
Was ist die Schlüpfhilfe, und wann kommt sie infrage?
Ein Embryo ist in den ersten Tagen von einer Hülle umgeben, der Zona pellucida. Vor der Einnistung muss er sie verlassen. Beim Assisted Hatching wird diese Hülle im Labor mit einem Laser ausgedünnt oder leicht geöffnet. Es ist eine Zusatzoption und kein Bestandteil unserer Behandlung. Wir sprechen sie nur an, wenn es dafür einen Anlass gibt.
Die Hülle des Embryos wird mit einem Laser an einer Stelle ausgedünnt oder geöffnet, kurz bevor er in die Gebärmutter übertragen wird. Der Embryo selbst wird dabei nicht berührt.
Der Ablauf unterscheidet sich bis dahin nicht von einer gewöhnlichen Behandlung:
Für Sie ändert sich am Ablauf nichts. Die Maßnahme findet im Labor statt und dauert nur wenige Augenblicke.
Nicht bei jeder Behandlung, und nie stillschweigend als Teil eines Pakets. Es gibt zwei Situationen, in denen das Thema überhaupt aufkommt.
Eine feste Altersgrenze gibt es bei uns nicht. Ältere Darstellungen nennen häufig fünfunddreißig Jahre als Schwelle. Dafür gibt es keine belastbare Grundlage, und die vorliegenden Auswertungen sprechen eher dagegen, dass ältere Patientinnen von der Maßnahme profitieren.
Ob es in Ihrem Fall zur Sprache kommt, ergibt sich aus dem Verlauf Ihrer Behandlung und aus dem, was das Labor an den Embryonen sieht. Die Entscheidung fällt kurz vor dem Transfer, und sie liegt bei Ihnen.
Ob Assisted Hatching die Chance auf ein Kind erhöht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Assisted Hatching soll dem Embryo das Verlassen seiner Hülle erleichtern. Für Frauen nach mehreren Übertragungen ohne Einnistung gibt es inzwischen Hinweise auf einen möglichen Nutzen.
| Frage | Was die Studien zeigen |
|---|---|
| Führt es zu mehr Geburten? | Ein allgemeiner Vorteil ist bisher nicht belegt. Die Cochrane-Auswertung von 2021 konnte nicht eindeutig klären, ob Assisted Hatching die Geburtenrate erhöht. |
| Hilft es nach mehreren Übertragungen ohne Einnistung? | Hier gibt es Hinweise auf einen möglichen Nutzen. Eine Studienauswertung von 2025 fand häufiger Einnistungen, eine weitere von 2026 mehr Schwangerschaften und auch mehr Geburten. Eine große Studie aus den Niederlanden konnte einen Vorteil bei den Geburten dagegen nicht nachweisen. Die Ergebnisse sind also uneinheitlich, und viele der Studien sind klein. Ob Assisted Hatching nach Ihrem bisherigen Verlauf infrage kommt, besprechen wir mit Ihnen. |
| Hilft es bei aufgetauten Embryonen? | Eine italienische Studie mit knapp siebenhundert Patientinnen hat aufgetaute Blastozysten untersucht. Sie fand keinen Vorteil bei den Geburten. |
| Was ist über mögliche Risiken bekannt? | In der Cochrane-Auswertung kamen Mehrlingsschwangerschaften etwas häufiger vor. Die neueren Auswertungen zu Frauen nach mehreren Übertragungen ohne Einnistung fanden keinen eindeutigen Unterschied. Auch zu Fehlgeburten sind die Ergebnisse uneinheitlich. Wir übertragen bevorzugt einen einzelnen Embryo, auch um das Mehrlingsrisiko gering zu halten. |
Die ESHRE, die europäische Fachgesellschaft für Reproduktionsmedizin, empfiehlt Assisted Hatching in ihren Empfehlungen zu Zusatzmaßnahmen von 2023 nicht. Sie begründet das damit, dass ein Vorteil bei den Geburten nicht nachgewiesen war, und nennt mögliche Risiken wie Mehrlingsschwangerschaften.
Diese Empfehlung stammt aus der Zeit vor den Studienauswertungen von 2025 und 2026. Die neueren Ergebnisse geben Hinweise auf einen möglichen Nutzen nach mehreren Übertragungen ohne Einnistung. Eine allgemeine Empfehlung für alle Patientinnen rechtfertigen sie nicht.
Wir berücksichtigen sowohl die Empfehlung der Fachgesellschaft als auch die neueren Ergebnisse.
Wie wir damit umgehen:
Sie möchten wissen, ob das in Ihrer Situation überhaupt eine Rolle spielt?
Erstgespräch vereinbarenSchlüpfhilfe. Der Embryo muss vor der Einnistung seine Hülle verlassen, und beim Assisted Hatching wird diese Hülle im Labor ausgedünnt oder geöffnet.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, und wir wollen Ihnen hier nichts versprechen. Über alle Patientinnen hinweg war ein Nutzen für die Geburtenrate bisher nicht nachweisbar, ausgeschlossen ist er aber auch nicht. Nach mehreren Übertragungen ohne Einnistung gibt es Hinweise auf einen Vorteil. Sinnvoll kann die Überlegung dort sein, wo es einen konkreten Anlass gibt. Ob der bei Ihnen vorliegt, besprechen wir im Einzelfall.
320 Euro, Stand Oktober 2026. Es ist eine Zusatzleistung, im Behandlungspreis nicht enthalten, und der IVF-Fonds übernimmt sie nicht. Einen Überblick über alle Preise finden Sie unter Was eine Behandlung kostet.
Die Hülle wird mit einem Laser bearbeitet, der Embryo selbst wird dabei nicht berührt. Der einzige in Studien gezeigte Nachteil betrifft nicht den Embryo, sondern die Schwangerschaft: Mehrlinge kamen in den Studien insgesamt etwas häufiger vor.
Nein. Es ist kein Bestandteil unserer Behandlung und kommt nur zur Sprache, wenn es dafür einen Anlass gibt.
Diese Überlegung liegt nahe, weil sich die Hülle beim Einfrieren und Auftauen verändern kann. Untersucht wurde das an knapp siebenhundert Patientinnen mit aufgetauten Blastozysten, und ein Unterschied bei den Geburten zeigte sich nicht. Wir stellen das Verfahren deshalb nicht als Lösung für aufgetaute Embryonen dar.
Embryoglue, HCG-Spülung, Calcium-Ionophor und der Verwechslungsschutz
Zum NachlesenPreise mit und ohne IVF-Fonds, und was zusätzlich anfällt
Im Erstgespräch in Thalheim bei Wels sehen wir uns Ihre Vorgeschichte an und besprechen, welche Schritte sinnvoll sind. Über Zusatzleistungen im Labor entscheiden wir nicht vorab, sondern dann, wenn die Behandlung es hergibt.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.