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27. Februar 2026

PCOS und Kinderwunsch – Diagnose, Behandlung und Erfolgschancen 2026
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PCOS und Kinderwunsch – Diagnose, Behandlung und Erfolgschancen 2026

Was bedeutet die Diagnose PCOS für den Kinderwunsch?

PCOS ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass der Eisprung ausbleibt oder nicht regelmäßig kommt. Behandelt wird in Stufen: erst Lebensstil, dann Medikamente zur Auslösung des Eisprungs, erst danach IVF. Wie die Diagnose gestellt wird, welche Reihenfolge gilt und was Sie selbst beitragen können, steht weiter unten.

Bastelherz mit Buchstaben PCOS und Eileiter-Symbol – polyzystisches Ovarsyndrom
01

Was ist PCOS?

Was bedeutet „PCOS"?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist eine hormonelle Störung, bei der die Eierstöcke zu viele männliche Hormone (Androgene) produzieren. Die Eierstöcke enthalten oft viele kleine, unreife Eibläschen. Der Name „polyzystisch" kommt von diesen vielen kleinen Zysten. Es handelt sich aber nicht um echte Zysten im klassischen Sinn.

PCOS betrifft etwa 8–13 % aller Frauen im gebärfähigen Alter, je nach Diagnosekriterien sogar bis zu 20 %. Trotz dieser Häufigkeit wird PCOS oft erst spät erkannt, da die Symptome vielfältig sind.

Das Besondere: PCOS ist nicht nur ein reproduktives Problem. Bei etwa 70 % der Betroffenen liegt eine schlechtere Wirkung von Insulin vor. Der Körper produziert zu viel Insulin, was wiederum die Androgen-Produktion in den Eierstöcken ankurbelt. Ein Teufelskreis entsteht, und der Eisprung bleibt aus.

Abbildung 1
Quelle Quelle: Teede et al. 2023, J Clin Endocrinol Metab

Manche Frauen haben völlig ausbleibende Zyklen, andere nur leicht verlängerte. Genau hier liegt der Grund, warum PCOS den Kinderwunsch erschwert, aber keineswegs unmöglich macht.

02

PCOS erkennen: Diagnose nach Rotterdam

Die Diagnose folgt den Rotterdam-Kriterien (2003, aktualisiert 2023). Mindestens 2 von 3 Kriterien müssen erfüllt sein:

Ovulationsstörung

Eisprung bleibt aus oder ist nicht regelmäßig. Zeigt sich in Zyklen über 35 Tage oder ganz fehlenden Blutungen.

Erhöhte Androgene

Klinisch (Hirsutismus, Akne) oder im Labor (erhöhtes Testosteron, Androstendion) messbar.

PCO-Morphologie

Im Ultraschall: ≥20 Follikel pro Eierstock (mit modernen Geräten) oder Ovarvolumen ≥10 ml. Alternativ seit 2023: AMH ≥35 pmol/L.

Neuerung seit 2023: AMH als diagnostisches Kriterium

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) wird jetzt in den diagnostischen Prozess einbezogen. Ein AMH ≥35 pmol/L (≥4,7 ng/mL) kann die PCO-Morphologie im Ultraschall ersetzen. Das ist besonders wertvoll, weil AMH beim Kinderwunsch oft bereits erhoben wird. Nutzen Sie unseren AMH-Test zur Einordnung Ihres Wertes.

Diagnostisches Kriterium Methode Grenzwert
ZykluslängeAnamnese>35 Tage oder Amenorrhö
TestosteronBlutabnahmeErhöht (laborabhängig)
Follikelanzahl (AFC)Ultraschall≥20 pro Ovar (Leitlinie 2023)
AMH (neu 2023)Blutabnahme≥35 pmol/L (≥4,7 ng/mL)

Wichtig: Die Diagnose PCOS wird immer unter Ausschluss anderer Ursachen gestellt (Schilddrüsenerkrankungen, Hyperprolaktinämie, Cushing-Syndrom). Das ist besonders beim Kinderwunsch relevant, um keine wertvolle Zeit zu verlieren.

03

Wie beeinflusst PCOS die Fruchtbarkeit?

