Überstimulation (OHSS) bei IVF: Symptome erkennen, Risiko vermeiden
Wie wahrscheinlich ist eine Überstimulation bei der IVF, und was schützt davor?
Bei einer IVF regen Hormone die Eierstöcke an, mehrere Eizellen gleichzeitig reifen zu lassen. Reagieren sie zu stark darauf, spricht man vom ovariellen Hyperstimulationssyndrom, kurz OHSS. Ein leichtes Ziehen und ein Spannungsgefühl nach der Entnahme der Eizellen sind erwartbar. Zunehmende Beschwerden sind dagegen ein Warnzeichen und gehören abgeklärt. Schwere Verläufe sind durch die heutigen Behandlungspläne selten geworden. Woran Sie die drei Schweregrade unterscheiden und wann Sie sofort anrufen sollten, steht weiter unten.

Was ist OHSS?
- 1Die Eierstöcke werden größermanchmal auf die Größe einer Orange
- 2Die Blutgefäße werden durchlässigerFlüssigkeit tritt aus und sammelt sich im Bauchraum
- 3Der Bauch wird dickerÜbelkeit, Atemnot und Schmerzen können dazukommen
- 4Selten: das Blut dickt eindann steigt das Risiko für Blutgerinnsel
Bei einer IVF-Behandlung werden die Eierstöcke mit Hormonen angeregt, mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen zu lassen. Manchmal reagieren die Eierstöcke zu stark auf diese Hormone. Das nennt man ovarielles Hyperstimulationssyndrom, kurz OHSS.
1. Die Eierstöcke werden deutlich größer als normal (manchmal auf die Größe einer Orange).
2. Die Blutgefäße in den Eierstöcken werden durchlässiger. Flüssigkeit tritt aus und sammelt sich im Bauchraum.
3. Dadurch wird der Bauch dicker, es kann zu Übelkeit, Atemnot und Schmerzen kommen.
4. In seltenen schweren Fällen kann das Blut eindicken, was das Risiko für Blutgerinnsel erhöht.
Ein Ziehen im Unterbauch und leichte Blähungen nach der Punktion sind erwartbare Folgen des Eingriffs. Sie sind nicht automatisch ein mildes OHSS. Entscheidend ist die Richtung: Beschwerden, die von Tag zu Tag zunehmen, gehören abgeklärt, auch wenn sie für sich genommen mild wirken.
Symptome erkennen: Leicht, mittel oder schwer?
OHSS wird in drei Schweregrade eingeteilt. Je früher man es erkennt, desto besser kann man reagieren.
Leicht: bis zu 30 von 100 Stimulationen
Aufgeblähter Bauch, ein leichtes Spannungsgefühl, milde Übelkeit, manchmal weicher Stuhl. Die Eierstöcke sind auf bis zu 8 cm vergrößert.
Was zu tun ist: meist nichts. Die Beschwerden gehen nach wenigen Tagen von allein zurück.
Mittelschwer: 3 bis 6 von 100
Der Bauch ist deutlich aufgebläht, Übelkeit und Erbrechen kommen dazu. Die Waage zeigt über ein Kilo Zunahme pro Tag, im Ultraschall ist Flüssigkeit im Bauchraum zu sehen, die Eierstöcke messen 8 bis 12 cm.
Was zu tun ist: Melden Sie sich bei uns. Sie werden engmaschig kontrolliert, meist ambulant.
Schwer: weniger als 2 von 100
Starke Bauchschmerzen, Atemnot durch Flüssigkeit um die Lunge, deutlich weniger Urin als sonst, starke Gewichtszunahme. Die Eierstöcke sind über 12 cm groß, das Blut dickt ein und das Thromboserisiko steigt.
Was zu tun ist: sofort ärztliche Hilfe. Rufen Sie uns an oder fahren Sie in die nächste Notaufnahme; eine stationäre Aufnahme kann nötig werden.
Früh oder spät: wann OHSS auftritt
Neben dem Schweregrad ist der Zeitpunkt wichtig, denn dahinter stecken zwei verschiedene Ursachen.
Frühes OHSS beginnt etwa drei bis sieben Tage nach der Auslösespritze. Es ist die Reaktion auf das Hormon, mit dem die Eizellreifung ausgelöst wurde. Diese Form klingt in der Regel ab, sobald die Wirkung des Medikaments nachlässt.
