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Lexikon: Begriffe beim Kinderwunsch

Was bedeutet der Begriff auf meinem Befund?

In der Kinderwunschmedizin fallen viele Abkürzungen und Fachwörter, oft in einem Gespräch, in dem ohnehin schon viel zu verarbeiten ist. Hier finden Sie die Begriffe in Ruhe erklärt, mit dem, was ein Wert aussagt, und ebenso mit dem, was er nicht aussagt. Kein Ersatz für das ärztliche Gespräch, aber eine gute Vorbereitung darauf.

Wissenskarten

Kinderwunsch-Lexikon

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Hormon

AMH-Wert

Der AMH-Wert ist ein indirekter Hinweis auf die Eizellreserve. Er zählt keine Eizellen, sondern misst ein Hormon aus den kleinen heranreifenden Eibläschen.

Was das für Sie heißtWir lesen den Wert nie allein, sondern zusammen mit Ihrem Alter, der Zahl der Eibläschen im Ultraschall und Ihrer Vorgeschichte. Er ist ein Planungswert, kein Fruchtbarkeitstest.
Dafür geeignetEinschätzung der Eizellreserve; wie die Eierstöcke auf eine Stimulation voraussichtlich reagieren; bei deutlich erhöhten Werten ein Hinweis auf ein PCO-Syndrom.
Wichtig zu wissenSagt nichts über die Qualität der Eizellen und nicht darüber, ob eine Schwangerschaft eintritt. Den individuellen Zeitpunkt der Wechseljahre kann er nicht zuverlässig vorhersagen.
Untersuchung

Antralfollikelzahl

Die Antralfollikelzahl ist die Zahl der kleinen Eibläschen, die im Ultraschall zu Zyklusbeginn in beiden Eierstöcken sichtbar sind.

Was das für Sie heißtSie ergänzt den AMH-Wert um das, was wir direkt sehen. Beide zeigen das Monatsregal, nicht den gesamten Vorrat.
Dafür geeignetAbschätzung, wie viele Eibläschen in einer Stimulation heranreifen können.
Wichtig zu wissenDie Zahl der Eibläschen sagt nichts über die Qualität der Eizellen. Aus ihr lässt sich auch nicht ableiten, ob eine Schwangerschaft eintritt.
Hormon

FSH

FSH ist das Hormon aus der Hirnanhangsdrüse, das die Eibläschen zum Wachsen bringt. Ein hoher Wert zu Zyklusbeginn zeigt, dass die Eierstöcke mehr Antrieb brauchen.

Was das für Sie heißtWir messen FSH am zweiten bis fünften Zyklustag, zusammen mit Östradiol. Ein einzelner Wert schwankt von Zyklus zu Zyklus und wird deshalb immer im Verlauf beurteilt.
Dafür geeignetEinordnung der Eizellreserve neben AMH und Antralfollikelzahl; Hinweis auf eine Störung der Hormonachse.
Wichtig zu wissenEin hoher FSH-Wert sagt nicht vorher, ob eine Schwangerschaft eintritt, und er sagt nichts über die Qualität der Eizellen. Weil er von Zyklus zu Zyklus schwankt, zählt der Verlauf mehr als ein einzelner Befund.
Hormon

LH-Anstieg

Der LH-Anstieg ist das Hormonsignal, das den Eisprung auslöst, meist 24 bis 36 Stunden davor.

Was das für Sie heißtOvulationstests messen genau diesen Anstieg im Urin. Ist der Test positiv, besteht heute und am folgenden Tag meist eine günstige Chance.
Dafür geeignetFruchtbare Tage eingrenzen; Zeitpunkt für Insemination oder Verkehr planen.
Wichtig zu wissenKein Beweis, dass der Eisprung tatsächlich stattgefunden hat. Bei einem PCO-Syndrom ist der Anstieg oft schwer zu deuten.
Hormon

LH/FSH-Quotient

Der LH/FSH-Quotient beschreibt das Verhältnis zweier Hormone der Hirnanhangsdrüse. Bei einem PCO-Syndrom kann LH im Verhältnis zu FSH erhöht sein.

Was das für Sie heißtDer Quotient gehört nicht zu den eigentlichen Diagnosekriterien und ist allein nicht aussagekräftig. Für die Diagnose zählen Zyklus, Ultraschall und weitere Hormone zusammen.
Dafür geeignetErgänzender Blick bei Zyklusstörungen, wenn die übrigen Hormonwerte bereits vorliegen.
Wichtig zu wissenKein Diagnosekriterium des PCO-Syndroms und allein nicht aussagekräftig. Sagt nichts über die Eizellreserve.
Hormon

Östradiol

Östradiol ist das wichtigste Östrogen. Es entsteht in den wachsenden Eibläschen und baut die Gebärmutterschleimhaut auf.

