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29. Juli 2025

Frischer oder eingefrorener Transfer – eine individuelle Entscheidung
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Ratgeber

Frischer oder eingefrorener Transfer: Was ist wann besser?

Frischer oder eingefrorener Übertragung des Embryos, was ist besser?

Beide Wege sind etabliert, und keiner ist grundsätzlich überlegen. Ausschlaggebend sind die Hormonlage am Ende der Stimulation, das OHSS-Risiko und die Zahl der verfügbaren Embryonen. Wie der Transfer abläuft, was eine aktuelle Untersuchung bei Frauen ab 38 gefunden hat und was daraus folgt, steht weiter unten.

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Frisch oder eingefroren? Der Ablauf des Übertragung des Embryoss

Bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) werden Eizellen im Labor befruchtet. Nach einigen Tagen Kultivierung folgt der Übertragung des Embryos in die Gebärmutter. Dieser kann direkt im Zyklus der Entnahme der Eizellen als frischer Transfer stattfinden. Alternativ werden gute Embryonen eingefroren (kryokonserviert) und in einem späteren Zyklus eingesetzt, ein eingefrorener Transfer. Welcher Weg der bessere ist, hängt von Ihrem Alter, Ihren Embryonen und Ihrer Hormonlage ab, und das kann den Erfolg spürbar beeinflussen.

Die Entscheidung ist komplex, da sowohl die Qualität der Embryonen als auch die Vorbereitung der Schleimhaut der Gebärmutter eine zentrale Rolle spielen. Eine hormonelle Stimulation kann die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutter beeinträchtigen. Ein späterer Transfer in einem natürlicheren Zyklus kann hier Vorteile bringen, da die Gebärmutter empfänglicher ist. Zudem ermöglicht das Einfrieren mehrere Transferversuche ohne wiederholte hormonelle Stimulation.

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Was eine neue Auswertung zeigt

Eine Auswertung von über 9.700 Transfers fand in einer Untergruppe, nämlich bei Frauen über 37 mit weniger als drei Embryonen, etwas bessere Zahlen nach einem eingefrorenen Transfer. Das ist eine rückblickende Auswertung aus einem einzigen Zentrum und beweist keinen allgemeinen Vorteil.

In dieser Gruppe endete der erste eingefrorene Transfer bei rund 31 von 100 Frauen mit einer Lebendgeburt, der frische Transfer bei rund 27 von 100. Das sind vier Frauen mehr von hundert. Oft liest man diesen Unterschied als „15 Prozent mehr“: Das ist dieselbe Zahl, nur anders gerechnet, und es sind trotzdem vier Prozentpunkte.

Dieser Vorteil zeigte sich unabhängig vom Risiko für eine ovarielle Überstimulation (OHSS) und wurde bei jüngeren Frauen mit wenigen Embryonen nicht in diesem Maße beobachtet.

Abbildung 1

Zahl der geborenen Kinder: frisch gegen eingefroren
Frauen ab 38 mit weniger als 3 Embryonen

Quelle Garratt J et al., ESHRE 2025
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Was bedeuten diese Erkenntnisse für Sie?

Abbildung 2
Von 100 Transfers endeten mit einer Lebendgeburt, bei Frauen über 37 mit weniger als drei Embryonen
Eingefrorener Transfer
19 %
Frischer Transfer
14 %
Quelle Garratt J et al., ESHRE 2025. Vorgestellt auf dem Kongress, noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen.

Was für Sie der bessere Weg ist, entscheidet sich an drei Dingen: Ihrem Alter, der Zahl und Qualität Ihrer Embryonen und der Hormonlage am Ende der Stimulation. In der Gesamtauswertung waren die Aussichten über die Altersgruppen hinweg vergleichbar; über mehrere Transfers gerechnet lag der frische Transfer sogar vorn. Eine große randomisierte Studie von 2025 fand bei Frauen mit wenigen Eizellen nach dem Einfrieren aller Embryonen seltener eine Geburt als nach frischem Transfer, sowohl beim ersten Versuch (32 gegen 40 von 100) als auch über ein Jahr gerechnet (44 gegen 51 von 100). Für jüngere Frauen mit wenigen Embryonen zeigen sich hingegen kaum Unterschiede. Wenn Ihre Embryonen von besonders hoher Qualität sind, ist der Transferzeitpunkt möglicherweise weniger entscheidend.

Wichtig ist vor allem: Diese Entscheidung treffen Sie nicht allein. Wir gehen mit Ihnen durch, was Sie sich vorstellen, wie frühere Versuche verlaufen sind und was die medizinischen Fakten. So finden Sie die Strategie, die Ihre Erfolgschancen maximal fördert und gleichzeitig Belastungen möglichst minimiert.

