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20. März 2025

Vitamin D und Kinderwunsch
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Vitamin D und Kinderwunsch

Was sagt der Vitamin-D-Wert über die Chance auf eine Schwangerschaft aus?

Vitamin D ist an vielen Vorgängen im Körper beteiligt, auch an Hormonhaushalt und Einnistung. Ein nachgewiesener Mangel sollte vor einer Schwangerschaft ausgeglichen werden. Einen gesicherten Zielwert für die Fruchtbarkeit gibt es dagegen nicht. Und dass eine zusätzliche Gabe bei guter Versorgung die Chance auf ein Kind erhöht, ist bisher nicht belegt. Wo die Studien etwas zeigen und wo nicht, steht weiter unten mit Quelle.

Vitamin D Sonne tanken
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Ab welchem Wert liegt ein Vitamin-D-Mangel vor?

In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik gilt ein 25-OH-Vitamin-D ab 30 ng/ml, das sind 75 nmol/l, als ausreichende Versorgung. Liegt Ihr Wert darunter, gleichen wir ihn vor einer Behandlung aus.

Gemessen wird nicht das Vitamin D selbst, sondern seine Speicherform 25-OH-Vitamin-D. Wir erheben sie gemeinsam mit den übrigen Hormon- und Laborwerten. Der Wert schwankt über das Jahr: Am Ende des Winters liegt er bei den meisten Menschen in unseren Breiten niedriger als im Spätsommer. Ein einzelner Wert im Februar sagt deshalb etwas anderes aus als derselbe Wert im August.

  1. 01Unser Zielwert im Blut: ab 30 ng/ml, das sind 75 nmol/l. Denselben Wert führt auch das Labor, mit dem wir arbeiten.
  2. 02Empfohlene Zufuhr: 20 Mikrogramm täglich, das sind 800 Internationale Einheiten. Dieser Wert gilt in Österreich und ist für den Fall gedacht, dass die Haut kein Vitamin D bildet.7
  3. 03Höchstmenge: 100 Mikrogramm täglich, das sind 4.000 Internationale Einheiten. Das ist eine Sicherheitsgrenze für die dauerhafte Gesamtzufuhr aus allen Quellen, keine Empfehlung und keine Dosierung zur Behandlung eines Mangels.6

Zu diesem Grenzwert gibt es zwei Auffassungen, und das erklärt, warum Sie im Netz unterschiedliche Zahlen finden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit verwendet 20 ng/ml als Bezugswert für die Bevölkerung, um daraus ihre Zufuhrempfehlung abzuleiten. Das ist keine medizinische Mangelgrenze für den Einzelfall und erst recht kein Zielwert für den Kinderwunsch. Endokrinologische Fachgesellschaften setzen 30 ng/ml an. Welcher Bereich als wünschenswert gilt, legen Fachgesellschaften und Labore unterschiedlich fest.

Wir folgen der höheren Grenze, weil unser Labor sie führt und weil wir bei Kinderwunsch lieber einen Wert im sicheren Bereich sehen. Das ist unsere ärztliche Festlegung. Dass das Erreichen dieses Wertes die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, ist damit nicht gesagt.

Dasselbe gilt für die empfohlene Zufuhr. Wir nennen die 800 Internationalen Einheiten der hiesigen Fachgesellschaften. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kommt auf 600, weil sie von der niedrigeren Zielmarke ausgeht. Beide Werte liegen weit unter der Sicherheitsgrenze.

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Was Vitamin D im Körper tut

Vitamin D ist streng genommen kein Vitamin, sondern eine Vorstufe eines Hormons. Der Körper bildet es in der Haut unter Sonnenlicht und wandelt es über Leber und Niere in die wirksame Form um.

Bekannt ist seine Rolle für Knochen und Kalziumhaushalt. Bindungsstellen für Vitamin D finden sich aber auch in Eierstöcken und Gebärmutterschleimhaut. Das ist der Grund, warum ein Zusammenhang mit der Fortpflanzung überhaupt untersucht wird.