Was das für Sie heißtIn der Stimulation zeigt der Anstieg die gesamte Aktivität der wachsenden Eibläschen. Zu Zyklusbeginn hilft der Wert, einen FSH-Wert richtig einzuordnen.
Dafür geeignetVerlaufskontrolle in der Stimulation; Beurteilung des Zyklusbeginns.
Wichtig zu wissenEin Einzelwert ist nur zusammen mit Zyklusphase und Behandlungssituation sinnvoll deutbar. Die genaue Zahl der Follikel lässt sich daraus nicht zuverlässig ablesen, ebenso wenig die Eizellqualität.
Hormon

Progesteron

Progesteron ist das Hormon der zweiten Zyklushälfte. Der Gelbkörper bildet es nach dem Eisprung, damit sich ein Embryo einnisten kann.

Was das für Sie heißtEin Progesteronwert etwa sieben Tage nach dem Eisprung stützt die Annahme, dass ein Eisprung stattgefunden hat. Nach einem Embryotransfer geben wir Progesteron meist zusätzlich.
Dafür geeignetNachweis eines Eisprungs; Unterstützung der zweiten Zyklushälfte nach Transfer.
Wichtig zu wissenEin Einzelwert beurteilt nicht die Qualität der Gelbkörperphase und sagt nicht vorher, ob eine Schwangerschaft eintritt.
Hormon

hCG

hCG ist das Hormon der frühen Schwangerschaft. In einer Behandlung kann dasselbe Hormon als Spritze die letzte Eizellreifung auslösen.

Was das für Sie heißtBei jedem hCG-Befund klären wir zuerst, ob ein Laborwert oder eine Anwendung in der Behandlung gemeint ist. Nach einer Auslösespritze ist der Wert auch ohne Schwangerschaft erhöht.
Dafür geeignetNachweis und Verlaufskontrolle einer frühen Schwangerschaft; als Spritze das Festlegen des Zeitpunkts der letzten Eizellreifung.
Wichtig zu wissenEin einzelner Wert sagt wenig, entscheidend ist der Zeitpunkt der Messung. Eine vorausgegangene hCG-Spritze erhöht den Wert ebenfalls.
Hormon

Prolaktin

Prolaktin ist das Milchbildungshormon. Ist es außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit erhöht, kann es den Eisprung unterdrücken.

Was das für Sie heißtEin erhöhter Wert ist häufig und meist gut behandelbar. Wir ordnen ihn immer zusammen mit Ihrem Zyklus und Ihren Beschwerden ein.
Dafür geeignetAbklärung von Zyklusstörungen und ausbleibendem Eisprung.
Wichtig zu wissenStress, körperliche Belastung und die Tageszeit können den Wert beeinflussen. Einen auffälligen Wert kontrollieren wir deshalb unter möglichst ruhigen und vergleichbaren Bedingungen. Über die Eizellreserve sagt Prolaktin nichts aus. Eine krankhafte Erhöhung heißt Hyperprolaktinämie.
Hormon

TSH

TSH ist ein Steuerwert der Schilddrüse. Deutlich erhöhte Werte können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen, die bei Kinderwunsch genauer abgeklärt werden sollte.

Was das für Sie heißtOb eine Behandlung nötig ist, hängt von der Höhe des TSH-Werts, dem freien T4, Schilddrüsenantikörpern, Beschwerden und der Vorgeschichte ab. Nicht jeder Wert im oberen Normbereich muss behandelt werden.
Dafür geeignetBasisabklärung bei Kinderwunsch.
Wichtig zu wissenEin Wert innerhalb des Referenzbereichs verlangt nicht automatisch eine Behandlung. Ein Nutzen für die Schwangerschafts- und Geburtenrate ist dort nach derzeitiger Datenlage nicht gesichert.
Untersuchung

Hormonstatus

Ein Hormonstatus ist eine auf die Fragestellung abgestimmte Blutuntersuchung. FSH, LH und Östradiol messen wir meist am zweiten bis fünften Zyklustag.