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Fazit: Was für Sie zählt

Der Freeze-all-Ansatz, also alle Embryonen einfrieren und später übertragen, ist mehr als nur ein Mittel gegen die Überstimulation. Für Frauen über 38 mit einer begrenzten Embryonenzahl eröffnet er eine echte Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft. Das unterstreicht einmal mehr: Es gibt keine Antwort, die für alle stimmt. Der Plan richtet sich nach Alter, Embryonenzahl und Qualität der Embryonen. Genau diese differenzierte Herangehensweise schafft Vertrauen und bringt Sie Schritt für Schritt näher an Ihr Wunschkind.

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Häufige Fragen zum Übertragung des Embryos

Was ist der Unterschied zwischen einem frischen und einem eingefrorenen Übertragung des Embryos?

Beim frischen Transfer wird der Embryo wenige Tage nach der Entnahme der Eizellen im selben Zyklus eingesetzt. Beim eingefrorenen Transfer wird der Embryo zuerst eingefroren und gelagert. Übertragen wird er in einem späteren Zyklus, in dem der Körper nicht mehr unter der Hormongabe der Stimulation steht. Welche Variante die bessere ist, hängt von Ihrer Situation ab.

Wann ist ein eingefrorener Übertragung des Embryos von Vorteil?

Das Einfrieren aller Embryonen ist dann sinnvoll, wenn es einen Grund gibt: ein erhöhtes Risiko für eine Überstimulation, eine Vorbehandlung mit Progestin, eine geplante genetische Untersuchung oder eine Hormonlage, die gegen den frischen Transfer spricht. Ohne solchen Grund ist es nicht automatisch der bessere Weg. In einer rückblickenden Auswertung lag die Zahl der geborenen Kinder je Transfer bei Frauen über 37 mit wenigen Embryonen um einige Prozentpunkte über der des frischen Transfers. Auch bei ungünstiger Schleimhaut der Gebärmutter oder erhöhtem Risiko für eine Überstimulation (OHSS) kann ein FET die bessere Wahl sein.

Ist die Qualität der Embryonen beim Einfrieren beeinträchtigt?

Nein. Beim heutigen Einfrierverfahren, der Vitrifikation, wird der Embryo so schnell heruntergekühlt, dass sich keine Eiskristalle, die den Embryo verletzen könnten. Über 95 von 100 Embryonen überstehen das Auftauen unbeschadet. Die Zahl der Schwangerschaften nach einem eingefrorenen Transfer ist so gut wie beim frischen, bei gut vorbereiteter Schleimhaut der Gebärmutter sogar besser.

Gibt es auch Vorteile beim frischen Transfer?

Ja, bei jüngeren Patientinnen mit optimaler Schleimhaut der Gebärmutter und mehreren hochwertigen Embryonen kann ein frischer Transfer effizient sein. Er spart Zeit und zusätzliche Medikamente. Bei wenigen Eizellen sprechen die kontrollierten Vergleichsstudien nicht für das Einfrieren aller Embryonen; dort ist der frische Transfer eher im Vorteil.

Wie treffe ich die richtige Entscheidung für meinen Fall?

Die Entscheidung hängt von Alter, Hormonwerten, Anzahl und Qualität der Embryonen sowie Ihrer bisherigen IVF-Erfahrung ab. Ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Kinderwunschärztin bzw. Ihrem -arzt hilft, die optimale Strategie zu wählen. In vielen Fällen kann es besser sein, alle Embryonen einzufrieren und später zu übertragen.

Zur Quelle dieses Artikels: Die hier genannten Ergebnisse wurden auf einem Fachkongress vorgestellt und sind noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen. Solche Ergebnisse sind vorläufig: Die Zahlen können sich bis zur endgültigen Veröffentlichung noch ändern. Wir berichten darüber, weil die Fragestellung für Sie wichtig sein kann, und sagen Ihnen dazu, wie belastbar der Stand ist.

Quellen zum Nachlesen
  1. 01Garratt J, Shah T, Al-Hashimi B, Moreira C, Raikundalia B, Macklon N, Ahuja K, Linara-Demakakou E. Time to re-consider which patients benefit from a Freeze All Embryo approach: A matched analysis of over 9,700 transfers from a single centre. Vortrag O-284, ESHRE Annual Meeting, Paris 2025.
Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin — Stand: 14.09.2026
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Die Entscheidung fällt oft erst gegen Ende der Stimulation, wenn die Werte vorliegen. In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels besprechen wir beide Möglichkeiten vorher, damit die Entscheidung Sie nicht überrascht.

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