Abbildung 1
  1. Sonne über einem Stück Haut
    01Sonnenlicht Die Haut bildet eine Vorstufe, sobald Sonnenlicht auf sie trifft
  2. Schematische Darstellung der Leber
    02Leber Wandelt die Vorstufe in die Speicherform um, die im Labor gemessen wird
  3. Schematische Darstellung der Niere
    03Niere Macht daraus die wirksame Form
  4. Symbol für das wirksame Vitamin D
    04Im Gewebe Bindungsstellen auch in Eierstöcken und Gebärmutterschleimhaut
Vier Stationen bis zur wirksamen Form. Die Haut bildet unter Sonnenlicht nur eine Vorstufe. Erst Leber und Niere machen daraus das, was im Körper wirkt. Gemessen wird im Labor die Speicherform aus der Leber, nicht die wirksame Form selbst.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen zwei Ebenen. Dass ein Gewebe auf einen Stoff reagieren kann, sagt noch nicht, dass eine zusätzliche Gabe dieses Stoffes den Behandlungserfolg verbessert. Das Erste zeigt das Labor, das Zweite müssen Studien an Patientinnen zeigen. Genau hier gehen die Aussagen auseinander, die man zu Vitamin D im Netz findet.

Ähnliches gilt für das Immunsystem. Vitamin D greift in die Steuerung von Entzündung und Immunantwort ein, und die Einnistung eines Embryos ist ein immunologisch anspruchsvoller Vorgang. Ob sich daraus ein Nutzen für die Chance auf ein Kind ergibt, ist damit aber nicht gezeigt.

Zum Weiterlesen

In den Wintermonaten trägt die Eigenproduktion über die Haut in unseren Breiten kaum zur Versorgung bei. Die Europäische Behörde leitet ihre Zufuhrempfehlung deshalb ausdrücklich für den Fall ab, dass die Haut kein Vitamin D bildet.

Warum der Wert im Winter niedriger liegt

Deshalb sagt ein einzelner Messwert ohne die Jahreszeit wenig aus. Derselbe Wert ist im Februar anders zu lesen als im August.

Abbildung 2
Winterhalbjahr Sommerhalbjahr Winterhalbjahr Nahrung und Präparate Bildung in der Haut Ohne Maßstab. Der Verlauf zeigt das Verhältnis, keine Messwerte.
Bildung in der Haut Zufuhr über Nahrung und Präparate
Im Winterhalbjahr trägt die Haut kaum bei. Die Zufuhr über Nahrung und Präparate bleibt dagegen das ganze Jahr gleich. Deshalb fällt der gemessene Wert am Ende des Winters bei den meisten Menschen niedriger aus als im Spätsommer.
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Was die Studien bei Kinderwunsch zeigen

Vitamin D wirkt bei Kinderwunsch nicht überall gleich: Bei PCOS gibt es Hinweise auf einen Nutzen, bei einer IVF ohne Mangel und beim Mann fehlen sie. Gesichert ist keine dieser Aussagen, und das liegt an der Qualität der Studien.

Wir stützen uns hier auf Vergleichsstudien: Eine Gruppe bekommt Vitamin D, eine zweite ein Scheinpräparat, und am Ende wird verglichen. Nur so lässt sich ein Unterschied dem Vitamin D zuschreiben und nicht dem übrigen Lebensstil. Wer die genauen Zahlen nachlesen möchte, findet die Fundstellen am Ende der Seite.

Bei PCOS Hinweise auf einen Nutzen. Mehr Eisprünge, mehr Schwangerschaften, weniger frühe Fehlgeburten. Die Studienqualität schränkt die Aussage ein.
Bei Mangel und IVF Nicht gesichert. Mehr frühe, nur im Labor nachweisbare Schwangerschaften, aber kein gesicherter Unterschied bei den bestätigten.
Bei guter Versorgung Nicht belegt. Eine zusätzliche Gabe erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft nach heutiger Datenlage nicht.
Beim Mann Kein Effekt. Die Spermienwerte verbesserten sich nicht. Für Schwangerschaftsraten reichen die Daten nicht aus.

Bei nachgewiesenem Mangel und IVF

Untersucht wurden Frauen mit nachgewiesenem Mangel, die eine IVF-Behandlung hatten. Fünf Vergleichsstudien wurden zusammengerechnet. Unter Vitamin D fiel häufiger ein Schwangerschaftstest positiv aus. Gemeint ist damit wirklich nur das: ein positiver Test, noch keine im Ultraschall bestätigte Schwangerschaft und erst recht keine Geburt. Die Autoren haben zusätzlich geprüft, ob dafür überhaupt genügend Daten vorliegen, und kamen zu dem Schluss: nein. Es kann auch Zufall gewesen sein.

