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29. Juli 2025

Kinderwunsch bei Brustkrebs: Fruchtbarkeit erhalten
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Ratgeber

Kinderwunsch bei Brustkrebs: Fruchtbarkeit erhalten

Lässt sich bei Brustkrebs die Fruchtbarkeit erhalten, ohne die Therapie zu gefährden?

Eine Stimulation zum Eizellgewinn lässt sich bei hormonempfindlichem Brustkrebs mit Letrozol begleiten, das die Östrogenwerte niedrig hält. Der Fertilitätserhalt findet vor der Krebstherapie statt und verzögert sie in der Regel nur um wenige Wochen. Was dabei zu bedenken ist, steht weiter unten.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Abbildung 1
Fruchtbarkeit erhalten vor der Krebstherapie
  1. 1
    Diagnose
    Gespräch über den Kinderwunsch, so früh wie möglich
  2. 2
    Überweisung
    in die Kinderwunschklinik, meist binnen Tagen
  3. 3
    Hormonbehandlung
    10 bis 14 Tage, mit Letrozol zum Schutz
  4. 4
    Entnahme und Einfrieren
    Eizellen oder Embryonen
  5. 5
    Krebsbehandlung
    beginnt ohne nennenswerte Verzögerung
Quelle Ablauf in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik, in Abstimmung mit der behandelnden Onkologie
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Biologische Sicherheit

Moderne Bei der Stimulation wird zusätzlich Letrozol gegeben, das den Östrogenspiegel niedrig hält. Nach heutigem Kenntnisstand steigt dadurch das Rückfallrisiko nicht. Die vorliegenden Untersuchungen sind allerdings klein und die Beobachtungszeiträume kurz.

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Realistische Hoffnung

Der Kinderwunsch muss kein Traum bleiben. Dank fortschrittlicher Medizin wird die Gründung einer Familie nach dem Krebs zu einer greifbaren Option.

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Umfassende Beratung

Ein frühzeitiges Gespräch mit Onkologen und Fertilitätsexperten ist der Schlüssel, um informierte Entscheidungen für die eigene Zukunft zu treffen.

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Warum der Kinderwunsch bei Brustkrebs so viel bedeutet

Eine Krebsdiagnose stellt alles auf einmal infrage. Gerade dann wird für viele Frauen der Wunsch, ein Kind zu bekommen, wird zur wichtigen Quelle der Hoffnung. Für viele junge Frauen ist der Wunsch nach einem Kind nicht einfach ein Wunsch, sondern Teil ihrer Identität und Zukunft. Eine Krebserkrankung kann dieses Lebensbild erschüttern, doch sie muss diesen Traum nicht zerbrechen. Vielmehr gibt das Ziel, eine Familie zu gründen, vielen Betroffenen die Kraft, den oft langen und anstrengenden Weg der Therapie zu gehen. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Krankheit selbst zu behandeln, sondern auch die Lebensqualität und Zukunftsperspektiven im Blick zu behalten, denn Heilung allein reicht nicht immer aus. Das Recht auf den Wunsch nach Kindern verdient Raum und Respekt, besonders in einer so sensiblen Zeit.

Es gibt eine Vielzahl von Ängsten, und entscheidend ist, sie offen auszusprechen und ernst zu nehmen. Junge Frauen sorgen sich nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um ihre biologische Fähigkeit, später schwanger zu werden. Chemotherapie, Bestrahlungen und Hormontherapien können die Eierstöcke schädigen und die Fruchtbarkeit mindern oder sogar zerstören. Diese Ungewissheit wiegt emotional oft schwer und verstärkt den Stress der Erkrankung. Der rechtzeitige Kontakt zu Fruchtbarkeitsspezialisten eröffnet oft Möglichkeiten, den Kinderwunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

03

Schadet die Hormonbehandlung dem Tumor?

Abbildung 2
Was die Untersuchung geprüft hat
Was untersucht wurde
  • Zellteilung im Tumorgewebe
  • Immunzellen im Tumor
  • Molekulares Profil des Tumors
Was sich zeigte
  • Keine bedeutsame Veränderung
  • Kein Hinweis auf schnelleres Wachstum
  • Vorläufige Ergebnisse, kleine Gruppe
Quelle Barral Y et al., Abstract O-260, ESHRE 2025. Vorgestellt auf dem Kongress, noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen.

Zur Sicherheit: bisher kein Hinweis auf Schaden, Langzeitdaten begrenzt

Eine entscheidende Frage für viele Frauen ist: Schadet die hormonelle Behandlung zur Fruchtbarkeitserhaltung meiner Krebserkrankung? Die bisherigen Daten sprechen dafür, dass das nicht der Fall ist. Eine Untersuchung zeigte, dass eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke in Kombination mit dem Medikament Letrozol keine negativen Effekte auf das Tumorverhalten hatte.

Weder im Ki67-Proliferationsindex (ein Marker für Zellteilung) noch bei den Immunzellen im Tumorgewebe oder den molekularen Tumorprofilen fanden sich signifikante Veränderungen. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keinen Hinweis auf ein erhöhtes Rückfallrisiko; die Langzeitdaten sind begrenzt, und aus einer kleinen Auswertung mit Surrogatmarkern lässt sich Sicherheit nicht endgültig ableiten.

