
Was tun, wenn der Eisprung ausbleibt?
Bei einer Hormonbehandlung regen wir die Eizellreifung gezielt mit Medikamenten an, wenn der Eisprung ausbleibt oder unregelmäßig kommt. Sie nehmen dafür Tabletten oder setzen sich nach einer Einweisung dünne Spritzen selbst. Auch vor einer Insemination oder IVF stimulieren wir die Eierstöcke, dann allerdings mit einem anderen Ziel und einer anderen Dosis. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Ursache der Zyklusstörung und vom Behandlungsziel ab.
Eine Hormonbehandlung ist sinnvoll, wenn der Eisprung wegen einer hormonellen Störung selten oder gar nicht stattfindet.
Ein ausbleibender Eisprung zählt zu den häufigsten Gründen für eine ausbleibende Schwangerschaft. Ob das bei Ihnen zutrifft, zeigen die Hormonanalyse und das Zyklusmonitoring. Häufig spielen dabei die folgenden Befunde eine Rolle.
Eine hormonelle Stimulation gehört auch zur künstlichen Befruchtung. Vor einer IVF regen wir mehrere Eizellen gleichzeitig an, vor einer Insemination legen wir den Zeitpunkt des Eisprungs genau fest.
Die Stimulation beginnt mit einem Behandlungsplan. Danach folgen die tägliche Hormongabe, Ultraschallkontrollen und, wenn nötig, eine Auslösespritze.
Wie intensiv die Stimulation ausfällt und wie lange sie dauert, hängt vom Behandlungsziel ab. Bei einer Tablettenbehandlung nehmen Sie das Medikament nur wenige Tage zu Beginn des Zyklus ein. Vor einer IVF spritzen Sie sich über etwa zehn bis zwölf Tage selbst ein Hormon, das die Eizellreifung anregt. Zwischendurch kontrollieren wir per Ultraschall, wie die Follikel heranwachsen, und passen die Dosis an.
In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels sehen wir uns zuerst Ihre Hormonwerte und Ihren Ultraschall an. Dazu gehört häufig der AMH-Test, weil er einen Hinweis auf die Eizellreserve gibt. Daraus erstellen wir Ihren Behandlungsplan. Sind Spritzen vorgesehen, zeigen wir Ihnen die Anwendung genau. Auf Wunsch kann Ihre Begleitperson an der Einweisung teilnehmen.
Kurz nach Beginn der Regelblutung starten Sie mit dem Medikament. Häufig genügen Tabletten mit Clomifen oder Letrozol. Reicht das nicht aus, setzen Sie sich zuhause FSH-Spritzen, einmal täglich zur vereinbarten Uhrzeit. Häufig ist das abends. Ab einem bestimmten Zyklustag kommt meist ein zweites Medikament gegen den vorzeitigen Eisprung dazu, dann sind es zwei Spritzen am Tag.
Wir beobachten, wie die Eibläschen heranwachsen und wie sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut. Je nachdem, wie Ihre Eierstöcke reagieren, passen wir die Dosis an.
Hat das Eibläschen die passende Größe erreicht, lösen wir die finale Eizellreifung aus. Vor Geschlechtsverkehr oder einer Insemination planen wir damit den Eisprung. Vor einer IVF stimmen wir die Eizellentnahme zeitlich auf die Auslösespritze ab, sie findet vor dem Eisprung statt. Warum dieser Schritt so genau geplant wird, beschreibt unser Ratgeber zur Auslösung der Eizellreifung.
Die Hormonbehandlung verfolgt je nach Ausgangslage eines von drei Zielen: den Eisprung herbeiführen, eine Insemination vorbereiten oder mehrere Eizellen für eine IVF gewinnen.
Diese drei Behandlungsziele unterscheiden sich in den Medikamenten, in der Intensität und in der Dauer. Was in Ihrer Situation passt, besprechen wir im Erstgespräch.
Bleibt der Eisprung aus, soll ein einzelnes Eibläschen heranreifen und der Eisprung gezielt ausgelöst werden. Häufig genügen dafür Tabletten, die Sie zu Beginn des Zyklus einnehmen. Eine Schwangerschaft kann anschließend durch Geschlechtsverkehr zum passenden Zeitpunkt entstehen.
Vor einer Insemination unterstützt eine niedrig dosierte Stimulation die Eizellreifung und legt den Zeitpunkt des Eisprungs genau fest. Dabei achten wir darauf, dass nicht zu viele Eibläschen gleichzeitig heranreifen.