PCOS ist einer der häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit durch Ovulationsstörungen. Die drei Hauptmechanismen:

Ausbleibender Eisprung

Statt eines dominanten Follikels bleiben viele kleine Follikel stecken. Bei ca. 35 % aller Frauen mit PCOS bleibt der Eisprung komplett aus.

schlechtere Wirkung von Insulin

Zu viel Insulin stimuliert die Eierstöcke zu Überproduktion von Androgenen. Ein Teufelskreis, der durch Übergewicht und Bewegungsmangel verstärkt wird.

Qualität der Eizellen

Hohe Insulin- und Spiegel der männlichen Hormone können die Eizellreifung und frühe Embryonalentwicklung beeinträchtigen.

Gute Nachricht

Trotz dieser Hürden werden die meisten Frauen mit PCOS mit der passenden Therapie schwanger; in der größten Studie zu Letrozol bekam etwa jede vierte Frau innerhalb von fünf Behandlungszyklen ein Kind (Legro 2014). Der Schlüssel liegt im stufenweisen Vorgehen, von Änderungen im Alltag über Letrozol bis hin zur IVF.

04

Lebensstil als erster Schritt

Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, können Änderungen im Alltag bereits viel bewirken. Eine Abnehmen von 5–10 % kann bei bis zu 30 % der Frauen mit Übergewicht mit PCOS zu spontaner Ovulation führen.

  • Abnehmen (falls nötig): Etwa 60 % der Frauen mit PCOS sind übergewichtig. Schon 5–10 % weniger Körpergewicht können den Eisprung wiederherstellen. Es muss nicht das Idealgewicht sein, kleine Veränderungen zählen.
  • Ernährung: Fokus auf niedrige glykämische Last: Vollkornprodukte, Protein, gesunde Fette, viel Gemüse. Eine mediterrane Ernährung ist gut belegt. Extreme Low-Carb-Diäten sind nicht nachweislich überlegen.
  • Bewegung: 150 Min. Moderates Ausdauertraining/Woche oder 75 Min. Intensives Training, plus Krafttraining 2–3x/Woche. Verbessert die Wirkung von Insulin direkt.
  • Stressabbau und Schlaf: Chronischer Stress erhöht Cortisol und kann Androgene fördern. 7–9 Stunden Schlaf unterstützen die Hormonregulation. Auch Vitamin D kann bei PCOS unterstützend wirken.
Wichtig zu wissen

Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass spezielle „PCOS-Diäten" besser wirken als eine allgemein gesunde Ernährung. Das Wichtigste ist Nachhaltigkeit und (falls nötig) ein moderates Kaloriendefizit.

GLP-1-Rezeptor-Agonisten: eine neue Option bei PCOS mit starkes Übergewicht?

Was sind GLP-1-Rezeptor-Agonisten?

GLP-1-RA (z. B. Semaglutid, Liraglutid) sind Medikamente, die ursprünglich für Typ-2-Diabetes entwickelt wurden. Sie verlangsamen die Magenentleerung, steigern das Sättigungsgefühl und führen zu einer deutlichen Abnehmen, oft 10–15 % des Körpergewichts.

GLP-1-RA werden zunehmend für Frauen mit PCOS erwogen, die starkes Übergewicht haben und schlecht auf Insulin ansprechen. Erste Studien zeigen vielversprechende Effekte: Sie helfen beim Abnehmen. Zugleich verbessern sie die Wirkung von Insulin, senken die männlichen Hormone und können den Eisprung wieder in Gang bringen. Die aktualisierte PCOS-Leitlinie 2023 (Teede et al.) erwähnt Mittel gegen starkes Übergewicht als potenziellen Ansatz, ohne sie als Erstlinie zu empfehlen.

Denkbar ist ihr Einsatz als Brücke: erst das Gewicht senken und den Stoffwechsel verbessern, dann mit Letrozol in die Behandlung einsteigen. Ob das für Sie infrage kommt, ist eine ärztliche Einzelfallentscheidung außerhalb der Zulassung.

Wichtig: GLP-1-RA und Schwangerschaft

GLP-1-RA sind nicht für die Anwendung bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft zugelassen (Off-label-Use). Tierexperimentelle Daten zeigen ein potenzielles Fehlbildungsrisiko. Semaglutid muss laut Fachinformation mindestens 2 Monate vor einer geplanten Konzeption abgesetzt werden, Tirzepatid mindestens 1 Monat; für Liraglutid nennt die Fachinformation keine Frist, nur das Absetzen bei Kinderwunsch. Wir empfehlen einheitlich 2 Monate, in Absprache mit der verordnenden Ärztin oder dem Arzt. Die Verordnung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.