Was das für Sie heißtAMH, TSH und Prolaktin sind weniger eng an diesen Zeitraum gebunden. Bringen Sie alte Befunde mit, wir vergleichen den Verlauf.
Dafür geeignetBasisabklärung der Eizellreserve und der Hormonachse.
Wichtig zu wissenNicht jeder Wert ist zyklusabhängig, aber FSH, LH und Östradiol sind es. Über Eileiter oder Gebärmutter sagt die Blutabnahme nichts.
Zyklus

Follikel

Ein Follikel ist das Eibläschen im Eierstock, in dem eine Eizelle heranreift. Pro Zyklus wird meist eines dominant und springt.

Was das für Sie heißtBeim Zyklusmonitoring messen wir die Größe des Follikels im Ultraschall. Ab etwa 18 Millimetern rechnen wir mit dem Eisprung.
Dafür geeignetZeitpunkt des Eisprungs eingrenzen; Verlaufskontrolle in der Stimulation.
Wichtig zu wissenIm Ultraschall sehen wir das Eibläschen, nicht die Eizelle darin. Aus der Größe lässt sich deshalb nicht ablesen, ob die Eizelle reif und befruchtungsfähig ist.
Zyklus

Eisprung

Der Eisprung ist der Moment, in dem das reife Eibläschen die Eizelle freigibt, meist etwa 12 bis 16 Tage vor der nächsten Blutung.

Was das für Sie heißtDie Eizelle ist danach etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Die fruchtbarsten Tage liegen davor, weil Spermien mehrere Tage überleben.
Dafür geeignetPlanung von Verkehr oder Insemination; Verständnis des eigenen Zyklus.
Wichtig zu wissenBei unregelmäßigem Zyklus nicht allein aus dem Kalender berechenbar.
Zyklus

Gelbkörperphase

Die Gelbkörperphase ist die zweite Zyklushälfte nach dem Eisprung, in der Progesteron die Gebärmutterschleimhaut vorbereitet.

Was das für Sie heißtIhre Länge ist recht stabil, meist 12 bis 14 Tage. Schwankt Ihr Zyklus, liegt das häufiger an der ersten Hälfte.
Dafür geeignetZyklus verstehen; Eisprung aus der Periode zurückrechnen.
Wichtig zu wissenAllein keine Diagnose einer Gelbkörperschwäche.
Zyklus

Fruchtbare Tage

Die fruchtbaren Tage sind das Fenster von etwa fünf Tagen vor bis einem Tag nach dem Eisprung.

Was das für Sie heißtSpermien überleben bis zu fünf Tage, die Eizelle nur einen. Verkehr in den zwei bis drei Tagen vor dem Eisprung hat die höchste Chance.
Dafür geeignetTiming bei natürlichem Kinderwunsch und bei Insemination.
Wichtig zu wissenGutes Timing ersetzt keine Abklärung. Wenn es nach zwölf Monaten nicht klappt, ab 35 Jahren nach sechs Monaten, sollten Sie sich beide untersuchen lassen.
Untersuchung

Ovulationstest

Ein Ovulationstest misst den LH-Anstieg im Urin und zeigt den bevorstehenden Eisprung an.

Was das für Sie heißtBeginnen Sie abhängig von Ihrer Zykluslänge einige Tage vor dem erwarteten Eisprung. Tageszeit, Urinmenge und Auswertung unterscheiden sich je nach Test, beachten Sie deshalb die jeweilige Anleitung.
Dafür geeignetEisprung bei regelmäßigem Zyklus eingrenzen.
Wichtig zu wissenEin positiver Test kündigt den Eisprung an, er beweist ihn nicht. Bei einem PCO-Syndrom zeigen die Tests häufig mehrere oder schwer deutbare LH-Anstiege.
Untersuchung

Zyklusmonitoring

Beim Zyklusmonitoring verfolgen wir das Eibläschen per Ultraschall, um den wahrscheinlichen Zeitpunkt des Eisprungs möglichst genau einzugrenzen.

Was das für Sie heißtMeist reichen zwei bis drei kurze Termine. Bei Bedarf nehmen wir zusätzlich Hormonwerte im Blut ab.
Dafür geeignetUnregelmäßiger Zyklus; Vorbereitung einer Insemination; Kontrolle einer milden Stimulation.
Wichtig zu wissenEin Zyklusmonitoring ersetzt weder die Abklärung der Eileiter noch ein Spermiogramm.
Untersuchung

Eileiterdurchgängigkeit

Die Eileiterdurchgängigkeit prüft, ob Eizelle und Spermien überhaupt zueinander finden können. Wir untersuchen das mit Ultraschall und Kontrastmittel (HyCoSy).