Bei den bestätigten Schwangerschaften zeigte sich kein Unterschied mehr, ebenso wenig bei Befruchtung, Embryoqualität und Fehlgeburt. Und zu der Frage, auf die es am Ende ankommt, nämlich ob ein Kind geboren wird, reichen die Daten nicht aus.1

Bei PCOS

Hier gibt es die deutlichsten Hinweise. Ausgewertet wurden zwanzig Vergleichsstudien mit rund 2.000 Frauen, die ein polyzystisches Ovarsyndrom haben, kurz PCOS. Unter Vitamin D kam es häufiger zu einem Eisprung und häufiger zu einer Schwangerschaft, und frühe Fehlgeburten traten seltener auf.2

Die Autoren weisen selbst auf Einschränkungen bei der Qualität der eingeschlossenen Studien hin. Wie groß der Effekt wirklich ist, welche Frauen davon profitieren und welche Menge dafür nötig wäre, ist damit offen. Vitamin D ersetzt bei PCOS weder die übliche Abklärung noch eine gezielte Kinderwunschbehandlung.

Bei bereits ausreichender Versorgung

Dass eine zusätzliche Gabe bei guter Versorgung die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, ist nicht belegt. Beobachtungsstudien finden zwar häufiger Schwangerschaften bei Frauen mit höheren Werten.4 Solche Studien vergleichen aber Menschen, die sich auch sonst unterscheiden, etwa in Gewicht, Bewegung im Freien und Ernährung. Genau deshalb fallen die Ergebnisse der Vergleichsstudien schwächer aus, als es die Beobachtungen erwarten ließen.

Beim Mann

Eine große Übersicht zu Nahrungsergänzung bei männlicher Unfruchtbarkeit hat vier Studien zu Vitamin D ausgewertet. Zusammengenommen verbesserten sich die Werte im Spermiogramm nicht: weder Zahl noch Beweglichkeit noch Form. Ob Vitamin D beim Mann die Chance auf eine Schwangerschaft beeinflusst, lässt sich nicht sagen, denn dazu liegen kaum Daten vor .3 Ein Mangel gehört trotzdem ausgeglichen, aus den gleichen allgemeinen Gründen wie bei jedem anderen Menschen auch.

Vitamin D ist nicht der einzige Nährstoff, über den bei Kinderwunsch viel behauptet wird.

Alle Nährstoffe einordnen
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Vitamin D in der Schwangerschaft

Die empfohlene Zufuhr ändert sich in der Schwangerschaft nicht: Sie liegt auch dann bei 20 Mikrogramm täglich, das sind 800 Internationale Einheiten.

Ein festgestellter Mangel sollte behandelt werden, möglichst schon vor einer Schwangerschaft. Das ist der Grund, warum wir den Wert vor einer Behandlung erheben und nicht erst danach. Eine Kinderwunschbehandlung muss deswegen in der Regel nicht warten, bis ein bestimmter Wert erreicht ist. Beides läuft nebeneinander.

Höhere Mengen als die Zufuhrempfehlung gehören in der Schwangerschaft unter ärztliche Führung. Die Höchstmenge von 4.000 Internationalen Einheiten täglich gilt für die Gesamtzufuhr aus allen Quellen, also auch aus einem Kombinationspräparat, das bereits Vitamin D enthält. Wer mehrere Präparate nimmt, überschreitet sie leichter als gedacht.

Bringt Vitamin D in der Schwangerschaft darüber hinaus etwas?

Nach heutiger Datenlage nicht. Untersucht wurde, ob eine Gabe während der Schwangerschaft den Verlauf verbessert: seltener eine Präeklampsie, also Bluthochdruck mit Eiweiß im Urin, seltener ein Schwangerschaftsdiabetes, seltener eine Frühgeburt. Für keinen dieser Punkte ist ein Nutzen gesichert.

Wie es dazu kam, erklärt zugleich, warum Sie im Netz anderes lesen werden. Die Cochrane Collaboration ist ein internationaler Zusammenschluss, der regelmäßig zusammenträgt, was die Studien zu einer medizinischen Frage hergeben. Ihre Übersicht zu Vitamin D in der Schwangerschaft beruhte lange auf dreißig Studien. Bei der Neufassung im Jahr 2024 prüften die Autoren erstmals, ob die Daten dieser Studien überhaupt vertrauenswürdig sind. Zwanzig hielten der Prüfung nicht stand und wurden entfernt. Übrig blieben zehn.8

Mit dieser kleineren Grundlage ließ sich vieles nicht mehr halten, was zuvor als belegt galt. Zur Präeklampsie etwa bleibt eine einzige kleine Studie übrig. Die Autoren stufen die Sicherheit ihrer Aussagen durchgehend als gering bis sehr gering ein.