GLP-1-RA Absetzfrist vor Konzeption Mittlere Abnehmen
Semaglutid (s.c.)≥2 Monate10–15 %
Liraglutid (s.c.)keine feste Frist; Klinikempfehlung 2 Monate5–10 %
Tirzepatid (s.c.)≥1 Monat laut Fachinformation; Klinikempfehlung 2 Monate15–20 %

Quelle Absetzfristen nach den Fachinformationen der Hersteller. Die Angaben zur Gewichtsabnahme sind Mittelwerte aus den Zulassungsstudien und gelten nicht für die Kinderwunschbehandlung.

Unsere Einordnung

Diese Mittel ersetzen die Änderungen im Alltag nicht. Sie können aber helfen, wenn PCOS mit starkem Übergewicht einhergeht. Sie sind dann eine Therapie vor dem eigentlichen Kinderwunsch-Stufenplan. Besprechen Sie diese Option im Erstgespräch mit uns.

05

Behandlung mit Medikamenten: Letrozol ist jetzt erste Wahl

Abbildung 2
Von 100 Frauen bekamen ein Kind, nach bis zu fünf Zyklen
Letrozol
27,5 %
Clomifen
19,1 %
Quelle Legro RS et al., N Engl J Med. 2014;371(2):119-129. doi: 10.1056/NEJMoa1313517

Letrozol ist seit 2023 das Mittel der ersten Wahl bei PCOS und hat Clomifen abgelöst. Die Basis ist die große NEJM-Studie von Legro et al. (2014) mit über 700 Frauen mit PCOS.

Abbildung 3
Quelle Datenquelle: Legro et al. 2014 (N Engl J Med); bestätigt durch Franik et al. 2022 (Cochrane)

Warum Letrozol statt Clomifen?

Parameter Letrozol Clomifen Worauf sich die Zahl bezieht
Lebendgeburten27,5 %19,1 %je Frau, nach bis zu fünf Zyklen
Eisprünge61,7 %48,3 %je Zyklus
Zwillinge3,4 %7,4 %bezogen auf die eingetretenen Schwangerschaften

Zahlen aus der Vergleichsstudie von Legro und Mitarbeitern (Quelle 2), 750 Frauen mit PCOS. Wichtig für das Verständnis: Die 27,5 % gelten nicht für einen einzelnen Versuch, sondern für den ganzen Behandlungsweg über bis zu fünf Zyklen.

Was ist Letrozol?

Ein Aromatasehemmer, der die Östrogenproduktion im Körper vorübergehend senkt. Dadurch schüttet die Hirnanhangsdrüse mehr FSH (follikelstimulierendes Hormon) aus, und ein Eisprung wird ausgelöst. Zur Auslösung des Eisprungs ist Letrozol nicht zugelassen (Off-label); Verordnung und Dosis legt die Ärztin oder der Arzt fest.

In unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels setzen wir Letrozol seit der aktualisierten Leitlinie 2023 als Mittel der ersten Wahl ein. Danach schauen wir dem Eibläschen beim Wachsen zu. Dieses Kontrolle per Ultraschall ist nichts anderes als eine Ultraschallkontrolle um den 12. bis 14. Zyklustag. Hat ein Eibläschen 18 Millimeter erreicht, lösen wir den Eisprung mit einer Spritze aus.

Metformin als Ergänzung

Metformin verbessert die Wirkung von Insulin. Eingesetzt wird es vor allem bei Frauen mit Übergewicht, allein oder zusammen mit Letrozol. Typische Dosierung: 1500–2000 mg/Tag.

Hormonspritzen (FSH-Spritzen)

Wenn Letrozol nicht wirksam ist (ca. 15–20 % der Frauen), können Hormonspritzen eingesetzt werden. Das OHSS-Risiko ist bei PCOS erhöht, sorgfältige Dosierung und Monitoring sind entscheidend.

06

IVF bei PCOS

Wenn Ovulationsinduktion nicht zum Erfolg führt, ist eine IVF die nächste Option. Bei PCOS gibt es einige Besonderheiten:

Übertragung eines einzelnen Embryos

1️⃣

Bei PCOS empfehlen wir den Transfer eines einzelnen Embryos (SET). Das Mehrlingsrisiko wird minimiert, die Zahl der Schwangerschaften bleibt gleich.

Frozen Embryo Transfer

Ein FET zeigt bei PCOS bessere Ergebnisse als ein Frischtransfer, weil die Schleimhaut der Gebärmutter im natürlichen Zyklus optimaler ist.

