
Wie funktioniert die künstliche Befruchtung?
Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) entnehmen wir Eizellen nach einer hormonellen Stimulation und bringen sie im Labor mit Spermien zusammen. Die Befruchtung geschieht dort aus eigener Kraft. Danach entwickeln sich die Embryonen einige Tage im Brutschrank, bevor wir meist einen einzelnen davon in die Gebärmutter einsetzen. Ob ein frischer Transfer möglich ist oder die Embryonen zunächst eingefroren werden, hängt vom Behandlungsverlauf ab.
Eine IVF ist sinnvoll, wenn Eizelle und Spermien auf natürlichem Weg nicht zueinander finden oder bisherige Behandlungen erfolglos geblieben sind.
Anlass ist meist, dass trotz längerer Versuche keine Schwangerschaft eintritt und die Abklärung eine Ursache zeigt. Diese Situationen sprechen für eine IVF:
Auch Frauenpaare können in Österreich mit einer Samenspende eine IVF durchführen. Die rechtlichen Voraussetzungen erklären wir dort.
Eine IVF-Behandlung läuft in sieben Schritten ab, von der Hormonbehandlung bis zum Schwangerschaftstest.
Die gesamte Behandlung findet in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels statt: von der ersten Ultraschallkontrolle über die Eizellentnahme bis zum Embryotransfer. Sie brauchen dafür keine Überweisung.
Zu Beginn des Zyklus starten Sie mit täglichen Hormonspritzen. Sie regen die Eierstöcke an, mehrere Follikel gleichzeitig reifen zu lassen. Wie das genau funktioniert, beschreibt die Seite zur Hormonbehandlung.
In vielen Behandlungen kommt nach einigen Stimulationstagen ein zweites Medikament hinzu, ein sogenannter GnRH-Antagonist. Er verhindert, dass der Eisprung zu früh einsetzt und die Eizellen vor der Entnahme verloren gehen. Dieses Vorgehen wird als Antagonistenprotokoll bezeichnet. Welches Protokoll zu Ihnen passt, legen wir individuell fest.
Sobald die Follikel groß genug sind, bekommen Sie eine letzte Spritze. Sie bringt die Eizellen zur endgültigen Reife und gibt zugleich den Zeitpunkt der Entnahme vor. Die Entnahme folgt kurz darauf, noch bevor der Eisprung einsetzt. Beim Eisprung würden die Eizellen die Follikel verlassen und wären für uns nicht mehr erreichbar.
Für die Entnahme schlafen Sie kurz. Sie bekommen dafür ein Schlafmittel (Propofol) über die Vene, das rasch wirkt und ebenso rasch wieder nachlässt. Eine Beatmung wie bei einer tiefen Vollnarkose ist dabei nicht nötig. Mit einer feinen Nadel entnehmen wir die Eizellen aus den Follikeln der Eierstöcke, anschließend beurteilt das Embryologen-Team ihre Reife im Labor. Der Eingriff ist kurz und schonend.
Im Labor bringen wir die Eizellen mit den aufbereiteten Spermien in einer Nährlösung zusammen. Die Spermien dringen aus eigener Kraft in die Eizelle ein.
Die befruchteten Eizellen entwickeln sich über einige Tage im Brutschrank. Wird bis zum fünften Tag kultiviert, spricht man von einer Blastozystenkultur. Anschließend übertragen wir meist einen einzelnen Embryo unter Ultraschallsicht in die Gebärmutterhöhle. Der Transfer eines einzelnen Embryos hält das Mehrlingsrisiko niedrig. Je nach Behandlungsverlauf können die Embryonen auch zunächst eingefroren und in einem späteren Zyklus übertragen werden (Freeze-all). Wie wir überzählige Embryonen einfrieren, beschreibt die Seite zur Kryokonservierung.
Etwa zwei Wochen nach dem Embryotransfer machen Sie zu Hause einen Schwangerschaftstest aus dem Urin. Er zeigt, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Ist das Ergebnis grenzwertig oder unklar, bestimmen wir den Wert zusätzlich im Blut. Ob sich die Schwangerschaft regelrecht entwickelt, sehen wir danach im Ultraschall.