Was das für Sie heißtDie Untersuchung dauert wenige Minuten und findet in der ersten Zyklushälfte statt. Verschlossene Eileiter sind ein häufiger, gut erkennbarer Grund.
Dafür geeignetBasisabklärung, besonders nach Entzündungen, Operationen oder Endometriose.
Wichtig zu wissenDie Untersuchung zeigt, ob die Eileiter offen sind. Ob sie die Eizelle auch tatsächlich weitertransportieren, lässt sich damit nicht beurteilen. Über die Eizellreserve sagt sie nichts.
Befund

Gebärmutterschleimhaut

Die Gebärmutterschleimhaut ist das Bett für den Embryo. Sie baut sich in jedem Zyklus neu auf und wird im Ultraschall in Millimetern gemessen.

Was das für Sie heißtVor einem Transfer sehen wir gern eine Schleimhaut von etwa sieben Millimetern oder mehr mit dreischichtigem Aufbau. Das ist ein Orientierungswert, keine feste Grenze; auch darunter sind Schwangerschaften möglich.
Dafür geeignetBeurteilung vor Insemination oder Embryotransfer.
Wichtig zu wissenEin Einzelmaß ist keine Erfolgsgarantie und sagt nichts über die Embryoqualität.
Befund

Chronische Endometritis

Eine chronische Endometritis ist eine meist beschwerdearme Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Hinweise liefern Plasmazellen in einer Gewebeprobe, häufig dargestellt mit CD138.

Was das für Sie heißtEine Untersuchung kann nach wiederholtem Implantationsversagen oder wiederholten Fehlgeburten erwogen werden. Nutzen und Vorgehen besprechen wir individuell.
Dafür geeignetAbklärung nach wiederholt gescheiterter Einnistung oder Fehlgeburten.
Wichtig zu wissenEinheitliche diagnostische Grenzwerte fehlen. Eine Kontrollbiopsie nach Antibiotika ist nicht allgemein notwendig, und ohne Anlass ist die Untersuchung keine Routine.
Befund

NK-Zellen

NK-Zellen sind Abwehrzellen, die auch in der Gebärmutterschleimhaut vorkommen und dort beim Umbau der Gefäße helfen.

Was das für Sie heißtOb ihre Anzahl oder Aktivität ein Implantationsversagen verursacht, ist wissenschaftlich nicht ausreichend geklärt. Messungen im Blut oder in der Gebärmutterschleimhaut werden deshalb nicht routinemäßig empfohlen.
Dafür geeignetEinzelfallentscheidung nach wiederholt gescheiterten Transfers, gemeinsam abgewogen.
Wichtig zu wissenAuch nach wiederholtem Implantationsversagen wird ein NK-Zell-Test nicht routinemäßig empfohlen. Immunologische Behandlungen wie Immunglobuline haben ohne klare Indikation keinen gesicherten Nutzen.
Zyklus

Einnistung

Die Einnistung beginnt meist etwa sechs bis zehn Tage nach dem Eisprung und läuft über mehrere Schritte, in denen sich die Blastozyste in der Gebärmutterschleimhaut verankert.

Was das für Sie heißtDie Schleimhaut ist nur wenige Tage aufnahmebereit. Deshalb stimmen wir den Transfer zeitlich darauf ab.
Dafür geeignetVerständnis für Transfer-Timing und für die Wartezeit bis zum Test.
Wichtig zu wissenDie Einnistung lässt sich anhand von Ziehen, Blutungen oder anderen Beschwerden nicht zuverlässig erkennen. Eine sogenannte Einnistungsblutung ist kein sicheres Zeichen. Eine Testung des Einnistungsfensters gehört nicht zur Routine.
Befund

Normozoospermie

Normozoospermie bedeutet, dass die untersuchten Samenparameter die unteren WHO-Referenzwerte nicht unterschreiten.

Was das für Sie heißtDas ist ein günstiger Befund, schließt eine männliche Mitursache aber nicht vollständig aus und garantiert weder Befruchtung noch Schwangerschaft. Die Werte schwanken, deshalb zählt bei Grenzwerten ein zweites Spermiogramm.
Dafür geeignetEinordnung des Befunds; Entscheidung, ob weitere Abklärung beim Mann nötig ist.
Wichtig zu wissenDie WHO-Referenzwerte trennen nicht zuverlässig zwischen fruchtbaren und unfruchtbaren Männern. Über die Erbinformation der Spermien sagt der Befund nichts.
Befund

Azoospermie

Azoospermie bedeutet: Im Ejakulat sind keine Spermien nachweisbar. Das ist nicht dasselbe wie „keine Spermien im Körper“.