OHSS-Prävention

Das Überstimulationssyndrom ist bei PCOS ein reales Risiko. Antagonisten-Protokoll und Freeze-all minimieren es deutlich.

Kernbotschaft

Frauen mit PCOS sprechen oft sehr gut auf IVF an, weil viele Eizellen gewonnen werden können. Mit Einzeltransfer, eingefrorenem Transfer und OHSS-Vorbeugung lässt sich daraus eine gute Chance machen, ohne die Risiken mitzunehmen.

07

Der Therapie-Stufenplan bei PCOS

Abbildung 4
Der Stufenplan bei PCOS
  1. 1
    Lebensstil
    Gewicht, Ernährung, Bewegung. 3 bis 6 Monate
  2. 2
    Letrozol allein
    Tabletten vom 3. bis 7. Zyklustag. 3 bis 6 Zyklen
  3. 3
    Clomifen und Metformin
    wenn Letrozol nicht wirkt. 3 bis 6 Zyklen
  4. 4
    Spritzen
    direkte Anregung der Eierstöcke. 3 bis 6 Zyklen
  5. 5
    IVF oder ICSI
    mit Übertragung eines einzelnen Embryos
Quelle Teede HJ et al., internationale PCOS-Leitlinie 2023, und Behandlungsplan der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik

Im Erstgespräch besprechen wir, welcher Schritt für Ihre Situation der richtige ist. Der folgende Stufenplan ist evidenzbasiert und wird individuell angepasst:

  1. 01Lebensstil ändern: Abnehmen (5–10 %), Ernährung, Bewegung, Stressabbau. Dauer: 3–6 Monate. Bei Normalgewicht kann dieser Schritt übersprungen werden.
  2. 02Letrozol als allein: Tablette zu Zyklusbeginn, Dosis nach ärztlicher Verordnung (Off-label). Erste Wahl, höchste Zahl der geborenen Kinder, niedrigstes Zwillingsrisiko. Dauer: 3–6 Ovulationszyklen.
  3. 03Clomifen + Metformin: Falls Letrozol versagt. Dosis nach ärztlicher Verordnung. Dauer: 3–6 Zyklen.
  4. 04Hormonspritzen (FSH-Spritzen): Direkte Ovarienstimulation. Sorgfältige Dosierung wegen OHSS-Risiko. Dauer: 3–6 Zyklen.
  5. 05IVF / ICSI: IVF oder ICSI mit Übertragung eines einzelnen Embryos (SET), bevorzugt als Frozen-Embryo-Transfer. Erfolgsraten 40–60 % pro Zyklus je nach Alter.
Dauer und Geduld

Jeder Schritt dauert normalerweise 3–6 Monate. Insgesamt kann es 12–24 Monate dauern, bis Sie mit PCOS schwanger werden. Das ist normal, solange sich die Situation verbessert, ist es kein Grund zur Besorgnis.

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Häufige Fragen: PCOS und Kinderwunsch

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit PCOS schwanger zu werden?

Die gute Nachricht: PCOS ist zwar eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch. Es ist aber meist gut behandelbar, vor allem wenn der fehlende Eisprung die Hauptursache ist. Mit Medikamenten, die den Eisprung auslösen, bringt über bis zu fünf Zyklen etwa jede vierte bis fünfte Frau ein Kind zur Welt. In Studien sind das rund 20 bis 28 von 100 Frauen, je nach Wirkstoff. Schwanger werden mehr, denn nicht jede Schwangerschaft geht gut aus. Bleibt der Erfolg aus, führt eine stufenweise Behandlung bis zur IVF; die Gesamtchance ist bei PCOS insgesamt gut. Welche Medikamente für Sie geeignet sind und wie hoch Ihre persönliche Chance ist, besprechen wir in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels individuell mit Ihnen.

Kann ich mit PCOS natürlich schwanger werden?

Ja. Viele Frauen mit PCOS werden mit medikamentöser Unterstützung schwanger; eine belastbare Gesamtzahl über alle Behandlungsstufen gibt es nicht. Der erste Schritt sind Änderungen im Alltag, danach folgt Letrozol als Mittel der ersten Wahl.

Auch ohne Therapie können manche Frauen mit PCOS spontan schwanger werden. Es ist aber nicht ratsam, lange abzuwarten, besonders bei fortgeschrittenem Alter.

