
Keine Spermien im Ejakulat: Kann eine TESE helfen?
Bei der testikulären Spermienextraktion, kurz TESE, entnehmen wir in einem kurzen Eingriff Gewebe aus dem Hoden und suchen darin im Labor nach Spermien. Das kommt bei einer Azoospermie infrage, also wenn das Ejakulat keine Spermien enthält. Gefundene Spermien können wir für eine ICSI verwenden. So kann trotz einer Azoospermie eine Behandlung mit eigenen Spermien möglich werden.
Eine TESE kann infrage kommen, wenn das Ejakulat keine Spermien enthält und die urologische Abklärung eine operative Spermiengewinnung sinnvoll erscheinen lässt.
Ob das zutrifft, klären wir vor dem Eingriff urologisch ab. Drei Situationen sprechen für eine Spermiengewinnung aus dem Hoden:
Bei uns findet die konventionelle TESE statt. Sie deckt die allermeisten Fälle ab. Ist im Einzelfall eine Mikro-TESE angezeigt, führen wir sie nicht selbst durch, sondern überweisen an ein darauf spezialisiertes Zentrum.
Vor jeder TESE steht eine urologische und hormonelle Abklärung. Die Azoospermie bestätigen wir dabei durch mindestens zwei sorgfältige Samenanalysen. Untersucht wird auch die aufkonzentrierte Probe (Zentrifugat), weil sich darin manchmal noch einzelne Spermien finden.
Bei einer nicht-obstruktiven Azoospermie können eine Chromosomenanalyse und eine Untersuchung des Y-Chromosoms nötig sein. Bei angeboren fehlenden Samenleitern prüfen wir Veränderungen im CFTR-Gen, je nach Befund auch bei Ihrer Partnerin. Manche genetischen Veränderungen können an einen Sohn weitergegeben werden. Vor einer ICSI empfehlen wir deshalb je nach Befund eine humangenetische Beratung.
Azoospermie bedeutet, dass sich im Ejakulat keine Spermien nachweisen lassen.
Ob eine Azoospermie vorliegt, zeigt ein Spermiogramm. Wir unterscheiden zwei Formen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie die Aussichten der TESE bestimmt. Eine besondere Situation ist die Azoospermie nach Hodenkrebs oder einer Krebstherapie. Die möglichen Behandlungswege beschreibt unser Ratgeber Azoospermie: Behandlungswege nach Hodenkrebs.
Der Hoden produziert Spermien, doch der Transportweg ist blockiert. Mögliche Ursachen sind eine Vasektomie, angeboren fehlende Samenleiter oder Vernarbungen nach einer Entzündung der Nebenhoden oder der Prostata.
Die Spermienproduktion selbst ist eingeschränkt oder gestört. Dahinter können genetische Veränderungen wie das Klinefelter-Syndrom stehen, außerdem hormonelle Störungen, ein früherer Hodenhochstand oder eine Chemo- oder Strahlentherapie. Bei bestimmten hormonellen Ursachen lässt sich die Spermienbildung durch eine gezielte Behandlung wieder anregen. Deshalb steht vor einem operativen Eingriff immer die hormonelle Abklärung.
Bei der TESE entnehmen wir über einen kleinen Schnitt am Hodensack Gewebeproben aus dem Hoden.
Der Eingriff findet je nach Befund und Absprache unter örtlicher Betäubung statt oder Sie schlafen dabei kurz. Sie bekommen dafür ein Schlafmittel (Propofol) über die Vene, das rasch wirkt und ebenso rasch wieder nachlässt. Eine Beatmung wie bei einer tiefen Vollnarkose ist dabei nicht nötig. Wie lange der Eingriff dauert, hängt von der gewählten Technik und vom Umfang der Gewebeentnahme ab. Die Klinik verlassen Sie noch am selben Tag. Für eine Übernachtung sind wir nicht eingerichtet.
Die urologische und genetische Abklärung liegt vor. Wir besprechen mit Ihnen den Ablauf, die Risiken und die Aussichten in Ihrer Situation und planen den Eingriff.
Durch einen kleinen Schnitt am Hodensack entnehmen wir eine oder mehrere Gewebeproben aus dem Hoden. Bei einer konventionellen TESE dauert dieser Schritt in der Regel nur wenige Minuten.
Unser Labor untersucht die Gewebeproben unter dem Mikroskop. Finden wir ausreichend geeignete Spermien, frieren wir sie für die spätere ICSI ein. Bei sehr wenigen Spermien besprechen wir das weitere Vorgehen mit Ihnen.
Sie verlassen die Klinik noch am selben Tag. In den ersten Tagen sollten Sie sich körperlich schonen. Wann Sie wieder arbeiten, Sport treiben oder Geschlechtsverkehr haben können, hängt vom Umfang des Eingriffs und von Ihrer Tätigkeit ab. Dazu erhalten Sie von uns konkrete Anweisungen.
Die TESE liefert die Spermien, die Befruchtung übernimmt anschließend die ICSI.
Bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion bringen wir im Labor ein ausgewähltes Spermium unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle ein. Für jede reife Eizelle benötigen wir ein geeignetes Spermium. Deshalb kann eine ICSI auch dann möglich sein, wenn sich im Hodengewebe nur wenige Spermien finden. Meist frieren wir die gewonnenen Spermien zunächst ein. Die ICSI folgt dann in dem Zyklus, in dem bei der Frau Eizellen entnommen werden.
Wir führen die TESE vor dem Beginn der Stimulation Ihrer Partnerin durch. So wissen wir schon vor der Eizellentnahme, ob Spermien für eine ICSI zur Verfügung stehen.
Von der Spermienauswahl bis zur Entwicklung im Labor.
Gut zu wissenWie die Kryokonservierung funktioniert und wofür sie genutzt wird.