Was das für Sie heißtOft werden im Hoden trotzdem Spermien gebildet. Vor einer Gewebeentnahme (TESE) gehören ein zweiter Befund zur Bestätigung, eine andrologische Abklärung und je nach Situation eine genetische Untersuchung dazu.
Dafür geeignetVerständnis des Befunds; Planung von Hormonabklärung und TESE.
Wichtig zu wissenKein endgültiges Urteil nach nur einem Spermiogramm.
Befund

OAT-Syndrom

OAT steht für zu wenige, zu langsame und zu oft fehlgeformte Spermien in einem Befund.

Was das für Sie heißtWelche Behandlung sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Schweregrad ab, sondern auch von der Gesamtzahl beweglicher Spermien, von Vorbehandlungen und von den Befunden der Partnerin.
Dafür geeignetEinordnung, welche Behandlung sinnvoll ist.
Wichtig zu wissenKein Urteil über die Zeugungsfähigkeit aus einem einzigen Befund.
Labor

Spermienaufbereitung

Bei der Spermienaufbereitung trennt das Labor die beweglichsten Spermien vom Rest der Probe, etwa mit Swim-up oder Dichtegradient.

Was das für Sie heißtDie Aufbereitung ist Teil jeder Insemination und jeder IVF. Sie verbessert die Probe, ändert aber nicht die Erbinformation der Spermien.
Dafür geeignetVorbereitung für Insemination, IVF und ICSI.
Wichtig zu wissenDie Aufbereitung wählt aus, was in der Probe vorhanden ist. Eine eingeschränkte Spermienqualität behandelt sie nicht.
Befund

Sekundäre Sterilität

Sekundäre Sterilität bedeutet: Nach einer früheren Schwangerschaft klappt es nicht mehr, obwohl es einmal geklappt hat.

Was das für Sie heißtHäufige Gründe sind das Alter, eine veränderte Eizellreserve, Endometriose oder ein verändertes Spermiogramm. Die Abklärung ist dieselbe wie beim ersten Kinderwunsch.
Dafür geeignetEinordnung, dass eine frühere Schwangerschaft keine Garantie ist.
Wichtig zu wissenKein Grund, mit der Abklärung länger zu warten.
Behandlung

Hormonelle Stimulation

Bei der hormonellen Stimulation regen tägliche Spritzen mit FSH die Eierstöcke an, damit mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen.

Was das für Sie heißtDie Dosis richtet sich nach AMH, Antralfollikelzahl und Ihrem Alter. Wir kontrollieren den Verlauf per Ultraschall und passen die Dosis an, damit weder zu wenige noch zu viele Eibläschen wachsen.
Dafür geeignetVorbereitung auf IVF oder ICSI; in milder Form auch für eine Insemination.
Wichtig zu wissenDie Stimulation holt die Eibläschen heran, die in diesem Zyklus ohnehin angelegt sind. Die Qualität der Eizellen verbessert sie nicht, und eine sehr niedrige Eizellreserve kann sie nicht ausgleichen.
Behandlung

Antagonist-Protokoll

Das Antagonist-Protokoll ist die bei uns übliche Form der Stimulation: Ein zweites Medikament verhindert, dass der Eisprung zu früh ausgelöst wird, meist ab dem fünften oder sechsten Stimulationstag oder abhängig von der Follikelgröße.

Was das für Sie heißtEs ist kürzer und schonender als ältere Protokolle und senkt das Risiko einer Überstimulation, weil der Eisprung mit einem anderen Wirkstoff ausgelöst werden kann.
Dafür geeignetUnser Standard für die meisten Stimulationen, besonders bei hoher Eizellreserve.
Wichtig zu wissenNicht die einzige Möglichkeit; bei bestimmten Verläufen wählen wir andere Protokolle.
Behandlung

Auslösespritze

Die Auslösespritze gibt den Eibläschen das Signal, die Eizellen fertig reifen zu lassen. Sie legt bei einer IVF oder ICSI zugleich den Zeitpunkt der Punktion fest, meist etwa 34 bis 36 Stunden später.