Wie sich diese Schritte über die Wochen verteilen und was Sie an den einzelnen Tagen erwartet, beschreibt unser Ratgeber IVF-Ablauf Schritt für Schritt.
Bei der IVF müssen die Spermien selbst in die Eizelle eindringen. Bei der ICSI bringen wir ein ausgewähltes Spermium direkt in eine reife Eizelle ein. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vor allem vom Spermienbefund ab, dazu von früheren Befruchtungsergebnissen, der Zahl verfügbarer Eizellen und der Art der Spermiengewinnung.
IVF und ICSI unterscheiden sich in einem einzigen Laborschritt: Bei der IVF dringt das Spermium von selbst in die Eizelle ein, bei der ICSI führen wir es direkt hinein. Welches Verfahren in Ihrem Fall passt, besprechen wir im Erstgespräch. Den ausführlichen Vergleich und den Rechner finden Sie hier:
Die Erfolgsaussichten einer IVF hängen vor allem vom Alter der Patientin ab, weil mit zunehmendem Alter der Anteil entwicklungsfähiger Eizellen abnimmt. Wie viele Eizellen gewonnen werden können, hängt zusätzlich von der Eizellreserve und der Reaktion auf die Hormonbehandlung ab.
Mit steigendem Alter nimmt die Eizellqualität ab; damit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft je Versuch. Was das für die Planung bedeutet, beschreibt unser Ratgeber Kinderwunsch ab 35. Auch die Zahl der gewonnenen Eizellen spielt eine Rolle. Eine Prozentzahl ist deshalb nur brauchbar, wenn dabeisteht, worauf sie sich bezieht und für welches Alter sie gilt.
Wenn Ihnen irgendwo eine Prozentzahl begegnet, fragen Sie zuerst: Wovon ist die Rede, von einer Schwangerschaft oder von einem geborenen Kind? Und worauf wird gerechnet, auf den Embryotransfer, die Eizellentnahme oder den begonnenen Zyklus? Dazu gehören das Jahr und die Altersgruppe. Zahlen, bei denen das nicht dabeisteht, lassen sich mit anderen nicht vergleichen.
Eine Größenordnung gibt der Jahresbericht des österreichischen IVF-Registers, der die Behandlungen aller österreichischen Zentren nach denselben Regeln erfasst. Für das Jahr 2024 weist er folgende Werte aus, jeweils klinische Schwangerschaften pro Embryotransfer, für Behandlungen im Rahmen des IVF-Fonds (Selbstzahler-Behandlungen sind darin nicht enthalten):
Was diese Größenordnung für Sie persönlich bedeutet, hängt von Ihren Befunden ab. Das sehen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an.
Eine IVF ist eine gut planbare Behandlung. Schwere Komplikationen sind insgesamt selten. Zu beachten sind vor allem Risiken der Hormonstimulation, der Eizellentnahme und des Embryotransfers.
Die folgenden vier Punkte sprechen wir vor Behandlungsbeginn mit Ihnen durch. Sie treten unterschiedlich häufig auf. Bei den meisten lässt sich das Risiko über die Planung der Behandlung beeinflussen.
Die Eierstöcke können auf die Hormongabe überschießend reagieren und sich vergrößern. Das ovarielle Überstimulationssyndrom ist selten, aber ernst zu nehmen; wir passen die Dosis deshalb anhand der Kontrollen laufend an. Was dabei hilft, beschreibt unser Ratgeber Überstimulation vorbeugen.
Bei der Eizellentnahme kann es selten zu Blutungen, Schmerzen oder Infektionen kommen. Der Eingriff findet unter kontrollierten Bedingungen in unserer Klinik statt.
Übertragen wir mehrere Embryonen, steigt die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge. Die Zahl der übertragenen Embryonen legen wir deshalb vorab gemeinsam mit Ihnen fest. Mit unserem Rechner können Sie Ihr Zwillingsrisiko einschätzen; wie die Entscheidung zustande kommt, beschreibt unser Ratgeber Ein oder zwei Embryonen übertragen.
Ein gering erhöhtes Risiko besteht dafür, dass sich der Embryo außerhalb der Gebärmutter einnistet. Wir kontrollieren eine frühe Schwangerschaft deshalb per Ultraschall.