Spätes OHSS beginnt frühestens etwa zehn Tage nach der Auslösespritze. Dann, wenn sich ein Embryo eingenistet hat und der Körper selbst hCG zu bilden beginnt. Weil dieses Hormon in den ersten Schwangerschaftswochen weiter ansteigt, dauert diese Form länger und verläuft häufiger schwer.
Beschwerden, die erst nach einem positiven Schwangerschaftstest beginnen (ein zunehmend praller Bauch, Gewichtszunahme, Übelkeit), sind kein normales Schwangerschaftszeichen. Melden Sie sich in diesem Fall bei uns, auch wenn Sie die Entnahme der Eizellen gut überstanden haben.
Rufen Sie uns an unter +43 7242 22 44 66 oder fahren Sie in die nächste Notaufnahme, wenn nach der Entnahme der Eizellen folgende Beschwerden auftreten: starke Bauchschmerzen, Atemnot, Erbrechen, Gewichtszunahme über 1 kg pro Tag, oder wenn Sie weniger Urin ausscheiden als sonst.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für OHSS?
- Alter unter 35 Jahren
- PCOS
- AMH über 3,5 ng/ml
- niedriges Körpergewicht
- OHSS bei einer früheren Behandlung
- mehr als 15 bis 20 reifende Eibläschen
- Estradiol über 3.000 bis 4.000 pg/ml
- schnelleres Ansprechen als erwartet
- mehr als 15 bis 20 gewonnene Eizellen
Nicht jede Frau hat das gleiche OHSS-Risiko. Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit:
Risikofaktoren vor der Behandlung
- Junges Alter: unter 35 Jahre. Jüngere Eierstöcke reagieren stärker
- PCOS: Polyzystisches Ovarialsyndrom. Viele Eibläschen = stärkere Reaktion
- Hoher AMH-Wert: über 3,5 ng/ml. Spricht für viele heranreifende Eibläschen
- Niedriges Körpergewicht: gleiche Hormondosis wirkt bei leichteren Frauen stärker
- OHSS in der Vergangenheit: wer es einmal hatte, hat ein höheres Risiko beim nächsten Mal
Warnsignale während der Stimulation
- Viele Eibläschen: mehr als 15–20 reifende Follikel im Ultraschall
- Hoher Östrogenspiegel: Estradiol über 3.000–4.000 pg/ml
- Schnelles Ansprechen: auf die Hormone, schneller als erwartet viele Eibläschen
- Viele gewonnene Eizellen: mehr als 15–20 Eizellen bei der Punktion
OHSS-Häufigkeit heute
Dank der Protokolle, die im nächsten Abschnitt beschrieben sind, ist schweres OHSS selten geworden. Die Angaben schwanken je nach untersuchter Gruppe. Und danach, wie streng man abgrenzt. Für schwere Verläufe liegen sie zwischen unter einem und wenigen Prozent der stimulierten Zyklen. Die höheren Zahlen, die man mitunter liest, stammen aus Auswertungen von Hochrisikogruppen (also Patientinnen mit PCOS oder besonders starker ovarieller Reaktion) und nicht aus dem Durchschnitt aller Behandlungen.
Moderne Vorbeugung: So lässt sich OHSS heute vermeiden
- 1Risiko vorher einschätzenAMH-Wert, Zahl der Eibläschen, frühere Verläufe
- 2Antagonisten-Protokolllässt sich jederzeit anhalten
- 3Dosis anpassenso viel wie nötig, so wenig wie möglich
- 4Auslösung umstellenstatt hCG ein anderer Wirkstoff, wenn das Risiko hoch ist
- 5Alles einfrierenÜbertragung erst in einem späteren Zyklus
In den letzten Jahren hat sich die IVF-Medizin enorm weiterentwickelt. Es gibt heute mehrere wirksame Strategien, um OHSS zu verhindern:
Angepasste Hormondosis
Die Stimulation beginnt mit einer niedrigen Dosis, die individuell an Alter, Gewicht und Vorrat an Eizellen (AMH-Wert) angepasst wird. Bei Hochrisiko-Patientinnen starten wir besonders vorsichtig.
Weniger ist oft mehr: Eine sanftere Stimulation bringt zwar etwas weniger Eizellen, dafür aber ein deutlich geringeres OHSS-Risiko.