Ihr Spermiogramm zeigt keine Spermien? Wir besprechen mit Ihnen, ob eine TESE infrage kommt.
Erstgespräch vereinbarenDie Erfolgsaussichten der TESE hängen vor allem von der Ursache der Azoospermie ab.
Bei der TESE gibt es zwei verschiedene Erfolgsfragen. Zuerst geht es darum, ob wir Spermien finden. Danach hängt die Schwangerschaftschance von der ICSI und von den Eizellen ab.
Sind die Samenwege verschlossen, die Spermienproduktion im Hoden aber intakt (obstruktive Azoospermie), sind die Aussichten auf eine Spermiengewinnung meist deutlich günstiger als bei einer gestörten Spermienproduktion. Ist die Produktion im Hoden eingeschränkt oder fehlt sie (nicht-obstruktive Azoospermie), ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Sie hängt von der Ursache, vom Gewebebefund, von der Genetik und von der eingesetzten Technik ab und muss individuell eingeschätzt werden.
Ob daraus eine Schwangerschaft entsteht, entscheidet sich erst in der anschließenden ICSI-Behandlung und hängt zusätzlich von den Eizellen und vom Alter Ihrer Partnerin ab. Deshalb nennen wir für „die TESE“ keine einzelne Prozentzahl: Sie würde zwei ganz verschiedene Fragen zu einer Zahl verrühren.
Nach dem Eingriff können Schmerzen, eine Schwellung oder ein Bluterguss am Hodensack auftreten. Das klingt in der Regel nach wenigen Tagen ab. Seltener kommt es zu einer Nachblutung oder einer Infektion.
Durch die Gewebeentnahme kann der Testosteronspiegel vorübergehend sinken. Eine bleibende Schädigung des Hodens ist selten. Sie betrifft am ehesten wiederholte oder ausgedehnte Eingriffe.
Es kann vorkommen, dass sich im entnommenen Gewebe keine Spermien finden. In diesem Fall besprechen wir mit Ihnen mögliche Alternativen wie die Samenspende.
Schwere Komplikationen sind bei der TESE selten. Wir besprechen alle Risiken vor dem Eingriff persönlich mit Ihnen.
Was Männer und Paare uns vor einer TESE am häufigsten fragen.
Bei der TESE entnehmen wir in einem kurzen Eingriff Gewebe aus dem Hoden und suchen darin nach Spermien. Das kommt infrage, wenn sich im Ejakulat keine Spermien finden (Azoospermie), etwa nach einer Vasektomie oder bei gestörter Spermienproduktion. Gefundene Spermien können wir für eine ICSI verwenden.
Während des Eingriffs nicht. Die TESE findet unter örtlicher Betäubung statt, oder Sie schlafen dabei kurz. Danach können Schmerzen, eine Schwellung oder ein Bluterguss am Hodensack auftreten. Das klingt in der Regel nach wenigen Tagen ab.
Nach der TESE verlassen Sie die Klinik noch am selben Tag. In den ersten Tagen sollten Sie sich körperlich schonen. Wann Sie wieder arbeiten, Sport treiben oder Geschlechtsverkehr haben können, hängt vom Umfang des Eingriffs und von Ihrer Tätigkeit ab. Dazu erhalten Sie von uns konkrete Anweisungen.
Haben Sie ein Schlafmittel bekommen, dürfen Sie an diesem Tag nicht selbst Auto fahren, planen Sie deshalb eine Begleitung ein. Ob Sie eine Krankschreibung brauchen, richtet sich nach Ihrer Tätigkeit. Wann Sport und Geschlechtsverkehr wieder möglich sind, besprechen wir bei der Entlassung. Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente, sagen Sie uns das vor dem Eingriff: Ob und wann Sie sie pausieren, legen wir gemeinsam mit dem verordnenden Arzt fest.
Häufig ja. Gewonnene Spermien frieren wir in unserem Labor ein und verwenden sie später für eine ICSI. Ob die Menge für mehrere Behandlungen ausreicht, hängt vom Laborbefund ab. Nicht alle Spermien überstehen das Einfrieren und Auftauen.
Die Alternativen hängen von der Ursache der Azoospermie ab. Möglich sind eine Spermiengewinnung aus dem Nebenhoden, eine Mikro-TESE in einem spezialisierten Zentrum, die Wiederherstellung der Samenwege oder eine hormonelle Behandlung. Welcher Weg infrage kommt, klären wir zusammen mit der urologischen Abklärung. Finden sich keine eigenen Spermien, kann eine Samenspende infrage kommen. Diesen Schritt besprechen wir in Ruhe mit Ihnen.
Eine TESE können Sie in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels (Oberösterreich) durchführen lassen. Die Spermiensuche im Gewebe und die Kryokonservierung übernimmt unser eigenes Labor. Die spätere ICSI findet ebenfalls bei uns statt.
Wir führen die TESE als eigenständigen Eingriff durch, zeitlich getrennt von einer IVF- oder ICSI-Behandlung. So vermeiden wir, dass Ihre Partnerin eine Hormonstimulation und eine Eizellentnahme durchläuft, bevor überhaupt geklärt ist, ob sich Spermien gewinnen lassen. Als eigenständiger Eingriff ist die TESE eine Privatleistung. Was in Ihrem Fall auf Sie zukommt, besprechen wir vor dem Eingriff persönlich. Eine Übersicht über unsere Tarife finden Sie auf der Kostenseite.
Wenn Sie bereits Spermiogramme, Hormonbefunde oder genetische Ergebnisse haben, bringen Sie diese bitte zum Erstgespräch in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik mit.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels sehen wir uns Ihre Befunde gemeinsam an. Danach planen wir die nächsten Schritte, von der urologischen Abklärung bis zum Eingriff.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.