
Was ist ein Timelapse-Inkubator?
Ein Timelapse-Inkubator ist ein Brutschrank mit eingebauter Kamera, die die Embryonen in festen Zeitabständen fotografiert, während diese ungestört weiterwachsen. Daraus entsteht eine dichte Bilderfolge ihrer Entwicklung. Für die Beurteilung müssen die Embryonen den Brutschrank nicht mehr verlassen. Ob die Technik die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt erhöht, ist bislang nicht belegt.
Der Timelapse-Inkubator dokumentiert die Entwicklung der Embryonen in dichter Bildfolge und lässt sie dabei im Brutschrank.
Auch moderne herkömmliche Brutschränke halten Temperatur und Luftzusammensetzung stabil. Für die Beurteilung unter dem Mikroskop müssen wir die Embryonen dort aber kurz herausnehmen, und jede Entnahme verändert für einen Moment ihre Umgebung. Der Timelapse-Inkubator vermeidet das: Seine Kamera fotografiert die Embryonen in festen Zeitabständen, unser Embryologen-Team beurteilt die Aufnahmen am Bildschirm. Im Labor der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels setzen wir das Gerät, auch Time-Lapse-Inkubator geschrieben, bei IVF- und ICSI-Behandlungen ein. Zwei Dinge leistet die Technik:
Am Tag nach der Eizellentnahme und Befruchtung legen wir die befruchteten Eizellen in den Timelapse-Inkubator, und zwar alle, nicht nur ausgewählte. Dort bleiben sie, bis der Embryotransfer ansteht oder wir sie einfrieren. Ganz ohne Handgriffe außerhalb des Geräts geht es dabei nicht: für den Transfer, für die Kryokonservierung oder für eine Biopsie nehmen wir die Embryonen kurz heraus. Häufig kombinieren wir die Beobachtung mit der Blastozystenkultur, also dem Kultivieren bis zum fünften oder sechsten Tag.
Was der Timelapse-Inkubator nicht leisten kann: Die Aufnahmen zeigen den Entwicklungsverlauf, nicht die Chromosomenausstattung eines Embryos. Welcher Embryo sich einnistet, lässt sich damit nicht sicher vorhersagen. Eine genetische Untersuchung ersetzt der Zeitraffer nicht, und die Entwicklung eines Embryos verändert er nicht.
Der Timelapse-Inkubator kommt bei IVF- und ICSI-Behandlungen zum Einsatz. Für die Beurteilung nützt er am meisten, wenn mehrere Embryonen zur Auswahl stehen.
Je mehr Embryonen sich entwickeln, desto mehr Beobachtungsmaterial liefert der Zeitraffer für die Auswahl. Das erleichtert die Beurteilung. Eine höhere Aussicht auf eine Schwangerschaft folgt daraus nicht. Auch nach erfolglosen Transfers kann der aufgezeichnete Entwicklungsverlauf Auffälligkeiten zeigen, etwa bei der Zellteilung. Warum sich ein Embryo nicht eingenistet hat, lässt sich daraus meist nicht bestimmen. Die Aussichten hängen weiterhin von der Qualität der Embryonen und vom Alter der Frau ab.
Auf Wunsch zeigen wir Ihnen die Timelapse-Aufnahmen Ihrer Embryonen und besprechen mit Ihnen, wie die Entwicklung verlaufen ist.
Sie möchten wissen, wie wir Ihre Embryonen im Labor betreuen? Im Erstgespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen.
Erstgespräch vereinbarenWas Paare uns zum Timelapse-Inkubator am häufigsten fragen.
Eine Kamera im Brutschrank fotografiert die Embryonen in festen Zeitabständen. So entsteht eine dichte Bilderfolge ihrer Entwicklung, ohne dass sie für die Beurteilung herausgenommen werden müssen. Die Schwankungen, die jede Entnahme mit sich bringt, entfallen dadurch.
In einem herkömmlichen Brutschrank müssen die Embryonen für jede Beurteilung kurz heraus. Im Timelapse-Inkubator übernimmt die eingebaute Kamera die Beobachtung, die Embryonen bleiben dafür im Gerät.
Nein. Die Kamera arbeitet kontaktlos und berührt die Embryonen nicht. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind keine zusätzlichen Risiken für die Embryonen bekannt.
Die zusätzlichen Aufnahmen erleichtern unserem Embryologen-Team die Beurteilung des Entwicklungsverlaufs. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft oder eine Lebendgeburt ist dadurch nicht belegt. Die TILT-Studie (Bhide und Kollegen, The Lancet 2024) hat drei Vorgehensweisen verglichen. Geprüft wurden der Zeitraffer mit Auswahl anhand der Aufnahmen, die ungestörte Kultivierung ohne diese Auswahl und die herkömmliche Kultivierung. Die Lebendgeburtenraten unterschieden sich nicht bedeutsam voneinander. Wir setzen den Timelapse-Inkubator deshalb für die ungestörte Kultivierung und die Dokumentation ein, nicht als Versprechen auf eine höhere Erfolgsrate.
Nein. Die Beurteilung und die Auswahl trifft unser Embryologen-Team. Software kann Time-Lapse-Aufnahmen auswerten und die Beurteilung vereinheitlichen, die Entscheidung bleibt beim Behandlungsteam. Ob eine computergestützte Auswahl zu mehr Schwangerschaften führt, ist nicht nachgewiesen (Illingworth und Kollegen, Nature Medicine 2024).
Der Timelapse-Inkubator ist eine zusätzliche Laborleistung und wird gesondert verrechnet. Die Förderung des IVF-Fonds bezieht sich auf die IVF- oder ICSI-Behandlung selbst. Welche Leistungen in Ihrem Fall anfallen und was davon gefördert wird, steht in dem Kostenplan, den Sie vor Behandlungsbeginn erhalten. Was eine Behandlung kostet, steht auf unserer Kostenseite, den Förderrahmen erklärt die Seite zum IVF-Fonds.
Warum wir Embryonen bis zum fünften oder sechsten Tag kultivieren und was das für die Auswahl bedeutet.
WeiterführendWas eine Behandlung kostet und wann der IVF-Fonds einen Teil übernimmt.
Alle Rechner und Selbsttests der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik, vom Fonds-Check bis zum IVF-Erfolgsrechner, finden Sie im Überblick. Wie hoch Ihre Aussichten bei einer IVF sind, schätzt der IVF-Erfolgsrechner aus Alter und Befund.
Im Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels besprechen wir Ihre Befunde und erklären Ihnen, wie wir Embryonen kultivieren und beurteilen.
Sie sind unsicher, ob ein Erstgespräch schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: ein Anruf, ohne Verpflichtung. Lieber gleich sprechen? Rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.