Viele Ratgeber und auch manche Fachartikel beruhen noch auf der alten, größeren Zusammenstellung und berichten deshalb Vorteile, die sich heute nicht mehr belegen lassen. Für Sie heißt das: Einen nachgewiesenen Mangel gleichen wir aus, dafür gibt es gute Gründe. Eine darüber hinausgehende Wirkung auf den Verlauf der Schwangerschaft sollten Sie davon nicht erwarten.

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Was Sie selbst tun können

Ohne den gemessenen Wert lässt sich nicht sagen, ob eine Ergänzung überhaupt etwas ausgleicht. Ob eine Messung bei Ihnen sinnvoll ist, hängt von Ernährung, Sonnenlicht, Vorerkrankungen und den Präparaten ab, die Sie schon nehmen.

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Den Wert bestimmen lassen

Gemessen wird das 25-OH-Vitamin-D im Blut. In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels beziehen wir ihn in die Laborbeurteilung vor einer Behandlung ein. Das ist unser Vorgehen; eine allgemeine Empfehlung, den Wert bei jedem Kinderwunsch zu bestimmen, lässt sich aus den Studien nicht ableiten.

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Bei nachgewiesenem Mangel ergänzen

Die Menge stimmen wir mit Ihnen ab. Sie hängt vom Ausgangswert ab, nicht von einer allgemeinen Empfehlung. Wenn Sie bereits ein Kombinationspräparat nehmen, bringen Sie die Packung zum Termin mit: Vitamin D ist darin häufig schon enthalten.

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Sonnenlicht nutzen, solange die Jahreszeit es hergibt

Die Bildung in der Haut ist im Sommerhalbjahr die wichtigste Quelle. Im Winter trägt sie in unseren Breiten kaum bei. Das ist kein Aufruf zum Sonnenbad: Der Hautschutz hat Vorrang.

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Über die Ernährung mitnehmen, was geht

Fetter Fisch wie Lachs oder Makrele, Eier und bestimmte Pilze enthalten Vitamin D. Über die Ernährung allein lässt sich ein bestehender Mangel allerdings selten ausgleichen.

Abbildung 3 Vier Schritte: Vitamin-D-Spiegel testen, bei Bedarf ergänzen, Sonnenlicht nutzen, Ernährung anpassen
Die Reihenfolge zählt. Ohne den gemessenen Wert bleibt jede Ergänzung eine Vermutung. Deshalb steht die Messung am Anfang und nicht am Ende.
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Häufige Fragen zu Vitamin D

Ab welchem Wert habe ich einen Vitamin-D-Mangel?

In unserer Klinik gilt ein Wert ab 30 ng/ml, das sind 75 nmol/l, als ausreichende Versorgung. Darunter gleichen wir aus. Sie werden auch die Zahl 20 ng/ml lesen: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit leitet ihre Zufuhrempfehlung aus diesem niedrigeren Wert ab. Wir folgen der höheren Grenze, die auch unser Labor führt.

Erhöht Vitamin D die Chance auf eine Schwangerschaft?

Bei einem nachgewiesenen Mangel ist der Ausgleich sinnvoll. Dass eine zusätzliche Gabe bei bereits guter Versorgung die Chance auf ein Kind erhöht, ließ sich in Vergleichsstudien nicht zeigen. Eine Ausnahme ist das polyzystische Ovarsyndrom: Dort verbesserten sich Eisprungrate und Schwangerschaftsrate.

Verbessert Vitamin D die Erfolgsaussichten einer IVF?

Bei bestehendem Mangel zeigen fünf Vergleichsstudien mehr früh nachweisbare Schwangerschaften. Bei den klinisch bestätigten Schwangerschaften gibt es keinen sicheren Unterschied. Zur Lebendgeburtenrate liegt bisher keine belastbare Auswertung vor.

Senkt Vitamin D das Risiko einer Fehlgeburt?

Für Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom, kurz PCOS, zeigen Vergleichsstudien seltenere frühe Fehlgeburten. Für alle anderen lässt sich diese Aussage nach heutiger Datenlage nicht verallgemeinern. Wenn Sie bereits mehrere Fehlgeburten hatten, gehört das in eine eigene Abklärung und nicht zu einem einzelnen Laborwert.

Wie viel Vitamin D darf ich einnehmen?