Vor einer IVF regen wir mit Hormonspritzen mehrere Eizellen gleichzeitig an, die sogenannte kontrollierte ovarielle Stimulation. Meist kommen zusätzliche Medikamente dazu, die einen vorzeitigen LH-Anstieg und damit einen zu frühen Eisprung verhindern. Diese Stimulation ist intensiver und dauert länger als eine reine Tablettenbehandlung.
Führt eine Ovulationsinduktion mit Geschlechtsverkehr nicht zur Schwangerschaft, kommen je nach Befund eine Insemination oder eine IVF infrage. Zum Weiterlesen und Ausprobieren:
Die meisten Nebenwirkungen der Hormonbehandlung sind vorübergehend. Bei einer Stimulation mit Hormonspritzen kann selten eine Überstimulation der Eierstöcke (OHSS) auftreten, bei einer reinen Tablettenbehandlung ist dieses Risiko deutlich geringer.
Eine Stimulation kann im behandelten Zyklus eine Eizelle heranreifen lassen. Die zugrunde liegende Zyklusstörung beseitigt sie damit nicht. Eine Garantie für eine Schwangerschaft gibt es ebenso wenig, jeder Körper reagiert anders.
Häufig sind Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, ein Spannungsgefühl oder lokale Reaktionen an der Einstichstelle. Auch Übelkeit oder Schmerzen im Unterbauch kommen vor. Welche Beschwerden auftreten, hängt auch vom eingesetzten Wirkstoff ab. In der Regel sind sie vorübergehend.
Reagieren die Eierstöcke stärker als beabsichtigt, spricht man von einer Überstimulation. Sie betrifft vor allem Stimulationen mit Hormonspritzen und tritt selten auf. Durch sorgfältige Überwachung lässt sich das Risiko verringern. Die Warnzeichen finden Sie in den häufigen Fragen weiter unten.
Bei einer Ovulationsinduktion oder vor einer Insemination können mehrere Eibläschen gleichzeitig heranreifen. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Deshalb kontrollieren wir die Follikelreifung per Ultraschall und brechen den Zyklus gegebenenfalls ab. Mit unserem Rechner können Sie vorab Ihr Mehrlingsrisiko einschätzen.
Nicht jede Nebenwirkung betrifft jede Hormonbehandlung. Bei Clomifen kann sich durch die antiöstrogene Wirkung bei manchen Frauen die Gebärmutterschleimhaut ungünstiger entwickeln. Allergische Reaktionen auf die eingesetzten Präparate sind möglich, aber selten.
In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik begleiten wir Ihre Hormonbehandlung engmaschig. Bei Beschwerden melden Sie sich bitte direkt bei uns.
Sie sind unsicher, ob eine Hormonbehandlung zu Ihrer Situation passt? Wir sehen uns Ihre Befunde gemeinsam an.
Erstgespräch vereinbarenZum Einsatz kommen vor allem Clomifen oder Letrozol als Tabletten, FSH als Spritze und hCG zum Auslösen des Eisprungs.
Welcher Wirkstoff passt, hängt von der Ursache und von der geplanten Behandlung ab. Oft beginnen wir mit Tabletten und wechseln nur bei Bedarf auf Spritzen. Wenn Sie bereits einen Laborbefund haben, können Sie damit vorab Ihre Hormonwerte einordnen.
Clomifen ist eine Tablette, die Sie zu Beginn des Menstruationszyklus einnehmen. Der Wirkstoff wird seit vielen Jahren in der Kinderwunschbehandlung eingesetzt; bei ausbleibendem Eisprung ohne PCO-Syndrom ist er weiterhin eine Möglichkeit. Durch seine antiöstrogene Wirkung kann sich die Gebärmutterschleimhaut bei manchen Frauen ungünstiger entwickeln.
Letrozol ist ebenfalls eine Tablette für den Zyklusbeginn. Beim PCO-Syndrom beginnen wir in der Regel damit: Die internationale PCOS-Leitlinie 2023 nennt Letrozol als erste Wahl, weil es zu mehr Geburten und weniger Mehrlingen führt als Clomifen. In Österreich ist Letrozol dafür nicht zugelassen (Off-label); wir klären Sie darüber auf. Clomifen ist die Alternative. Ob der Wirkstoff in Ihrer Situation sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen.
Führen Tabletten nicht zum Ziel, setzen wir das follikelstimulierende Hormon (FSH) als Spritze ein, gegebenenfalls ergänzt um LH. Pens und vorgefüllte Spritzen erleichtern die Anwendung zuhause.