Was das für Sie heißtDie Uhrzeit ist entscheidend, wir legen sie auf die Minute fest. Bei einem Überstimulationsrisiko lösen wir statt mit hCG mit einem GnRH-Agonisten aus.
Dafür geeignetZeitliche Festlegung von Punktion oder Eisprung bei IVF, ICSI und Insemination.
Wichtig zu wissenNach einem hCG-Trigger kann ein zu früher Schwangerschaftstest noch das Medikament nachweisen und deshalb falsch positiv ausfallen. Nach einem reinen GnRH-Agonisten-Trigger ist das nicht der Fall.
Behandlung

Eizellentnahme

Bei der Eizellentnahme saugen wir die reifen Eibläschen unter Ultraschallsicht durch die Scheide ab. Der Eingriff dauert etwa 15 Minuten.

Was das für Sie heißtSie bekommen eine kurze Narkose oder ein Schmerzmittel. Danach ruhen Sie ein bis zwei Stunden bei uns. Am selben Tag erfahren Sie, wie viele Eizellen gewonnen wurden.
Dafür geeignetTeil jeder IVF und ICSI.
Wichtig zu wissenNicht jedes abgesaugte Eibläschen enthält eine reife Eizelle. Wie viele Eizellen sich befruchten lassen, zeigt sich erst am Tag danach.
Labor

Befruchtungsrate

Die Befruchtungsrate ist der Anteil der reifen Eizellen, die am Tag nach der Entnahme zwei Vorkerne zeigen (2PN), das Zeichen einer normalen Befruchtung.

Was das für Sie heißtAls Orientierung befruchten sich etwa zwei von drei reifen Eizellen. Der Wert hängt von Methode, Eizellreife, Ausgangslage und Labor ab.
Dafür geeignetBewertung des Laborergebnisses nach der Entnahme.
Wichtig zu wissenAus der Befruchtungsrate lässt sich nicht vorhersagen, wie viele Embryonen sich bis zur Blastozyste entwickeln.
Labor

Embryo an Tag 3

An Tag 3 nach der Befruchtung besteht ein Embryo meist aus sechs bis acht Zellen. Das Labor beurteilt Zellzahl, Gleichmäßigkeit und Bruchstücke.

Was das für Sie heißtOb wir an Tag drei übertragen oder bis zur Blastozyste weiterkultivieren, hängt von der Zahl und der Entwicklung Ihrer Embryonen ab. Den Weg besprechen wir vorab mit Ihnen, nicht erst an Tag drei.
Dafür geeignetEntwicklungs-Check im Verlauf; Entscheidung über den Transfertag.
Wichtig zu wissenDas Aussehen an Tag drei lässt nicht sicher vorhersagen, welcher Embryo sich einnistet.
Labor

Morula

Die Morula ist das Stadium um Tag vier, in dem sich die Zellen zu einem kompakten Zellverband zusammenschließen. Diese Kompaktierung ist ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Blastozyste.

Was das für Sie heißtDas eigene Erbgut des Embryos wird überwiegend schon im Teilungsstadium um Tag zwei bis drei aktiv. Die Kompaktierung ist der nächste sichtbare Schritt, nicht ihr Auslöser.
Dafür geeignetVerständnis der Entwicklung zwischen Tag drei und Tag fünf.
Wichtig zu wissenKein üblicher Transfertag. Beurteilt wird meist Tag drei oder Tag fünf.
Labor

Blastozyste

Eine Blastozyste ist ein Embryo am fünften oder sechsten Tag mit einer äußeren Zellschicht, aus der die Plazenta wird, und einer inneren Zellmasse, aus der das Kind entsteht.

Was das für Sie heißtNicht jeder Embryo erreicht dieses Stadium. Die Entwicklung bis zur Blastozyste hilft uns, den Embryo mit der besten Chance für den Transfer auszuwählen.
Dafür geeignetAuswahl des Embryos; Einfrieren im Blastozystenstadium.
Wichtig zu wissenAuch eine gut aussehende Blastozyste ist nicht automatisch chromosomal unauffällig und keine Garantie für eine Einnistung. Nicht in jedem Zyklus entsteht eine Blastozyste.
Labor

Assisted Hatching

Beim Assisted Hatching wird die Hülle eines Embryos, die Zona pellucida, vor dem Transfer mit einem Laser gezielt eröffnet. Dadurch soll das natürliche Schlüpfen der Blastozyste erleichtert werden.

