
Was sagt der FSH-Wert über die Eierstöcke aus?
FSH ist das Hormon aus der Hirnanhangsdrüse, das die Eibläschen im Eierstock zum Wachsen bringt. Ein hoher Wert zu Zyklusbeginn zeigt, dass die Eierstöcke mehr Antrieb brauchen. Was das für Ihre Situation bedeutet, entscheidet sich erst zusammen mit dem AMH-Wert und dem Ultraschall.
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FSH ist das follikelstimulierende Hormon. Es entsteht in der Hirnanhangsdrüse und wirkt auf die Eierstöcke.
Der Name sagt, was es tut: Es stimuliert die Follikel, also die Eibläschen, in denen die Eizellen heranreifen. Gebildet wird FSH aber nicht im Eierstock, sondern im Gehirn. Der Wert im Blut beschreibt deshalb nicht den Eierstock selbst, sondern das Signal, das er bekommt.
Im Laborbefund steht FSH meist neben LH und Östradiol. Diese Werte gehören zusammen, weil sie dieselbe Steuerung aus verschiedenen Richtungen zeigen.
FSH ist zu Zyklusbeginn am wichtigsten. Dort entscheidet es mit, wie viele Eibläschen in Gang kommen.
Der Anstieg beginnt schon gegen Ende des vorangehenden Zyklus, sodass FSH zu Beginn der Blutung bereits erhöht ist. Er bringt eine Gruppe von Eibläschen zum Wachsen. Die wachsenden Eibläschen bilden ihrerseits Östradiol. Dieses Östradiol meldet dem Gehirn zurück, dass genug Antrieb da ist, woraufhin FSH über die Follikelphase wieder sinkt. Meist setzt sich am Ende ein einzelnes Eibläschen durch.
Aus dieser Rückkopplung folgt die zweite Aussage des Werts. Reagieren die Eierstöcke schwächer, bildet die Hirnanhangsdrüse mehr FSH, um sie stärker zu stimulieren. Ein hoher Wert ist also kein eigenes Ereignis, sondern eine Antwort.
Zum Eisprung steigt FSH kurz noch einmal deutlich an, gemeinsam mit dem LH-Anstieg. In der zweiten Zyklushälfte liegt der Wert dann am niedrigsten, bis er gegen Zyklusende erneut zu steigen beginnt. Deshalb ist FSH kein Wert, den man irgendwann abnimmt.
Ein erhöhter FSH-Wert in der frühen Follikelphase kann auf eine eingeschränkte Eizellreserve hinweisen. Beurteilt wird er nie allein.
Wir bestimmen FSH, LH und Östradiol meist am zweiten bis fünften Zyklustag. Außerhalb dieses Fensters ist derselbe Zahlenwert anders zu lesen, weil die Hormone im Zyklusverlauf stark schwanken. Ein Wert ohne Angabe des Zyklustags lässt sich nicht einordnen.
Hinzu kommt, dass FSH von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich ausfallen kann. Deshalb betrachten wir in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels den Wert zusammen mit dem AMH-Wert, der Zahl der sichtbaren Eibläschen im Ultraschall und Ihrem Alter. Erst dieses Bild trägt eine Entscheidung. Eine einzelne erhöhte Zahl führt bei uns nicht zu einer Diagnose, sondern zuerst zu der Frage, ob der Messzeitpunkt passte.
Die Zahlenbereiche und die Einordnung nach Zyklusphase führt der Hormonwert-Interpreter. Er nennt zu jedem Wert die passende Spanne, damit diese Angaben an genau einer Stelle stehen.
Sie haben einen Hormonbefund vor sich und wollen ihn einordnen?
Zum Hormonwert-InterpreterZuerst wird geprüft, an welchem Zyklustag die Blutprobe abgenommen wurde.
Passte der Zeitpunkt nicht, ist eine richtig terminierte Wiederholung aussagekräftiger als der vorliegende Wert. Passte er, ordnen wir FSH gemeinsam mit den übrigen Befunden ein und besprechen, was daraus für die Planung folgt.
Ordnet Ihre Laborwerte nach Zyklusphase ein und nennt die zugehörigen Spannen.
UntersuchungWelche Hormonwerte bestimmt werden und wie der Termin abläuft.
EinordnungDer zweite Wert zur Eizellreserve und was er im Unterschied zu FSH zeigt.
Die meisten Rückfragen betreffen den Messzeitpunkt und das Verhältnis zum AMH-Wert.
In der frühen Follikelphase kann er darauf hinweisen, dass die Eierstöcke mehr Antrieb brauchen. Die Hirnanhangsdrüse bildet dann mehr FSH. Beurteilt wird der Wert gemeinsam mit dem AMH-Wert und dem Ultraschall, nicht für sich.
Für die Basisdiagnostik meist am zweiten bis fünften Zyklustag. In dieser Phase ist ablesbar, wie viel Antrieb die Eierstöcke gerade brauchen. Zu einem anderen Zeitpunkt sagt dieselbe Zahl etwas anderes.
FSH ist das Signal aus dem Gehirn an die Eierstöcke. AMH stammt aus den kleinen heranreifenden Eibläschen selbst. FSH ist deshalb an den Zyklustag gebunden, AMH weitgehend nicht. Beide Werte beantworten dieselbe Frage von zwei Seiten.
Ja, wenn die Samenbildung abgeklärt wird. Welche Werte dabei zusammengehören, klären wir im Zuge der Hormonanalyse.

Im Erstgespräch sehen wir uns FSH zusammen mit Ihren übrigen Werten und dem Ultraschall an.