Schwere Komplikationen sind insgesamt selten. Wie hoch Ihr persönliches Risiko ist, hängt davon ab, wie Ihr Körper auf die Stimulation reagiert und wie viele Embryonen wir übertragen. Wir begleiten jede Behandlung mit engmaschigen Kontrollen, um diese Risiken so gering wie möglich zu halten.
Sie möchten Ihre Befunde besprechen?
Erstgespräch vereinbarenWas Paare uns zur IVF am häufigsten fragen.
Eine IVF verteilt sich auf mehrere Termine in der Klinik. Während der Hormonbehandlung kommen Sie zu Kontrollterminen mit Ultraschall und gegebenenfalls Blutabnahme, dazu kommen die Eizellentnahme und der Embryotransfer. Bei einem frischen Transfer liegen zwischen der ersten Spritze und dem Transfer etwa drei Wochen. Werden die Embryonen zunächst eingefroren, folgt der Transfer in einem späteren Zyklus. Der Schwangerschaftstest folgt etwa zwei Wochen nach dem Transfer. Die einzelnen Behandlungsschritte beschreibt Abschnitt 02 auf dieser Seite.
Ein Behandlungszyklus mit frischem Transfer dauert von der ersten Spritze bis zum Schwangerschaftstest rund fünf Wochen. Davon entfallen etwa zwei Wochen auf die Hormonbehandlung. Werden die Embryonen zunächst eingefroren, verschiebt sich der Transfer in einen späteren Zyklus. Wie viele Zyklen nötig sind, lässt sich vorher nicht sagen.
Der österreichische IVF-Fonds übernimmt für berechtigte Paare einen Teil der Kosten einer IVF; die Kinderwunschklinik Dr. Pavlik ist Vertragsklinik des Fonds und übernimmt die organisatorische Abwicklung für Sie. Alle Einzelheiten zu Voraussetzungen und Umfang finden Sie auf der Seite zum IVF-Fonds. Unser Ratgeber erklärt zusätzlich, wie der IVF-Fonds in Österreich aufgebaut ist. Mit unserem Rechner können Sie vorab Ihren Förderanspruch prüfen.
Der Fonds übernimmt 70 % der Kosten; 30 % bleiben als Selbstbehalt. Voraussetzung sind eine der gesetzlich genannten Ursachen (Eileiter, Endometriose, PCO oder Sterilität des Mannes), der Hauptwohnsitz mindestens eines Partners in Österreich sowie ein Alter der Frau unter 40 und des Partners unter 50 Jahren. Gefördert werden bis zu vier Versuche. Führt einer dieser Versuche zu einer Schwangerschaft, stehen ab diesem Versuch vier weitere Versuche zu.
Als Schwangerschaft gilt dabei nicht der positive Schwangerschaftstest. Das Gesetz verlangt eine bildlich dokumentierte, intakte Schwangerschaft, frühestens fünf Wochen nach dem Embryotransfer (§ 1a Abs. 2 IVF-Fonds-Gesetz). In der Praxis ist das der Ultraschall etwa in der achten Schwangerschaftswoche, bei dem die Herzaktion des Embryos zu sehen ist.
Ja. Mehrlingsschwangerschaften sind bei einer IVF häufiger als bei einer natürlichen Empfängnis, vor allem wenn mehrere Embryonen übertragen werden. Wir besprechen die Zahl der Embryonen deshalb vor dem Transfer mit Ihnen.
Die meisten Frauen empfinden die IVF-Behandlung nicht als schmerzhaft. Die Eizellentnahme findet in einer kurzen Sedierung statt, Sie schlafen dabei; danach kann für kurze Zeit ein Druckgefühl im Unterbauch bestehen. Die Hormonspritzen setzen sich die meisten Frauen nach einer Anleitung selbst.
Eine erste Einordnung Ihrer Werte finden Sie in unseren Rechnern und Selbsttests. Sie ersetzen kein Gespräch, helfen aber bei der Vorbereitung darauf.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels sehen wir uns Ihre Befunde an. Gemeinsam besprechen wir, welche Behandlung in Ihrer Situation sinnvoll ist.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.