Was das für Sie heißtOb dadurch die Einnistungs- oder Lebendgeburtenrate verbessert wird, ist nicht eindeutig belegt. Deshalb ist Assisted Hatching bei uns keine Routinebehandlung, sondern eine Einzelfallentscheidung.
Dafür geeignetEinzelfallentscheidung vor einem Transfer.
Wichtig zu wissenKeine regelhafte Empfehlung, auch nicht bei aufgetauten Embryonen oder verdickter Hülle. Ein Vorteil für die Lebendgeburtenrate ist nicht überzeugend belegt.
Labor

Time-lapse-Inkubator

Ein Time-lapse-Inkubator fotografiert jeden Embryo alle paar Minuten, ohne ihn aus der Wärme zu nehmen.

Was das für Sie heißtSo sehen wir die gesamte Entwicklung als Film und können sie lückenlos dokumentieren, ohne die Embryonen aus der Wärme zu nehmen.
Dafür geeignetBeurteilung der Entwicklungsdynamik; Auswahl des Embryos.
Wichtig zu wissenVerbessert Beobachtung und Dokumentation. Ein gesicherter Vorteil für die Lebendgeburtenrate ist nicht belegt, und die Embryoqualität selbst verändert das Gerät nicht.
Labor

Vitrifikation

Vitrifikation ist das blitzschnelle Einfrieren von Eizellen oder Embryonen in flüssigem Stickstoff, ohne dass Eiskristalle entstehen.

Was das für Sie heißtÜber 90 Prozent der vitrifizierten Embryonen überstehen das Auftauen. Eingefrorene Embryonen ermöglichen weitere Transfers ohne neue Stimulation und ohne Punktion.
Dafür geeignetLagerung überzähliger Embryonen; Eizellen vor einer Chemotherapie.
Wichtig zu wissenDas Einfrieren erhält die Qualität einer Eizelle oder eines Embryos, es verbessert sie nicht. Die Lagerung läuft außerdem nicht unbegrenzt weiter: Sie ist vertraglich geregelt und wird regelmäßig verlängert.
Behandlung

Kryotransfer

Beim Kryotransfer wird ein eingefrorener Embryo aufgetaut und in einem vorbereiteten Zyklus übertragen, ohne neue Stimulation und ohne Punktion.

Was das für Sie heißtDie Gebärmutterschleimhaut bereiten wir entweder im natürlichen Zyklus oder mit Östrogen und Progesteron vor. Der Transfer selbst dauert wenige Minuten.
Dafür geeignetJeder weitere Versuch nach einer Punktion mit überzähligen Embryonen.
Wichtig zu wissenEin Kryotransfer ist nur möglich, wenn aus einer früheren Behandlung eingefrorene Embryonen vorhanden sind. Eine Garantie für eine Schwangerschaft ist er nicht.
Behandlung

Embryotransfer

Beim Embryotransfer legen wir den Embryo mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutter. Der Eingriff ist meist schmerzarm und dauert wenige Minuten.

Was das für Sie heißtSie brauchen keine Narkose und können danach normal weitermachen. Bettruhe verbessert die Chance nicht. Den Schwangerschaftstest machen wir 14 Tage nach dem Transfer.
Dafür geeignetAbschluss einer IVF, ICSI oder eines Kryozyklus.
Wichtig zu wissenNicht jede Behandlung endet mit einem Transfer, etwa wenn alle Embryonen eingefroren werden. Ein Transfer ist keine Garantie für eine Einnistung, und die Übertragung mehrerer Embryonen erhöht das Mehrlingsrisiko.
Behandlung

Lutealphasen-Unterstützung

Nach einer IVF oder ICSI unterstützen wir die zweite Zyklushälfte meist mit Progesteron, als Zäpfchen, Tabletten oder Spritze.

Was das für Sie heißtDurch die Stimulation, die Medikamente zur Eisprungkontrolle und die Punktion kann der Gelbkörper weniger Progesteron bilden als sonst. Bitte setzen Sie das Progesteron nicht eigenmächtig ab, auch nicht bei Blutungen. Wir sagen Ihnen, bis wann es genommen wird, meist bis zur zehnten Schwangerschaftswoche.
Dafür geeignetStimulierte Zyklen mit Embryotransfer; Kryozyklen mit Hormonvorbereitung.
Wichtig zu wissenNicht jeder stimulierte Inseminationszyklus braucht Progesteron. Im rein natürlichen Zyklus ist es in der Regel nicht nötig.
Befund

Überstimulation (OHSS)

Eine Überstimulation entsteht, wenn die Eierstöcke zu stark auf die Stimulation reagieren. Die Gefäße werden durchlässiger, Flüssigkeit verschiebt sich aus dem Blut in den Bauchraum und in schweren Fällen auch in den Brustkorb um die Lunge.

