AMH-Wert
Der AMH-Wert ist ein indirekter Hinweis auf die Eizellreserve. Er zählt keine Eizellen, sondern misst ein Hormon aus den kleinen heranreifenden Eibläschen.

Was bedeutet der Begriff auf meinem Befund?
In der Kinderwunschmedizin fallen viele Abkürzungen und Fachwörter, oft in einem Gespräch, in dem ohnehin schon viel zu verarbeiten ist. Hier finden Sie die Begriffe in Ruhe erklärt, mit dem, was ein Wert aussagt, und ebenso mit dem, was er nicht aussagt. Kein Ersatz für das ärztliche Gespräch, aber eine gute Vorbereitung darauf.
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Der AMH-Wert ist ein indirekter Hinweis auf die Eizellreserve. Er zählt keine Eizellen, sondern misst ein Hormon aus den kleinen heranreifenden Eibläschen.
Die Antralfollikelzahl ist die Zahl der kleinen Eibläschen, die im Ultraschall zu Zyklusbeginn in beiden Eierstöcken sichtbar sind.
FSH ist das Hormon aus der Hirnanhangsdrüse, das die Eibläschen zum Wachsen bringt. Ein hoher Wert zu Zyklusbeginn zeigt, dass die Eierstöcke mehr Antrieb brauchen.
Der LH-Anstieg ist das Hormonsignal, das den Eisprung auslöst, meist 24 bis 36 Stunden davor.
Der LH/FSH-Quotient beschreibt das Verhältnis zweier Hormone der Hirnanhangsdrüse. Bei einem PCO-Syndrom kann LH im Verhältnis zu FSH erhöht sein.
Östradiol ist das wichtigste Östrogen. Es entsteht in den wachsenden Eibläschen und baut die Gebärmutterschleimhaut auf.
Progesteron ist das Hormon der zweiten Zyklushälfte. Der Gelbkörper bildet es nach dem Eisprung, damit sich ein Embryo einnisten kann.
hCG ist das Hormon der frühen Schwangerschaft. In einer Behandlung kann dasselbe Hormon als Spritze die letzte Eizellreifung auslösen.
Prolaktin ist das Milchbildungshormon. Ist es außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit erhöht, kann es den Eisprung unterdrücken.
TSH ist ein Steuerwert der Schilddrüse. Deutlich erhöhte Werte können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen, die bei Kinderwunsch genauer abgeklärt werden sollte.
Ein Hormonstatus ist eine auf die Fragestellung abgestimmte Blutuntersuchung. FSH, LH und Östradiol messen wir meist am zweiten bis fünften Zyklustag.
Ein Follikel ist das Eibläschen im Eierstock, in dem eine Eizelle heranreift. Pro Zyklus wird meist eines dominant und springt.
Der Eisprung ist der Moment, in dem das reife Eibläschen die Eizelle freigibt, meist etwa 12 bis 16 Tage vor der nächsten Blutung.
Die Gelbkörperphase ist die zweite Zyklushälfte nach dem Eisprung, in der Progesteron die Gebärmutterschleimhaut vorbereitet.
Die fruchtbaren Tage sind das Fenster von etwa fünf Tagen vor bis einem Tag nach dem Eisprung.
Ein Ovulationstest misst den LH-Anstieg im Urin und zeigt den bevorstehenden Eisprung an.
Beim Zyklusmonitoring verfolgen wir das Eibläschen per Ultraschall, um den wahrscheinlichen Zeitpunkt des Eisprungs möglichst genau einzugrenzen.
Die Eileiterdurchgängigkeit prüft, ob Eizelle und Spermien überhaupt zueinander finden können. Wir untersuchen das mit Ultraschall und Kontrastmittel (HyCoSy).
Die Gebärmutterschleimhaut ist das Bett für den Embryo. Sie baut sich in jedem Zyklus neu auf und wird im Ultraschall in Millimetern gemessen.
Eine chronische Endometritis ist eine meist beschwerdearme Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Hinweise liefern Plasmazellen in einer Gewebeprobe, häufig dargestellt mit CD138.
NK-Zellen sind Abwehrzellen, die auch in der Gebärmutterschleimhaut vorkommen und dort beim Umbau der Gefäße helfen.
Die Einnistung beginnt meist etwa sechs bis zehn Tage nach dem Eisprung und läuft über mehrere Schritte, in denen sich die Blastozyste in der Gebärmutterschleimhaut verankert.
Normozoospermie bedeutet, dass die untersuchten Samenparameter die unteren WHO-Referenzwerte nicht unterschreiten.
Azoospermie bedeutet: Im Ejakulat sind keine Spermien nachweisbar. Das ist nicht dasselbe wie „keine Spermien im Körper“.
OAT steht für zu wenige, zu langsame und zu oft fehlgeformte Spermien in einem Befund.
Bei der Spermienaufbereitung trennt das Labor die beweglichsten Spermien vom Rest der Probe, etwa mit Swim-up oder Dichtegradient.
Sekundäre Sterilität bedeutet: Nach einer früheren Schwangerschaft klappt es nicht mehr, obwohl es einmal geklappt hat.
Bei der hormonellen Stimulation regen tägliche Spritzen mit FSH die Eierstöcke an, damit mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen.