Abbildung 3
Quelle Barral Y et al., Abstract O-260, ESHRE 2025
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Letrozol & Zukunft

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Warum Letrozol ein Schlüsselmedikament ist

Dieses Medikament wirkt als Aromatasehemmer und senkt die körpereigene Produktion von Östrogen drastisch. So verhindert es, dass die beim Stimulationsprozess steigenden Hormonspiegel den Tumor zusätzlich anregen könnten. Die Kombination von Gonadotropin-Stimulation und Letrozol gewährleistet somit eine sanfte und zugleich effektive Fruchtbarkeitserhaltung, die Rücksicht auf die Tumorerkrankung nimmt.

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Hoffnungsschimmer am Horizont: Was die Zukunft bringt

Die komplexe Thematik des Fertilitätserhalts bei Brustkrebs entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neben immer feineren Stimulationstechniken rücken personalisierte Behandlungspläne und neue Einfrierensmethoden zunehmend in den Fokus. Für Sie heißt das: mehr Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit langfristig zu sichern, ohne Kompromisse bei der Krebsbehandlung eingehen zu müssen.

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Mehr als Überleben: die Zeit danach

Der Erhalt der Fruchtbarkeit gehört zur Behandlungsplanung dazu. Die bisherigen Auswertungen zeigen bei einer Stimulation mit Letrozol kein erhöhtes Rückfallrisiko; endgültig bewiesen ist die Sicherheit nicht. Auf dieser Grundlage lässt sich mit dem behandelnden Team ein Plan festlegen, der die Krebstherapie nicht verzögert und die Fruchtbarkeit trotzdem schützt.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich trotz Brustkrebs noch Mutter werden?

Ja, das ist möglich. Dank moderner Methoden zur Fruchtbarkeitserhaltung (wie der Eizellkonservierung in hormonmodifizierten Zyklen) können Sie Ihre Chancen auf eine spätere Schwangerschaft wahren. Entscheidend ist, dass Sie sich vor Beginn der Krebstherapie an eine spezialisierte Kinderwunschklinik wenden.

Ist eine hormonelle Stimulation bei hormonabhängigem Brustkrebs nicht gefährlich?

Die Sorge ist verständlich. Nach heutigem Kenntnisstand erhöht eine Stimulation mit zusätzlichem Letrozol das Rückfallrisiko nicht: Das Medikament hält den Östrogenspiegel während der Eizellreifung niedrig. Endgültig bewiesen ist die Sicherheit damit nicht, dafür sind die vorliegenden Untersuchungen zu klein. Wir stimmen die Behandlung deshalb immer mit Ihrer Onkologin oder Ihrem Onkologen ab.

Wann sollte ich mich zur Fruchtbarkeitserhaltung beraten lassen?

So früh wie möglich, idealerweise direkt nach der Diagnosestellung, bevor Chemotherapie oder antihormonelle Therapie starten. Denn: Der Zeitrahmen ist oft eng, aber die Einfrieren kann in wenigen Tagen durchgeführt werden. Wir bieten kurzfristige Beratungstermine an.

Welche Optionen habe ich, wenn eine Stimulation nicht mehr möglich ist?

Auch wenn die Eierstockfunktion bereits beeinträchtigt ist, gibt es Alternativen:

  • Einfrieren von Eierstockgewebe
  • Eizellspende, unter den Voraussetzungen des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes

Diese Optionen erfordern individuelle Beratung unter Berücksichtigung medizinischer, rechtlicher und ethischer Aspekte.

Beeinträchtigt eine Brustkrebserkrankung mein ungeborenes Kind später?

Nein. Die Erkrankung selbst hat keinen direkten Einfluss auf die Gesundheit eines später gezeugten Kindes. Die Behandlung kann jedoch die Qualität der Eizellen beeinträchtigen, daher ist es wichtig, gute Zeitpunkte und Methoden für den Kinderwunsch sorgfältig zu wählen. Eine enge Begleitung durch Frauenärzte und Kinderwunscharzt ist hier entscheidend.

Zur Quelle dieses Artikels: Die hier genannten Ergebnisse wurden auf einem Fachkongress vorgestellt und sind noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen. Solche Ergebnisse sind vorläufig: Die Zahlen können sich bis zur endgültigen Veröffentlichung noch ändern. Wir berichten darüber, weil die Fragestellung für Sie wichtig sein kann, und sagen Ihnen dazu, wie belastbar der Stand ist.

Quellen zum Nachlesen
  1. 01Barral Y, Borràs Capó A, Brasó-Maristany F, et al. Impact of fertility preservation protocols on breast cancer gene expression: preliminary results. Abstract O-260. Presented at: 40th Annual Meeting of the European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE); 7–10 July 2025; Paris, France.
Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin — Stand: 14.09.2026
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Wenn der Therapieplan schon steht

Der Fertilitätserhalt muss mit den behandelnden Onkologen abgestimmt werden. Die Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels nimmt diese Termine vorgezogen an und stimmt sich direkt mit der behandelnden Stelle ab.

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Dr. Roman Pavlik – Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin

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