Der Behandlungsplan mit Gegenspieler-Medikament
Während der Hormonbehandlung reifen mehrere Eibläschen heran. Damit keines davon zu früh springt, bekommen Sie ab etwa der Zyklusmitte ein zweites Medikament. Es blockiert das körpereigene Signal für den Eisprung, deshalb heißt es Gegenspieler, in der Fachsprache Antagonist.
Der eigentliche Vorteil liegt woanders: Nur mit diesem Plan ist die schonende Auslösespritze möglich, um die es im nächsten Punkt geht. Bei erhöhtem Risiko ist er deshalb heute die Regel.
Die schonende Auslösespritze
Damit die Eizellen zum richtigen Zeitpunkt reif sind, bekommen Sie kurz vor der Entnahme eine letzte Spritze. Diesen Anstoß nennen wir Auslösespritze.
Üblicherweise steckt darin das Schwangerschaftshormon hCG. Es wirkt zuverlässig, aber lange: Es hält die Eierstöcke über Tage in Betrieb. Genau das ist die Hauptursache von OHSS.
Es geht auch anders. Eine andere Spritze bringt den Körper dazu, das Signal selbst zu geben. Dieses Signal ist nach Stunden vorbei statt nach Tagen. Die Eizellen reifen genauso gut, aber die Eierstöcke kommen schneller zur Ruhe. In der Klinik heißt dieser Weg Agonist-Trigger.
Bei Frauen mit erhöhtem Risiko sind schwere Verläufe damit zur Ausnahme geworden. Das ist der wichtigste Fortschritt der letzten fünfzehn Jahre. Ganz ausgeschlossen ist OHSS aber nicht: Wird gleich im selben Zyklus ein Embryo übertragen und entsteht eine Schwangerschaft, bildet der Körper selbst hCG. Dann können die Beschwerden verspätet doch noch kommen.
Nach dieser Spritze arbeitet der Gelbkörper schwächer als sonst. Der Gelbkörper ist das, was nach dem Eisprung aus dem Eibläschen entsteht; er hält die Schleimhaut der Gebärmutter bereit. Deshalb gehört zu dieser Auslösung entweder eine zusätzliche Unterstützung mit Hormonen oder, sicherer, das Einfrieren aller Embryonen aus dem nächsten Punkt.
Möglich ist das nur mit dem Behandlungsplan aus Punkt 02. Bei der langen Variante, bei der die Hormone zunächst heruntergefahren werden, geht es nicht.
Alle Embryonen einfrieren
Normalerweise wird wenige Tage nach der Entnahme ein Embryo in die Gebärmutter übertragen. Bei erhöhtem Risiko lässt man das bewusst aus: Alle Embryonen werden eingefroren, die Übertragung folgt in einem späteren Zyklus, wenn der Körper zur Ruhe gekommen ist.
Der Grund ist derselbe wie oben. Entsteht eine Schwangerschaft, bildet der Körper hCG, und dieses Hormon verschlimmert ein OHSS. Ohne Übertragung im selben Zyklus entsteht kein hCG, und die Beschwerden klingen ab, statt zuzunehmen.
Beides zusammen, die schonende Auslösespritze und das Einfrieren, ist bei hohem Risiko der sicherste Weg. In der Fachsprache heißt dieses Vorgehen Freeze-All.
Engmaschiges Monitoring
Regelmäßige Ultraschallkontrollen und Hormonbestimmungen während der Stimulation. Wenn sich ein Überreagieren abzeichnet, kann die Hormondosis rechtzeitig gesenkt oder der Zyklus angepasst werden.
Cabergolin: die medikamentöse Ergänzung
Cabergolin ist ein Medikament, das die Durchlässigkeit der Blutgefäße dämpft, also genau den Vorgang, der die Flüssigkeit in den Bauchraum treten lässt. Es wird bei erhöhtem Risiko rund um die Entnahme der Eizellen für einige Tage als Tablette eingenommen.
Eine Zusammenfassung von 22 Studien mit über 3.000 Frauen zeigt: Mittel wie Cabergolin machen mittelschwere und schwere Verläufe deutlich seltener. Die Aussagekraft der Daten wird darin als mittel eingestuft (Quelle 07).
Wichtig zur Einordnung: Cabergolin ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Die Wahl des Protokolls, der Trigger und die Entscheidung für Freeze-All wirken stärker.
Behandlung: Was tun bei OHSS?