In Österreich werden 800 Internationale Einheiten täglich empfohlen, wenn die Haut kein Vitamin D bildet. Die Sicherheitsgrenze liegt bei 4.000 Internationalen Einheiten und gilt für alles zusammen, also auch für den Anteil in einem Kombinationspräparat. Höhere Mengen zum Auffüllen eines Mangels gehören unter ärztliche Führung.

Bringt Vitamin D auch beim Mann etwas?

Für die Spermienwerte nach heutiger Datenlage nicht. In einer Übersicht über Nahrungsergänzung bei männlicher Unfruchtbarkeit betrafen vier Studien Vitamin D. Zusammengenommen verbesserten sich Zahl, Beweglichkeit und Form der Spermien nicht. Für Schwangerschaftsraten reichen die Daten nicht aus. Ein Mangel sollte trotzdem ausgeglichen werden.

Wann sollte ich den Wert messen lassen?

Am besten vor Beginn einer Behandlung, zusammen mit den übrigen Laborwerten. Beachten Sie, dass der Wert jahreszeitlich schwankt: Am Ende des Winters liegt er bei den meisten Menschen niedriger als im Spätsommer.

Quellen und genaue Zahlen zum Nachlesen
  1. 01Zhou X, et al. Effect of Vitamin D Supplementation on In Vitro Fertilization Outcomes: A Trial Sequential Meta-Analysis of 5 Randomized Controlled Trials. Front Endocrinol. 2022;13:852428. Fünf Studien. Chemische Schwangerschaftsrate RR 1,53 (95 % KI 1,06 bis 2,20); klinische Schwangerschaftsrate RR 1,34 (0,81 bis 2,24), nicht signifikant; die sequenzielle Analyse erreicht die nötige Informationsgröße nicht. doi 10.3389/fendo.2022.852428
  2. 02Yang M, et al. Effects of vitamin D supplementation on ovulation and pregnancy in women with polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis. Front Endocrinol. 2023;14:1148556. Zwanzig Studien, 1.961 Frauen. Schwangerschaftsrate RR 1,44 (1,28 bis 1,62); Ovulationsrate RR 1,42 (1,14 bis 1,78); frühe Fehlgeburt RR 0,44 (0,30 bis 0,66); Qualitätsvorbehalt der Autoren. doi 10.3389/fendo.2023.1148556
  3. 03Michaelsen MP, et al. The Effect of Dietary Supplements on Male Infertility in Terms of Pregnancy, Live Birth, and Sperm Parameters: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. 2025;17(10). Fünfzig Studien zu Nahrungsergänzung insgesamt, davon vier zu Vitamin D: keine Verbesserung von Konzentration, Zahl, Motilität oder Morphologie; Evidenzsicherheit niedrig bis sehr niedrig. doi 10.3390/nu17101710
  4. 04Chu J, et al. Vitamin D and assisted reproductive treatment outcome: a systematic review and meta-analysis. Hum Reprod. 2018;33(1):65-80. Metaanalyse von elf Kohortenstudien, also Beobachtungsdaten ohne Vergleichsgruppe nach Zufallsprinzip: Lebendgeburt OR 1,33 (1,08 bis 1,65) bei ausreichender Versorgung. doi 10.1093/humrep/dex326
  5. 05EFSA NDA Panel. Dietary reference values for vitamin D. EFSA Journal. 2016;14(10):4547. Zufuhrempfehlung und Zielwert im Serum. doi 10.2903/j.efsa.2016.4547
  6. 06EFSA NDA Panel. Tolerable upper intake level for vitamin D. EFSA Journal. 2023;21(8):e8145. Höchstmenge. doi 10.2903/j.efsa.2023.8145
  7. 07Deutsche, Österreichische und Schweizerische Gesellschaften für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin D. Schätzwert 20 Mikrogramm täglich bei fehlender Eigenproduktion. Referenzwerte Vitamin D
  8. 08Palacios C, Kostiuk LL, Cuthbert A, Weeks J. Vitamin D supplementation for women during pregnancy. Cochrane Database Syst Rev. 2024;7(7):CD008873. Neufassung nach Prüfung der Vertrauenswürdigkeit: zwanzig von dreißig Studien entfernt, zehn verblieben. Präeklampsie RR 0,53 (0,21 bis 1,33), eine Studie mit 165 Frauen; Frühgeburt RR 0,76 (0,25 bis 2,33); Evidenzsicherheit durchgehend low bis very low. doi 10.1002/14651858.CD008873.pub5
Dr. med. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Roman Pavlik Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels (Oberösterreich) · zuletzt geprüft am 31.08.2026
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Dr. Roman Pavlik – Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin

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