Was das für Sie heißtWarnzeichen sind starke Bauchschwellung, rasche Gewichtszunahme, Übelkeit, Atemnot oder deutlich weniger Harn. Melden Sie sich dann sofort. Mit Antagonist-Protokoll und angepasstem Auslösen ist eine schwere Form heute selten.
Dafür geeignetWissen, worauf Sie nach der Punktion achten sollen.
Wichtig zu wissenEin Spannungsgefühl nach der Punktion kommt vor. Nehmen Sie zunehmende Beschwerden trotzdem ernst und melden Sie sich, statt abzuwarten.
Labor

PGT-A

PGT-A ist eine Untersuchung der Chromosomenzahl an wenigen Zellen der Blastozyste, bevor sie übertragen wird.

Was das für Sie heißtIn Österreich darf PGT-A nur unter eng begrenzten gesetzlichen Voraussetzungen durchgeführt werden. Dazu können mindestens drei erfolglose Embryotransfers oder mindestens drei Fehl- beziehungsweise Totgeburten gehören, wenn eine genetische Ursache der Embryonen mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen wird. Ein erhöhtes Alter allein ist keine gesetzliche Indikation. Bei einer bekannten schweren Erbkrankheit kommt meist eine andere Form der Präimplantationsdiagnostik infrage, die PGT-M.
Dafür geeignetAuswahl chromosomal unauffälliger Embryonen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wichtig zu wissenDrei Fehlgeburten oder drei erfolglose Transfers sind für sich genommen keine automatische Indikation. Die Untersuchung erhöht die Zahl gesunder Embryonen nicht und ist keine Garantie gegen eine Fehlgeburt.
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Warum gibt es nicht zu jedem Begriff eine eigene Seite?

Behandlungen und Untersuchungen erklären wir auf ihren eigenen Seiten ausführlich. Im Lexikon finden Sie Begriffe aus Befunden und Gesprächen.

Sie vermissen einen Begriff? Sprechen Sie uns im Gespräch darauf an. Wir bauen das Verzeichnis nach dem aus, was in der Sprechstunde tatsächlich gefragt wird, nicht nach Vollständigkeit.

04

Weitere Fragen

Ersetzt das Lexikon das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt?

Nein. Die Seiten erklären, was ein Wert grundsätzlich bedeutet. Was er in Ihrer Situation bedeutet, ergibt sich erst aus dem Gesamtbild aus Ihrem Alter, Ihrer Vorgeschichte und den übrigen Befunden beider Partner. Genau dafür ist das Erstgespräch da.

Warum stehen hier keine Normwerttabellen?

Weil eine Tabelle mehr Sicherheit vorspiegelt, als sie hat. Labore messen mit unterschiedlichen Testsystemen, geben unterschiedliche Einheiten an und legen unterschiedliche Referenzbereiche zugrunde. Maßgeblich ist deshalb der Referenzbereich Ihres Labors. Wo Ihr Wert im Vergleich zu Ihrer Altersgruppe liegt, zeigen unsere Rechner.

Kann ich einen einzelnen Wert allein beurteilen?

In aller Regel nicht. Fast jeder Wert in der Kinderwunschmedizin beschreibt einen Ausschnitt. Der AMH-Wert sagt etwas über die zu erwartende Reaktion auf eine Stimulation, nichts über die Eizellqualität. Ein Spermiogramm beschreibt eine einzelne Probe, nicht die Fruchtbarkeit eines Mannes. Erst mehrere Befunde zusammen ergeben ein Bild.

Wie aktuell sind die Erklärungen?

Jede Seite trägt am Ende ein Prüfdatum. Wir sehen die Texte durch, wenn sich die Fachliteratur ändert, wenn sich die österreichische Rechtslage ändert oder wenn in der Sprechstunde auffällt, dass eine Formulierung missverstanden wird.

Woher stammen die Angaben?

Grundlage sind die Empfehlungen der Fachgesellschaften, das Handbuch der WHO für die Samenanalyse sowie die österreichische Rechtslage nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz. Wo eine Aussage umstritten ist oder die Datenlage dünn, schreiben wir das dazu, statt eine Zahl zu nennen, die es so nicht gibt.

Dr. med. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Roman Pavlik Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels (Oberösterreich) · zuletzt geprüft am 25.08.2026
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Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels gehen wir Ihre Befunde gemeinsam durch und ordnen sie in Ihre persönliche Situation ein. Unverbindlich und in Ruhe.

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