Leichte bis mittlere OHSS
- Trinken nach Durst: Trinken Sie so viel, dass Sie keinen Durst haben, aber zwingen Sie sich nicht zu großen Mengen. Bei OHSS verschiebt sich Flüssigkeit aus den Gefäßen in den Bauchraum; übermäßiges Trinken hilft dagegen nicht. Wenn Sie erbrechen, deutlich weniger Urin haben oder rasch an Gewicht zunehmen, melden Sie sich sofort. Dann gehört der Flüssigkeitshaushalt ärztlich beurteilt.
- Normal und ausgewogen essen: Spezielle eiweißreiche Diäten haben keinen belegten Behandlungseffekt und ersetzen keine Kontrolle.
- Leichte Schmerzmittel: Paracetamol ist geeignet. Meiden Sie Ibuprofen und ähnliche Entzündungshemmer, sie können die Nierenfunktion belasten. Wenn Ihnen niedrig dosiertes Aspirin ärztlich verordnet wurde, setzen Sie es nicht eigenmächtig ab, sondern fragen Sie uns.
- Körperliche Schonung: keine anstrengende Bewegung, aber nicht komplett liegen
- Tägliches Wiegen: Gewichtszunahme über 1 kg/Tag → Arzt kontaktieren
Schwere OHSS
- Stationäre Aufnahme: Überwachung von Flüssigkeitshaushalt und Blutwerten
- Infusionen: um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen
- Albumin-Gabe: in einzelnen Fällen, wenn der Eiweißgehalt im Blut stark abgefallen ist. Die Wirkung ist umstritten und gehört nicht zur Routine
- Thromboseprophylaxe: Heparinspritzen zum Schutz vor Blutgerinnseln
- Bauchpunktion: bei starker Flüssigkeitsansammlung, bringt schnelle Erleichterung
Leichte OHSS-Beschwerden klingen meist innerhalb von 7–10 Tagen ab. Bei schweren Verläufen kann es 2–3 Wochen dauern. Wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, kann sich die Erholung verzögern, weil das Schwangerschaftshormon hCG die Eierstöcke weiter stimuliert.
Unser Ansatz: OHSS-Vermeidung in der KWK Pavlik
In unserer Klinik hat die Sicherheit unserer Patientinnen oberste Priorität. Deshalb setzen wir auf ein mehrstufiges Schutzkonzept:
- Individuelle Risikobewertung vor jeder Stimulation: AMH-Wert, Alter, BMI, Anzahl der Follikel im Ultraschall und frühere Reaktionen fließen in die Protokollwahl ein.
- Niedrige Startdosis bei Hochrisiko-Patientinnen: Wir beginnen vorsichtig und steigern die Dosis nur bei Bedarf. Lieber etwas langsamer stimulieren als zu schnell zu viele Eibläschen.
- Antagonisten-Protokoll + GnRH-Agonist-Trigger: Bei erhöhtem OHSS-Risiko verwenden wir den Agonist-Trigger statt hCG. Das Verfahren, das in den Studien die Rate schwerer Verläufe am deutlichsten senkt.
- Freeze-All bei Bedarf: Wenn sich während der Stimulation ein hohes Risiko abzeichnet, empfehlen wir, alle Embryonen einzufrieren und den Transfer auf einen späteren, sicheren Zeitpunkt zu verschieben.
- Erreichbarkeit nach der Punktion: Unsere Patientinnen können uns nach der Entnahme der Eizellen jederzeit telefonisch erreichen. Bei Bedenken lieber einmal zu oft anrufen als zu wenig.
Nicht die maximale Anzahl an Eizellen, sondern die optimale Balance zwischen guter Eizellausbeute und geringstmöglichem Risiko. Qualität und Sicherheit gehen vor Quantität.
Häufig gestellte Fragen
Wie häufig ist OHSS?
Ein Spannungsgefühl im Bauch nach der Entnahme der Eizellen ist häufig und noch kein OHSS. Wie oft ein mildes OHSS auftritt, hängt stark davon ab, wo man die Grenze zieht; genannt werden bis zu 30 von 100 Stimulationen. Mittelschwere Formen sind deutlich seltener, etwa 3 bis 6 von 100 Patientinnen. Schwere Verläufe sind dank moderner Protokolle sehr selten geworden (unter 1–2 %).
Kann man OHSS verhindern?
