Kinderwunschklinik Dr. Pavlik
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Verfahren

Timelapse-Inkubator

Was ist ein Timelapse-Inkubator?

Ein Timelapse-Inkubator ist ein Brutschrank mit eingebauter Kamera, die die Embryonen in festen Zeitabständen fotografiert, während diese ungestört weiterwachsen. Daraus entsteht eine dichte Bilderfolge ihrer Entwicklung. Für die Beurteilung müssen die Embryonen den Brutschrank nicht mehr verlassen. Ob die Technik die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt erhöht, ist bislang nicht belegt.

Bedienfeld eines Timelapse-Inkubators mit der Aufnahme eines Embryos auf dem Bildschirm

Wozu dient der Timelapse-Inkubator?

Der Timelapse-Inkubator dokumentiert die Entwicklung der Embryonen in dichter Bildfolge und lässt sie dabei im Brutschrank.

Auch moderne herkömmliche Brutschränke halten Temperatur und Luftzusammensetzung stabil. Für die Beurteilung unter dem Mikroskop müssen wir die Embryonen dort aber kurz herausnehmen, und jede Entnahme verändert für einen Moment ihre Umgebung. Der Timelapse-Inkubator vermeidet das: Seine Kamera fotografiert die Embryonen in festen Zeitabständen, unser Embryologen-Team beurteilt die Aufnahmen am Bildschirm. Im Labor der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels setzen wir das Gerät, auch Time-Lapse-Inkubator geschrieben, bei IVF- und ICSI-Behandlungen ein. Zwei Dinge leistet die Technik:

  1. 01Ungestörte Kultivierung: Für die Beurteilung bleiben die Embryonen im Gerät. Die Schwankungen von Temperatur und Luftzusammensetzung, die jede Entnahme mit sich bringt, entfallen dadurch.
  2. 02Bessere Beobachtungsgrundlage: Der Zeitraffer hält zahlreiche Teilungsschritte und ihren zeitlichen Verlauf fest. Unser Embryologen-Team stützt die Auswahl des Embryos für den Transfer damit auf den Entwicklungsverlauf und nicht auf wenige Momentaufnahmen.
Geschlossener Inkubator, verbunden mit einem Bildschirm, auf dem ein Embryo zu sehen ist
Unser Team beurteilt die Aufnahmen am Bildschirm, ohne die Embryonen herauszunehmen.

Am Tag nach der Eizellentnahme und Befruchtung legen wir die befruchteten Eizellen in den Timelapse-Inkubator, und zwar alle, nicht nur ausgewählte. Dort bleiben sie, bis der Embryotransfer ansteht oder wir sie einfrieren. Ganz ohne Handgriffe außerhalb des Geräts geht es dabei nicht: für den Transfer, für die Kryokonservierung oder für eine Biopsie nehmen wir die Embryonen kurz heraus. Häufig kombinieren wir die Beobachtung mit der Blastozystenkultur, also dem Kultivieren bis zum fünften oder sechsten Tag.

Gut zu wissen

Was der Timelapse-Inkubator nicht leisten kann: Die Aufnahmen zeigen den Entwicklungsverlauf, nicht die Chromosomenausstattung eines Embryos. Welcher Embryo sich einnistet, lässt sich damit nicht sicher vorhersagen. Eine genetische Untersuchung ersetzt der Zeitraffer nicht, und die Entwicklung eines Embryos verändert er nicht.

Für wen kommt der Timelapse-Inkubator infrage?

Der Timelapse-Inkubator kommt bei IVF- und ICSI-Behandlungen zum Einsatz. Für die Beurteilung nützt er am meisten, wenn mehrere Embryonen zur Auswahl stehen.

Je mehr Embryonen sich entwickeln, desto mehr Beobachtungsmaterial liefert der Zeitraffer für die Auswahl. Das erleichtert die Beurteilung. Eine höhere Aussicht auf eine Schwangerschaft folgt daraus nicht. Auch nach erfolglosen Transfers kann der aufgezeichnete Entwicklungsverlauf Auffälligkeiten zeigen, etwa bei der Zellteilung. Warum sich ein Embryo nicht eingenistet hat, lässt sich daraus meist nicht bestimmen. Die Aussichten hängen weiterhin von der Qualität der Embryonen und vom Alter der Frau ab.

