
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Embryotransfer?
Der ERA-Test ist ein kommerzieller Genexpressionstest an einer kleinen Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumbiopsie). Er stuft ein, ob die Schleimhaut nach einer festgelegten Dauer der Progesterongabe als aufnahmebereit gilt. Ob sich ein Embryo tatsächlich einnistet, sagt er nicht voraus. Ein Vorteil für die Lebendgeburtenrate ist bisher nicht überzeugend nachgewiesen, deshalb empfehlen Fachgesellschaften den Test nicht routinemäßig.
Der ERA-Test (Endometrial Receptivity Analysis) untersucht Genaktivitätsmuster in einer Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut und ordnet diese Probe einem Reifestadium zu.
Damit eine Einnistung möglich wird, müssen das Entwicklungsstadium des Embryos und der Zustand der Gebärmutterschleimhaut zeitlich zusammenpassen. Dieses Zeitfenster heißt Einnistungsfenster. Der ERA-Test untersucht Genaktivitätsmuster, die unterschiedlichen Reifestadien der Schleimhaut zugeordnet werden. Ein auffälliges Ergebnis gilt als Hinweis, dass die bisherige Dauer der Progesterongabe angepasst werden könnte. Ob eine solche Anpassung die Aussicht auf eine Lebendgeburt erhöht, ist nicht sicher belegt. Für eine routinemäßige Anwendung bei allen Patientinnen einer IVF ist ein Vorteil bislang nicht nachgewiesen.
Der ERA-Test misst Genaktivitätsmuster in einer Gewebeprobe, und ein geschützter Algorithmus des Labors ordnet diese Muster einem Reifestadium zu. Die Fähigkeit eines Embryos, sich einzunisten, misst er nicht. Ein Ergebnis „rezeptiv“ ist deshalb keine Zusage, dass eine Einnistung gelingt. Ein Ergebnis „nicht rezeptiv“ beweist umgekehrt nicht, dass frühere Transfers am Zeitpunkt gescheitert sind.
ERA steht für Endometrial Receptivity Analysis und bezeichnet einen kommerziellen Test eines einzelnen Anbieters. Daneben gibt es weitere Rezeptivitätstests, die andere Gene auswerten und anders klassifizieren. Ergebnisse verschiedener Testsysteme lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen. Der Test läuft in vier Schritten ab:
Den ERA-Test bieten wir auch einzeln an. Er muss nicht mit weiteren Untersuchungen der Gebärmutterschleimhaut kombiniert werden.
Damit sich ein Ergebnis auf einen späteren Transfer übertragen lässt, bereiten wir den Transferzyklus nach demselben Protokoll vor wie den Testzyklus. Dazu gehören das Präparat, die Dosierung, der Weg der Gabe und der Beginn der Progesterongabe. Ändert sich das Protokoll wesentlich, etwa beim Wechsel von einem hormonell vorbereiteten zu einem natürlichen Zyklus, ist das frühere Ergebnis möglicherweise nicht mehr übertragbar.
Der ERA-Test findet in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels statt, meist in einem eigenen Vorbereitungszyklus vor dem geplanten Embryotransfer. In diesem Zyklus findet kein Transfer statt. Erst wenn das Ergebnis vorliegt, planen wir den nächsten Schritt.
Der ERA-Test kommt frühestens dann ins Gespräch, wenn sich Embryonen guter Qualität wiederholt nicht eingenistet haben.
Vor dem ersten Embryotransfer ist der Test nicht angezeigt, und auch nach einem einzelnen erfolglosen Transfer besprechen wir ihn in der Regel nicht. Nach mehreren erfolglosen Transfers von Embryonen mit guter Entwicklung kann er als zusätzliche Untersuchung infrage kommen. Davor sehen wir uns Ihre bisherigen Behandlungen geordnet an: Embryonalentwicklung, Alter, Transfertechnik, Gebärmutterhöhle, Aufbau der Schleimhaut und Progesterongabe. Dazu kommen mögliche Hinweise auf eine Hydrosalpinx, eine Adenomyose oder eine Endometriose.
Auch in dieser Situation ist nicht bewiesen, dass ein zeitlich angepasster Transfer zu mehr Lebendgeburten führt. Die bisher größte randomisierte Studie verglich bei 767 Frauen den angepassten mit dem üblichen Transferzeitpunkt. Übertragen wurde jeweils eine genetisch untersuchte Blastozyste. Die Lebendgeburtenrate unterschied sich zwischen beiden Gruppen nicht (Doyle und Kollegen, JAMA 2022). Frauen mit wiederholtem Einnistungsversagen waren von dieser Studie ausgeschlossen. Für sie liegen bisher nur Beobachtungsdaten mit geringer Aussagekraft vor, aus denen sich ein Vorteil weder belegen noch ausschließen lässt (Glujovsky und Kollegen, Human Reproduction 2023). ESHRE (2023) und ASRM (2026) sehen deshalb keine ausreichende Grundlage für eine routinemäßige Anwendung, auch nicht bei wiederholtem Einnistungsversagen.
Ob der Test in Ihrer Situation sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam anhand Ihrer bisherigen Befunde. Er kommt dann infrage, wenn das Ergebnis die weitere Planung tatsächlich verändern würde und Sie die zusätzlichen Kosten sowie die Verzögerung der Behandlung in Kauf nehmen möchten. Je nach Vorgeschichte können weitere Untersuchungen der Gebärmutter oder der Schleimhaut dazugehören. Dazu zählen die Suche nach Hinweisen auf eine chronische Entzündung der Gebärmutterschleimhaut und die Untersuchung der NK-Zellen und Plasmazellen. In dieselbe Überlegung gehört die Frage, ob ein frischer oder eingefrorener Transfer geplant ist.