Hat das Eibläschen die passende Größe erreicht, folgt eine Spritze mit dem humanen Choriongonadotropin (hCG). Sie löst die finale Reifung der Eizelle aus. Bei einer Ovulationsinduktion und vor einer Insemination folgt darauf der Eisprung. Vor einer IVF entnehmen wir die Eizellen davor. Beobachten Sie Ihren Zyklus zusätzlich mit Teststreifen, hilft Ihnen unser LH-Tracker, den LH-Anstieg richtig zu deuten.
Was Frauen uns vor einer Hormonbehandlung am häufigsten fragen.
Die Spritzen werden subkutan gesetzt, also unter die Haut, meist in die Bauchdecke. Die Nadeln sind dünn, Pens und vorgefüllte Spritzen erleichtern die Anwendung. Nach einer Einweisung in unserer Klinik setzen sich die meisten Frauen die Spritze selbst zuhause, ein- bis zweimal täglich je nach Behandlungsplan, zur vereinbarten Uhrzeit.
Die Dauer der Hormonbehandlung hängt vom Ziel der Behandlung ab. Bei einer Stimulation für die IVF vergehen von der ersten Spritze bis zur Eizellentnahme meist zehn bis vierzehn Tage. Bei einer reinen Tablettenbehandlung ist der Zeitraum kürzer: Sie nehmen das Medikament nur wenige Tage zu Beginn des Zyklus ein. Die genaue Dauer hängt davon ab, wie Ihre Eierstöcke reagieren.
Häufig sind vorübergehende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, ein Spannungsgefühl oder lokale Reaktionen an der Einstichstelle. Melden Sie sich bitte sofort bei: starken Bauchschmerzen oder deutlich geschwollenem Bauch, rascher Gewichtszunahme (mehr als 1 kg an einem Tag), Atemnot, deutlich weniger oder sehr dunklem Urin, anhaltender Übelkeit oder Erbrechen. Das können Zeichen einer Überstimulation (OHSS) sein. Auch Wadenschmerz oder eine einseitige Beinschwellung sind ein Alarmsignal: Sie können auf eine Thrombose hinweisen. Eine Thrombose ist eine seltene, aber ernste Komplikation. Diese Warnzeichen folgen den Empfehlungen der ASRM zum Überstimulationssyndrom (2023) und des RCOG. In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik begleiten wir Ihre Hormonbehandlung engmaschig.
Reagieren die Eierstöcke schwächer als erwartet, besprechen wir das weitere Vorgehen mit Ihnen. Je nach Behandlungsziel setzen wir den Zyklus fort, passen das Schema an oder brechen die Behandlung ab. Starten wir in einem späteren Zyklus neu, dann meist mit einem angepassten Behandlungsschema.
Eine Hormonstimulation verbraucht die Eizellreserve nach heutigem Wissen nicht schneller. Nach dem Ende der Behandlung stellt sich meist wieder das Zyklusmuster ein, das zuvor bestanden hat.
Ja. Bei einem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wählen wir Wirkstoff und Dosis besonders sorgfältig. Vor allem bei einer Stimulation mit FSH-Spritzen können die Eierstöcke stärker reagieren als beabsichtigt. Deshalb kontrollieren wir die Zahl der Eibläschen regelmäßig per Ultraschall.
Die Schwangerschaftschance hängt von Ihrem Alter ab, von der Ursache der Zyklusstörung, von der Samenqualität und von der gewählten Behandlung. Eine pauschale Erfolgsrate wäre deshalb wenig aussagekräftig. Ist eine Insemination geplant, können Sie die Aussichten mit unserem IUI-Erfolgsrechner einschätzen. Vor einer IVF besprechen wir Ihre Aussichten im Gespräch anhand Ihrer Befunde.
Eine Hormonbehandlung als eigenständige Therapie ist bei uns privat zu bezahlen. Gehört die Stimulation zu einer IVF oder ICSI, richtet sich die Kostenübernahme nach den Voraussetzungen des IVF-Fonds. Die aktuellen Tarife finden Sie auf unserer Kostenseite.
Eine erste Einordnung Ihrer Werte finden Sie in unseren Rechnern und Selbsttests. Sie ersetzen kein Gespräch, helfen aber bei der Vorbereitung darauf.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels sehen wir uns Ihren Zyklus und Ihre Hormonwerte gemeinsam an. Danach besprechen wir, ob eine Stimulation in Ihrer Situation sinnvoll ist.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.