
Wann ist eine ICSI notwendig?
Eine ICSI, die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kommt dann infrage, wenn die Spermienqualität deutlich eingeschränkt ist oder eine frühere IVF kaum zur Befruchtung geführt hat. Dabei bringen wir ein einzelnes ausgewähltes Spermium unter dem Mikroskop direkt in eine reife Eizelle ein. Für die Injektion einer Eizelle genügt ein vitales Spermium. Ob daraus ein entwicklungsfähiger Embryo und später eine Schwangerschaft wird, hängt von weiteren Faktoren ab.
Eine ICSI ist dann sinnvoll, wenn zu wenige geeignete Spermien vorhanden sind, ihre Beweglichkeit stark eingeschränkt ist oder eine frühere IVF nicht zur Befruchtung geführt hat.
Das Spermiogramm ist dafür die wichtigste Grundlage. Sicher vorhersagen lässt sich daraus aber nicht, ob eine Befruchtung gelingt. Deshalb sehen wir auf den Gesamtbefund und, wenn es sie gibt, auf die Ergebnisse früherer Behandlungen. Am häufigsten sind es diese Gründe:
Ob eine ICSI sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Gesamtbefund. Ein einzelner abweichender Spermiogrammwert macht noch keine ICSI notwendig.
Auch bei bestimmten Formen der Präimplantationsdiagnostik kann eine ICSI nötig sein, damit keine weiteren Spermien die genetische Probe verunreinigen. Eine künstliche Eizellaktivierung schließt sich, wenn sie infrage kommt, an eine ICSI an.
Eine ICSI läuft bis zur Eizellentnahme genauso ab wie eine IVF; im Labor folgen dann drei Schritte: Spermienauswahl, Injektion und Entwicklung im Brutschrank.
Vorausgegangen sind also Hormonbehandlung und Eizellentnahme, die bei beiden Verfahren gleich ablaufen. Der Unterschied liegt allein in diesem einen Moment unter dem Mikroskop.
Die Samenprobe bereiten wir im Labor auf. Je nach Ausgangsbefund trennen wir dabei die gut beweglichen und äußerlich geeigneten Spermien ab. Sind im Ejakulat keine vorhanden, lassen sie sich über eine TESE direkt aus dem Hoden entnehmen.
Ein ausgewähltes Spermium wird mit einer Nadel direkt in die Eizelle eingebracht. Die Nadel ist dabei etwa zehnmal dünner als ein menschliches Haar. Diesen Schritt führt unser Embryologen-Team unter dem Mikroskop durch; er ersetzt das eigenständige Eindringen.
Die befruchtete Eizelle wird über mehrere Tage beobachtet, damit sich der Embryo entwickeln kann. Anschließend erfolgt der Transfer in die Gebärmutter.
Ob eine IVF ausreicht oder eine ICSI nötig ist, entscheidet die Spermienqualität.
IVF und ICSI unterscheiden sich in einem einzigen Schritt im Labor. Bei der IVF finden Ei- und Samenzelle von selbst zueinander. Bei der ICSI wählen wir ein Spermium aus und führen es der Eizelle direkt zu. Welches Verfahren in Ihrem Fall passt, besprechen wir im Erstgespräch. Den ausführlichen Vergleich und den Rechner finden Sie hier:
Die Erfolgschancen einer ICSI hängen am stärksten vom Alter der Frau ab und davon, wie entwicklungsfähig die gewonnenen Eizellen sind. Die Methode selbst spielt dabei eine kleinere Rolle.
Es zählen auch die Zahl der reifen Eizellen, der Spermienbefund, die Ursache des Kinderwunsches und der bisherige Verlauf. Was die ICSI leisten kann, ist die Befruchtung dort möglich zu machen, wo ein Spermium sie aus eigener Kraft nicht schafft. Ob sich ein entstandener Embryo einnistet und daraus ein Kind wird, beeinflusst sie dagegen nicht.
Eine statistische Einordnung nach Ihrem Alter und Ihren Ausgangsbefunden.
Zum BesprechenDas Ergebnis des Rechners ersetzt keine ärztliche Beurteilung, hilft aber bei der Vorbereitung darauf.
Die Risiken der Hormonbehandlung und der Eizellentnahme entsprechen bei einer ICSI weitgehend denen einer IVF. Hinzu kommt, dass bei der Mikroinjektion eine einzelne Eizelle Schaden nehmen kann. Und auch bei sorgfältig durchgeführter ICSI wird nicht jede reife Eizelle befruchtet.
Für die ICSI führen wir eine sehr feine Pipette in die reife Eizelle ein. Dabei kann eine einzelne Eizelle Schaden nehmen. Und auch nach einer korrekt durchgeführten Injektion wird nicht jede Eizelle befruchtet.