In die Entscheidung gehören auch die Belastungen. Dazu zählen die Gewebeentnahme, ein zusätzlicher Zyklus ohne Transfer und die Kosten. Während der Entnahme können kurz stärkere menstruationsähnliche Krämpfe auftreten, danach sind leichte Blutungen oder Beschwerden im Unterbauch möglich. Selten kommt es zu einer Kreislaufreaktion oder einer Infektion, sehr selten zu einer Verletzung der Gebärmutter. Bitte melden Sie sich bei Fieber, zunehmenden Schmerzen im Unterbauch, übel riechendem Ausfluss oder einer stärkeren Blutung. Möglich sind außerdem eine Verzögerung des Behandlungsplans und ein Ergebnis, das sich nicht eindeutig auswerten lässt.
Ein übliches Schmerzmittel können Sie nach der Entnahme jederzeit einnehmen, wenn Sie Beschwerden haben. Auf das Ergebnis der Untersuchung hat das keinen Einfluss.
Gewebeentnahme und Embryotransfer finden nicht im selben Zyklus statt. Eine erneute Entnahme kann nötig werden, wenn sich die Probe nicht eindeutig auswerten lässt, das Labor eine Bestätigung verlangt oder sich das Transferprotokoll wesentlich ändert. Ohne eine solche Fragestellung wiederholen wir den Test nicht.
Sie hatten schon mehrere Transfers ohne Einnistung? Im Erstgespräch sehen wir uns Ihre bisherigen Behandlungen gemeinsam an.
Erstgespräch vereinbarenDer ERA-Test untersucht Genaktivitätsmuster in einer Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut, die nach einer festgelegten Dauer der Progesterongabe entnommen wird. Das Labor ordnet die Probe einem Reifestadium zu und leitet daraus eine Empfehlung für den Zeitpunkt eines späteren Kryotransfers ab. Eine Einnistung sagt der Test nicht voraus.
Der ERA-Test (Endometrial Receptivity Analysis) untersucht anhand einer kleinen Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut bestimmte Genaktivitätsmuster. Er soll abschätzen, ob der Zeitpunkt des Embryotransfers angepasst werden sollte. Ein Vorteil für die Lebendgeburtenrate ist bisher nicht überzeugend nachgewiesen, auch bei wiederholtem Einnistungsversagen wird der Test daher nicht routinemäßig empfohlen. Grundlage sind die Stellungnahmen von ASRM (2026) und ESHRE (2023) zum wiederholten Einnistungsversagen sowie die randomisierte Studie von Doyle und Kollegen (JAMA 2022). In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels besprechen wir individuell, ob der ERA-Test in Ihrer Situation dennoch infrage kommt.
Für eine Verbesserung gibt es bisher keinen überzeugenden Beleg. In der größten randomisierten Studie mit 767 Frauen führte der zeitlich angepasste Transfer nicht zu mehr Lebendgeburten als der übliche Transfer (Doyle und Kollegen, JAMA 2022). Frauen mit wiederholtem Einnistungsversagen waren dort ausgeschlossen. Für diese Gruppe gibt es nur Beobachtungsdaten mit geringer Aussagekraft (Glujovsky und Kollegen, Human Reproduction 2023). Ein Vorteil einzelner Gruppen ist damit nicht bewiesen, aber auch nicht ausgeschlossen.
Rezeptiv bedeutet, dass die Probe nach der festgelegten Dauer der Progesterongabe dem erwarteten Reifestadium entspricht. Nicht rezeptiv bedeutet, dass sie einem früheren oder späteren Stadium zugeordnet wird, also prä-rezeptiv oder post-rezeptiv. Daraus kann das Labor eine kürzere oder längere Progesterongabe vor dem Transfer ableiten. Manche Proben lassen sich nicht eindeutig zuordnen.
Der Eingriff ist derselbe, die Absicht dahinter nicht. In beiden Fällen entnehmen wir auf demselben Weg Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut. Beim Endometrium-Scratching soll der Reiz die Einnistung begünstigen. Beim ERA-Test untersuchen wir das entnommene Gewebe im Labor, um Ihr Einnistungsfenster zu bestimmen. Wir bieten die Entnahme deshalb nicht als Scratching an, auch wenn es sich um denselben Eingriff handelt.
Die Auswertung im Labor dauert üblicherweise etwa zehn bis 14 Tage. Durch den Versand, durch Feiertage oder durch eine nötige Nachanalyse kann es länger dauern. Den Transfer planen wir erst, wenn der endgültige Befund vorliegt.
Die Entnahme dauert meist nur wenige Minuten. Viele Frauen spüren dabei ein kurzes menstruationsähnliches Ziehen, manche empfinden sie als deutlich schmerzhaft. Die Beschwerden lassen in der Regel rasch nach, danach sind leichte Blutungen möglich. Ob Sie vorab ein Schmerzmittel einnehmen können, besprechen wir mit Ihnen.
Der ERA-Test wird als Privatleistung verrechnet, eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in Österreich nicht vorgesehen. Der Kostenplan umfasst die Vorbereitung, die Gewebeentnahme und die Analyse im externen Labor. Sie erhalten ihn vor der Untersuchung. Eine Übersicht über Tarife und Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Kostenseite.
Wo der Embryotransfer im Behandlungsweg steht und was davor passiert.
Kosten und FörderungTarife und Fördermöglichkeiten im Überblick.
Eine erste Einordnung Ihrer Werte finden Sie in unseren Rechnern und Selbsttests. Sie ersetzen kein Gespräch, helfen aber bei der Vorbereitung darauf.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels sehen wir uns Ihre bisherigen Behandlungen an. Gemeinsam besprechen wir, was der Test leisten kann, was die Studienlage sagt und ob er in Ihrem Fall infrage kommt.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.