Fünf Embryonen in einer Reihe, einer davon ist hervorgehoben
Die Auswahl stützt sich auf den gesamten Entwicklungsverlauf.
Gut zu wissen

Auf Wunsch zeigen wir Ihnen die Timelapse-Aufnahmen Ihrer Embryonen und besprechen mit Ihnen, wie die Entwicklung verlaufen ist.

Sie möchten wissen, wie wir Ihre Embryonen im Labor betreuen? Im Erstgespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen.

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Häufige Fragen

Was Paare uns zum Timelapse-Inkubator am häufigsten fragen.

Wie funktioniert die Beobachtung?

Eine Kamera im Brutschrank fotografiert die Embryonen in festen Zeitabständen. So entsteht eine dichte Bilderfolge ihrer Entwicklung, ohne dass sie für die Beurteilung herausgenommen werden müssen. Die Schwankungen, die jede Entnahme mit sich bringt, entfallen dadurch.

Wie unterscheidet sich der Timelapse-Inkubator von einem herkömmlichen Brutschrank?

In einem herkömmlichen Brutschrank müssen die Embryonen für jede Beurteilung kurz heraus. Im Timelapse-Inkubator übernimmt die eingebaute Kamera die Beobachtung, die Embryonen bleiben dafür im Gerät.

Stört die Kamera die Embryonen?

Nein. Die Kamera arbeitet kontaktlos und berührt die Embryonen nicht. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind keine zusätzlichen Risiken für die Embryonen bekannt.

Verbessert der Timelapse-Inkubator die Erfolgsaussichten?

Die zusätzlichen Aufnahmen erleichtern unserem Embryologen-Team die Beurteilung des Entwicklungsverlaufs. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft oder eine Lebendgeburt ist dadurch nicht belegt. Die TILT-Studie (Bhide und Kollegen, The Lancet 2024) hat drei Vorgehensweisen verglichen. Geprüft wurden der Zeitraffer mit Auswahl anhand der Aufnahmen, die ungestörte Kultivierung ohne diese Auswahl und die herkömmliche Kultivierung. Die Lebendgeburtenraten unterschieden sich nicht bedeutsam voneinander. Wir setzen den Timelapse-Inkubator deshalb für die ungestörte Kultivierung und die Dokumentation ein, nicht als Versprechen auf eine höhere Erfolgsrate.

Entscheidet ein Computer, welcher Embryo übertragen wird?

Nein. Die Beurteilung und die Auswahl trifft unser Embryologen-Team. Software kann Time-Lapse-Aufnahmen auswerten und die Beurteilung vereinheitlichen, die Entscheidung bleibt beim Behandlungsteam. Ob eine computergestützte Auswahl zu mehr Schwangerschaften führt, ist nicht nachgewiesen (Illingworth und Kollegen, Nature Medicine 2024).

Was kostet der Timelapse-Inkubator?

Der Timelapse-Inkubator ist eine zusätzliche Laborleistung und wird gesondert verrechnet. Die Förderung des IVF-Fonds bezieht sich auf die IVF- oder ICSI-Behandlung selbst. Welche Leistungen in Ihrem Fall anfallen und was davon gefördert wird, steht in dem Kostenplan, den Sie vor Behandlungsbeginn erhalten. Was eine Behandlung kostet, steht auf unserer Kostenseite, den Förderrahmen erklärt die Seite zum IVF-Fonds.

Alle Rechner und Selbsttests der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik, vom Fonds-Check bis zum IVF-Erfolgsrechner, finden Sie im Überblick. Wie hoch Ihre Aussichten bei einer IVF sind, schätzt der IVF-Erfolgsrechner aus Alter und Befund.

Dr. med. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Roman Pavlik Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels (Oberösterreich) · zuletzt geprüft am 25.08.2026
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