Bei der ICSI entfällt ein Teil der natürlichen Auswahlschritte. Unser Embryologen-Team wählt deshalb ein bewegliches und äußerlich geeignetes Spermium unter dem Mikroskop aus. Nicht alle Eigenschaften eines Spermiums lassen sich dort allerdings beurteilen.
Die ICSI ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Laborverfahren. Garantieren lässt sich damit aber weder die Befruchtung noch die weitere Entwicklung jeder einzelnen Eizelle.
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Erstgespräch vereinbarenPICSI ist eine ergänzende Methode, um vor einer ICSI das Spermium auszuwählen.
Dabei kommen die Spermien in Kontakt mit Hyaluronsäure, einem Stoff, der auch die Eizelle umgibt. Ausgewählt wird ein Spermium, das daran bindet. Ein verlässlicher Vorteil für die Lebendgeburtenrate ist bislang nicht belegt. Wir setzen PICSI deshalb nicht routinemäßig ein, sondern nur dann, wenn es im Einzelfall begründet ist.
Was Paare uns im Erstgespräch am häufigsten fragen.
Die ICSI ist die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, eine Form der künstlichen Befruchtung. Anders als bei der klassischen IVF muss das Spermium nicht selbst in die Eizelle eindringen. Unser Embryologen-Team wählt ein Spermium aus und bringt es unter dem Mikroskop mit einer feinen Nadel direkt in eine reife Eizelle ein.
Vor allem für Paare, bei denen eine eingeschränkte Spermienqualität vorliegt: etwa bei geringer Spermienzahl, verminderter Beweglichkeit oder abweichender Form. Auch nach einem erfolglosen IVF-Versuch kann sie sinnvoll sein, ebenso wenn die Spermien operativ gewonnen wurden. Entscheidend ist immer der Gesamtbefund, nicht ein einzelner abweichender Wert.
Nicht grundsätzlich. Bei deutlich eingeschränkter Spermienqualität oder nach einer früheren Befruchtungsstörung kann die ICSI die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöhen. Liegt keine solche Indikation vor, verbessert sie die Chance auf eine Lebendgeburt gegenüber der klassischen IVF nach derzeitiger Datenlage nicht. Das zeigen große Auswertungen aus nationalen Behandlungsregistern.
Die ICSI soll die Befruchtung ermöglichen. Die Qualität eines späteren Embryos verbessert sie damit nicht automatisch: Dessen Entwicklung hängt an den biologischen Voraussetzungen von Eizelle und Spermium. Auch nach einer gelungenen Injektion wird nicht jede Eizelle befruchtet, und nicht aus jeder befruchteten Eizelle entsteht ein Embryo, den wir übertragen können.
Das kommt selten vor, ist aber möglich. Wir gehen dann den möglichen Ursachen nach, etwa der Reife der Eizellen, dem Spermienbefund oder Hinweisen auf eine Aktivierungsstörung. Nicht immer findet sich eine eindeutige Erklärung. Was wir herausfinden, besprechen wir mit Ihnen, und daraus ergibt sich, ob und wie ein weiterer Versuch anders geplant wird.
Ja, beides ist möglich. Die ICSI lässt sich mit kryokonservierten Spermien durchführen, wenn zum Behandlungszeitpunkt keine frische Probe verfügbar ist. Ebenso mit Spermien, die bei einer TESE direkt aus dem Hodengewebe gewonnen wurden. Für die Injektion genügt eine sehr kleine Zahl vitaler Spermien.
In der Regel injizieren wir alle reifen Eizellen, die sich dafür eignen; unreife Eizellen lassen sich nicht verwenden. Am Tag darauf sieht unser Embryologen-Team nach, bei wie vielen Eizellen die Befruchtung tatsächlich eingetreten ist. Auch nach einer korrekten Injektion wird nicht jede reife Eizelle befruchtet.
Die ICSI zählt zu den Behandlungen, die der IVF-Fonds nach dem IVF-Fonds-Gesetz fördert, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind; dann verbleibt ein Selbstbehalt. Andernfalls ist sie eine Privatleistung. Was in Ihrem Fall auf Sie zukommt, finden Sie auf unserer Kostenseite, für Selbstzahlerinnen und Selbstzahler in der Preisübersicht und in unserem Überblick zum IVF-Fonds.
Alle Rechner und Selbsttests der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik, vom Spermiogramm-Interpreter bis zum Fonds-Check, finden Sie im Überblick.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels sehen wir uns Ihre Befunde gemeinsam an und besprechen, welches Verfahren in Ihrer Situation am aussichtsreichsten ist.
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