Das Antagonist-Protokoll ist die bei uns übliche Form der Stimulation: Ein zweites Medikament verhindert, dass der Eisprung zu früh ausgelöst wird, meist ab dem fünften oder sechsten Stimulationstag oder abhängig von der Follikelgröße.
Die Auslösespritze gibt den Eibläschen das Signal, die Eizellen fertig reifen zu lassen. Sie legt bei einer IVF oder ICSI zugleich den Zeitpunkt der Punktion fest, meist etwa 34 bis 36 Stunden später.
Bei der Eizellentnahme saugen wir die reifen Eibläschen unter Ultraschallsicht durch die Scheide ab. Der Eingriff dauert etwa 15 Minuten.
Die Befruchtungsrate ist der Anteil der reifen Eizellen, die am Tag nach der Entnahme zwei Vorkerne zeigen (2PN), das Zeichen einer normalen Befruchtung.
An Tag 3 nach der Befruchtung besteht ein Embryo meist aus sechs bis acht Zellen. Das Labor beurteilt Zellzahl, Gleichmäßigkeit und Bruchstücke.
Die Morula ist das Stadium um Tag vier, in dem sich die Zellen zu einem kompakten Zellverband zusammenschließen. Diese Kompaktierung ist ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Blastozyste.
Eine Blastozyste ist ein Embryo am fünften oder sechsten Tag mit einer äußeren Zellschicht, aus der die Plazenta wird, und einer inneren Zellmasse, aus der das Kind entsteht.
Beim Assisted Hatching wird die Hülle eines Embryos, die Zona pellucida, vor dem Transfer mit einem Laser gezielt eröffnet. Dadurch soll das natürliche Schlüpfen der Blastozyste erleichtert werden.
Ein Time-lapse-Inkubator fotografiert jeden Embryo alle paar Minuten, ohne ihn aus der Wärme zu nehmen.
Vitrifikation ist das blitzschnelle Einfrieren von Eizellen oder Embryonen in flüssigem Stickstoff, ohne dass Eiskristalle entstehen.
Beim Kryotransfer wird ein eingefrorener Embryo aufgetaut und in einem vorbereiteten Zyklus übertragen, ohne neue Stimulation und ohne Punktion.
Beim Embryotransfer legen wir den Embryo mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutter. Der Eingriff ist meist schmerzarm und dauert wenige Minuten.
Nach einer IVF oder ICSI unterstützen wir die zweite Zyklushälfte meist mit Progesteron, als Zäpfchen, Tabletten oder Spritze.
Eine Überstimulation entsteht, wenn die Eierstöcke zu stark auf die Stimulation reagieren. Die Gefäße werden durchlässiger, Flüssigkeit verschiebt sich aus dem Blut in den Bauchraum und in schweren Fällen auch in den Brustkorb um die Lunge.
PGT-A ist eine Untersuchung der Chromosomenzahl an wenigen Zellen der Blastozyste, bevor sie übertragen wird.
Zwei Karten werden auf jeder Seite angeordnet.
Behandlungen und Untersuchungen erklären wir auf ihren eigenen Seiten ausführlich. Im Lexikon finden Sie Begriffe aus Befunden und Gesprächen.
Sie vermissen einen Begriff? Sprechen Sie uns im Gespräch darauf an. Wir bauen das Verzeichnis nach dem aus, was in der Sprechstunde tatsächlich gefragt wird, nicht nach Vollständigkeit.
Nein. Die Seiten erklären, was ein Wert grundsätzlich bedeutet. Was er in Ihrer Situation bedeutet, ergibt sich erst aus dem Gesamtbild aus Ihrem Alter, Ihrer Vorgeschichte und den übrigen Befunden beider Partner. Genau dafür ist das Erstgespräch da.
Weil eine Tabelle mehr Sicherheit vorspiegelt, als sie hat. Labore messen mit unterschiedlichen Testsystemen, geben unterschiedliche Einheiten an und legen unterschiedliche Referenzbereiche zugrunde. Maßgeblich ist deshalb der Referenzbereich Ihres Labors. Wo Ihr Wert im Vergleich zu Ihrer Altersgruppe liegt, zeigen unsere Rechner.
In aller Regel nicht. Fast jeder Wert in der Kinderwunschmedizin beschreibt einen Ausschnitt. Der AMH-Wert sagt etwas über die zu erwartende Reaktion auf eine Stimulation, nichts über die Eizellqualität. Ein Spermiogramm beschreibt eine einzelne Probe, nicht die Fruchtbarkeit eines Mannes. Erst mehrere Befunde zusammen ergeben ein Bild.
Jede Seite trägt am Ende ein Prüfdatum. Wir sehen die Texte durch, wenn sich die Fachliteratur ändert, wenn sich die österreichische Rechtslage ändert oder wenn in der Sprechstunde auffällt, dass eine Formulierung missverstanden wird.
Grundlage sind die Empfehlungen der Fachgesellschaften, das Handbuch der WHO für die Samenanalyse sowie die österreichische Rechtslage nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz. Wo eine Aussage umstritten ist oder die Datenlage dünn, schreiben wir das dazu, statt eine Zahl zu nennen, die es so nicht gibt.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels gehen wir Ihre Befunde gemeinsam durch und ordnen sie in Ihre persönliche Situation ein. Unverbindlich und in Ruhe.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.