Ist Letrozol besser als Clomifen?

Ja. In der großen Vergleichsstudie brachten nach bis zu fünf Zyklen 27,5 von 100 Frauen unter Letrozol ein Kind zur Welt. Unter Clomifen waren es 19,1 von 100. Und von den eingetretenen Schwangerschaften waren unter Letrozol 3,4 Prozent Zwillinge, unter Clomifen 7,4 Prozent. Seit 2023 ist Letrozol deshalb das Mittel der ersten Wahl bei PCOS.

Hilft Abnehmen bei PCOS-Kinderwunsch?

Ja. 5–10 % Abnehmen kann bei bis zu 30 % der Frauen mit Übergewicht mit PCOS zu spontaner Ovulation führen. Bei normalgewichtigen Frauen hat Gewichtsverlust weniger Effekt, hier steht die Behandlung mit Medikamenten im Vordergrund.

Was ist Metformin und wann wird es eingesetzt?

Metformin hilft dem Körper, wieder besser auf Insulin anzusprechen. Eingesetzt wird es bei Frauen mit Übergewicht und PCOS. Entweder allein oder zusammen mit Clomifen, wenn Letrozol nicht wirkt. Typische Dosierung: 1500–2000 mg/Tag.

Wie hoch ist das Zwillingsrisiko?

Bei Letrozol ca. 3,4 %, bei Clomifen 7,4 %. Bei IVF mit Übertragung eines einzelnen Embryos (SET) ist das Risiko minimal. Mehrlingsschwangerschaften sind mit erhöhten Komplikationsrisiken verbunden. Deshalb empfehlen wir SET.

Ist PCOS heilbar?

PCOS ist nicht heilbar, aber sehr gut zu managen. Mit Änderungen im Alltag und Behandlung mit Medikamenten werden die meisten Frauen schwanger. Die Symptome können sich im Laufe des Lebens verändern.

Wie lange dauert es, mit PCOS schwanger zu werden?

Unter Letrozol kommt es in rund 62 von 100 Zyklen zu einem Eisprung. Insgesamt rechnet man mit sechs bis zwölf Monaten Behandlung mit Medikamenten. Jeder Schritt im Stufenplan dauert 3–6 Monate.

Übernimmt der IVF-Fonds die Kosten bei PCOS?

Die Kosten für Medikamente wie Letrozol oder Metformin werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Für IVF-Behandlungen gelten die Kriterien des IVF-Fonds. Fragen Sie im Erstgespräch nach Details.

Quellen zum Nachlesen
  1. 01Teede HJ, Tay CT, Laven JJE, et al. Recommendations from the 2023 international evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome. J Clin Endocrinol Metab. 2023;108(10):2447-2469. Doi: 10.1210/clinem/dgad463
  2. 02Legro RS, Brzyski RG, Diamond MP, et al. Letrozole versus clomiphene for infertility in the polycystic ovary syndrome. N Engl J Med. 2014;371(2):119-129. Doi: 10.1056/NEJMoa1313517
  3. 03Franik S, Eltrop SM, Kremer JAM, et al. Aromatase inhibitors (letrozole) for subfertile women with polycystic ovary syndrome. Cochrane Database Syst Rev. 2022;9(9):CD010287. Doi: 10.1002/14651858.CD010287.pub4
  4. 04Elkind-Hirsch KE, Chappell N, Seidemann E, et al. Exenatide, dapagliflozin, or phentermine/topiramate differentially affect metabolic profiles in polycystic ovary syndrome. J Clin Endocrinol Metab. 2021;106(10):e3990-e4003. Doi: 10.1210/clinem/dgab408
  5. 05Fachinformationen (SmPC, EMA), jeweils Abschnitt 4.6: Semaglutid (Ozempic, Wegovy) Absetzen mindestens 2 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft; Tirzepatid (Mounjaro) mindestens 1 Monat; Liraglutid (Saxenda) Absetzen bei Kinderwunsch ohne feste Frist. Absetzfristen geprüft 18.09.2026.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen konsultieren Sie bitte einen Facharzt.

Medizinisch geprüft von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Stand: 08.08.2026
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Bei PCOS entscheidet die Reihenfolge, nicht die Intensität. In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels beginnen wir mit dem einfachsten Schritt, der in Ihrem Fall Aussicht auf Erfolg hat. Weiter gehen wir erst, wenn er nicht reicht.

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