Weitgehend ja. Die Kombination aus angepasster Hormondosis, Antagonisten-Protokoll, GnRH-Agonist-Trigger und Freeze-All bei Bedarf hat das Risiko für schweres OHSS drastisch gesenkt. Eine 100%ige Garantie gibt es nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist heute sehr gering.
Beeinflusst OHSS die Chancen auf eine Schwangerschaft?
Ein OHSS bedeutet nicht automatisch eine schlechtere Aussicht auf ein Kind. Es ist aber eine Komplikation, und eine starke ovarielle Reaktion ist für sich genommen kein gutes Zeichen. Sie bedeutet zunächst nur, dass viele Eibläschen herangereift sind. Wird wegen des Risikos alles eingefroren, findet die Übertragung in einem ruhigen Zyklus statt. Bei starker Reaktion ist das nach den vorliegenden Studien mindestens gleichwertig, teils besser. Für Frauen mit normaler ovarieller Reaktion gilt dieser Vorteil nicht, dort sind frischer und gefrorener Transfer gleichwertig.
Was ist der GnRH-Agonist-Trigger?
Das ist eine alternative Methode, um die letzte Reifung der Eizellen auszulösen. Statt des üblichen hCG-Hormons (das die Eierstöcke stark und lang stimuliert) wird ein sogenannter GnRH-Agonist gegeben. Dieser wirkt kürzer und schonender und senkt das OHSS-Risiko massiv. Voraussetzung ist ein Antagonisten-Protokoll.
Was ist Freeze-All?
Bei Freeze-All werden alle befruchteten Eizellen (Embryonen) eingefroren und nicht sofort übertragen. Der Übertragung des Embryos erfolgt erst in einem späteren Zyklus, wenn der Körper sich erholt hat. Das verhindert, dass eine frühe Schwangerschaft die OHSS-Beschwerden verschlimmert.
Ist OHSS gefährlich?
In schweren Fällen kann OHSS ernst werden, vor allem durch Blutgerinnsel und starken Flüssigkeitsverlust. Lebensbedrohliche Verläufe sind aber extrem selten. Mit modernen Protokollen (Agonist-Trigger, Freeze-All) lässt sich das Risiko für ein schweres OHSS sehr stark senken. Ganz ausschließen lässt es sich nicht: Einzelne Fälle sind auch unter diesen Protokollen beschrieben.
Kann OHSS auch beim zweiten IVF-Versuch auftreten?
Ja, wer einmal ein OHSS hatte, hat beim nächsten Versuch ein erhöhtes Risiko. Deshalb wird das Protokoll dann entsprechend angepasst: niedrigere Dosis, Antagonisten-Protokoll mit Agonist-Trigger und bei Bedarf Freeze-All. In den meisten Fällen kann ein erneutes OHSS so erfolgreich verhindert werden.
Quellen zum Nachlesen
- 01ESHRE Guideline Group on Ovarian Stimulation: ESHRE guideline: ovarian stimulation for IVF/ICSI, an update in 2025. Human Reproduction 2026;41(4):498–514. doi.org/10.1093/humrep/deag018
- 02Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine: Prevention of moderate and severe ovarian hyperstimulation syndrome: a guideline. Fertility and Sterility 2024;121(2):230–245. doi.org/10.1016/j.fertnstert.2023.11.013
- 03Royal College of Obstetricians and Gynaecologists: The Management of Ovarian Hyperstimulation Syndrome. Green-top Guideline No. 5, 2016 – Grundlage der hier verwendeten Einteilung in Schweregrade.
- 04Devroey P, Polyzos NP, Blockeel C: An OHSS-Free Clinic by segmentation of IVF treatment. Human Reproduction 2011;26(10):2593–2597. doi.org/10.1093/humrep/der251
- 05Humaidan P, Kol S, Papanikolaou EG: GnRH agonist for triggering of final oocyte maturation: time for a change of practice? Human Reproduction Update 2011;17(4):510–524. doi.org/10.1093/humupd/dmr008
- 06Youssef MAFM, van der Veen F, Al-Inany HG et al.: Gonadotropin-releasing hormone agonist versus HCG for oocyte triggering in antagonist-assisted reproductive technology. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014;(10):CD008046. doi.org/10.1002/14651858.CD008046.pub4
- 07Tang H, Mourad SM, Wang A, Zhai SD, Hart RJ: Dopamine agonists for preventing ovarian hyperstimulation syndrome. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021;4(4):CD008605. doi.org/10.1002/14651858.CD008605.pub4
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