gehört es an den Anfang der Abklärung, nicht ans Ende. Auch bei Risikofaktoren wie Hodenhochstand in der Kindheit, familiärer Belastung oder Hormonauffälligkeiten ist eine frühzeitige Untersuchung empfehlenswert, selbst ohne akuten Kinderwunsch.

Wie häufig sind Auffälligkeiten bei der ersten Fruchtbarkeitsuntersuchung?

Rund ein Drittel der Männer hat schon beim ersten Spermiogramm einen auffälligen Wert. Am häufigsten ist die Beweglichkeit eingeschränkt, bei etwa 30 von 100. Zu wenige Spermien finden sich bei etwa 23 von 100. Seltener ist eingeschränkte Lebensfähigkeit (4 %). Das spricht dafür, bei Kinderwunsch früh untersuchen zu lassen, nicht für routinemäßige Kontrollen ohne Anlass.

Was kann ich tun, um meine Qualität der Spermien zu verbessern?

Ein gesunder Lebensstil hilft: Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol, Stressreduktion sowie das Meiden übermäßiger Hitze (z. B. Saunagänge, enge Kleidung) wirken sich positiv auf die Spermienproduktion aus.

Zur Quelle dieses Artikels: Die hier genannten Ergebnisse wurden auf einem Fachkongress vorgestellt und sind noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen. Solche Ergebnisse sind vorläufig: Die Zahlen können sich bis zur endgültigen Veröffentlichung noch ändern. Wir berichten darüber, weil die Fragestellung für Sie wichtig sein kann, und sagen Ihnen dazu, wie belastbar der Stand ist.

Quellen zum Nachlesen
  1. 01Ruggeri, M. et al. (2025). O-190: Male infertility: is prevention the missing piece? Präsentiert auf dem ESHRE Annual Meeting.
Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin — Stand: 14.09.2026
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