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18. Juli 2025

Prolaktin und Hyaluronsäure beim Kryotransfer: Was eine erste Studie zeigt und warum das noch kein Angebot ist
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Ratgeber

Prolaktin und Hyaluronsäure beim Kryotransfer: Was eine erste Studie zeigt und warum das noch kein Angebot ist

Lassen sich die Aussichten nach einem Kryotransfer gezielt verbessern?

Untersucht wurden zwei Ansätze rund um den Transfer: ein hyaluronsäurehaltiges Medium und die Gabe von Prolaktin. Die Daten stammen aus einzelnen Untersuchungen und betreffen bestimmte Gruppen, nicht alle Paare. Was untersucht wurde, was dabei herauskam und wer davon überhaupt profitieren könnte, steht weiter unten.

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Warum scheitern Übertragung des Embryoss manchmal?

Der Erfolg einer Behandlung hängt entscheidend von einem entscheidenden Moment ab: der Einnistung des Embryos in die Schleimhaut der Gebärmutter. Dieser komplexe Prozess erfordert ein perfektes Zusammenspiel zwischen einem entwicklungsfähigen Embryo und einer aufnahmebereiten Schleimhaut der Gebärmutter. Selbst bei besten Bedingungen gelingt die Einnistung nicht immer. Die Wissenschaft sucht daher kontinuierlich nach Wegen, diesen entscheidenden Schritt zu unterstützen und die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen.

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Was genau wurde untersucht?

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Wie wirkt Prolaktin im Transfermedium?

Eine aktuelle, groß angelegte Studie (ein sogenanntes "randomised controlled trial", kurz RCT) hat eine vielversprechende neue Methode untersucht. Forscher haben die Wirkung einer speziellen Kombination aus zwei Substanzen im Transfermedium getestet: Hyaluronsäure (HA) und Prolaktin (PRL).

  • Hyaluronsäure ist bereits dafür bekannt, die Anhaftung des Embryos zu fördern und wird in vielen Kliniken standardmäßig eingesetzt.
  • Prolaktin ist ein Hormon, das von der Schleimhaut der Gebärmutter selbst produziert wird und eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf die Einnistung spielt. Die Hypothese: Wenn der Embryo schon vor dem Transfer mit Prolaktin in Berührung kommt, haftet er vielleicht besser an der Schleimhaut der Gebärmutter.
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    Was hat die Studie konkret gezeigt?

    Deutlich höhere Zahl der geborenen Kinder

    Die Gruppe, deren Embryonen mit der Kombination aus Hyaluronsäure und Prolaktin (EGP) behandelt wurden, zeigte eine signifikant höhere Zahl der geborenen Kinder. Die Chance auf eine Geburt stieg um rund 8 Prozentpunkte im Vergleich zur alleinigen Verwendung von Hyaluronsäure (EG) oder keiner Behandlung (Kontrolle).

    Abbildung 1
    Quelle Ezoe K et al., randomisierte kontrollierte Studie, ESHRE 2025

    Starke Reduktion früher Verluste

    Noch beeindruckender war der Effekt auf frühe Schwangerschaftsverluste. Die kombinierte Behandlung konnte diese Rate um mehr als die Hälfte reduzieren. Das deutet darauf hin, dass die Methode nicht nur die Einnistung fördert, sondern auch die Stabilität der frühen Schwangerschaft unterstützt.

    Abbildung 2
    Quelle Ezoe K et al., randomisierte kontrollierte Studie, ESHRE 2025
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    Welche Paare profitieren besonders?

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    Jüngere Patientinnen

    Die Studie zeigte den größten Nutzen bei Embryonen von jüngeren Patientinnen, bei denen die Qualität der Eizellen tendenziell höher ist.

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    Gute Embryo-Qualität

    Am stärksten profitierten Embryonen, die am fünften oder sechsten Tag gut aussahen. Bei Embryonen mit schwächerer Prognose war der Effekt nicht messbar.

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    Transfer an Tag 4/5

    Der positive Effekt war insbesondere bei Blastozysten zu beobachten, die an Tag 4 oder 5 nach der Befruchtung transferiert wurden.

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    Wie belastbar ist das?

    Die Studie ist gut gemacht: über 1.200 Paare, verblindet, per Los auf drei Gruppen verteilt. Sie stammt allerdings aus einem einzigen Zentrum und wurde noch nicht von anderen bestätigt. Und sie betrifft Paare mit guter Ausgangslage. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch in der gezielten Anwendung bei den Patientinnen und Embryonen, die am meisten davon profitieren. Es ist wichtig zu erwähnen, dass es sich hierbei um die Ergebnisse einer einzelnen, hochspezialisierten Klinik handelt (Single-Center-Studie). Weitere Studien müssen zeigen, ob die Ergebnisse verallgemeinerbar sind. Beide Ansätze sind bei uns nicht im Einsatz; wir berichten darüber, weil Paare uns danach fragen.

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    Häufige Fragen (FAQ)

    Was ist der Unterschied zwischen einem frischen und einem eingefrorenen Übertragung des Embryos?

    Beim frischen Transfer wird der Embryo wenige Tage nach der Entnahme der Eizellen im selben Zyklus eingesetzt. Beim eingefrorenen Transfer wird der Embryo zuerst eingefroren und gelagert. Übertragen wird er in einem späteren Zyklus, in dem der Körper nicht mehr unter der Hormongabe der Stimulation steht. Welche Variante die bessere ist, hängt von Ihrer Situation ab.

    Wann ist ein eingefrorener Übertragung des Embryos von Vorteil?

    Nach den großen Vergleichsstudien sind frischer und eingefrorener Transfer bei Frauen mit normalem Zyklus gleichwertig (Shi 2018). Für Frauen ab 38 mit wenigen Embryonen zeigte eine kontrollierte Vergleichsstudie 2025 keinen Vorteil des Einfrierens; der frische Transfer war dort eher im Vorteil. Auch bei ungünstiger Schleimhaut der Gebärmutter oder erhöhtem Risiko für eine Überstimulation (OHSS) kann ein FET die bessere Wahl sein.

    Ist die Qualität der Embryonen beim Einfrieren beeinträchtigt?

    Nein. Beim heutigen Einfrierverfahren, der Vitrifikation, bilden sich keine Eiskristalle, die den Embryo verletzen könnten. Über 95 von 100 Embryonen überstehen das Auftauen unbeschadet. Die Zahl der Schwangerschaften nach einem eingefrorenen Transfer ist so gut wie beim frischen, bei gut vorbereiteter Schleimhaut der Gebärmutter sogar besser.

    Gibt es auch Vorteile beim frischen Transfer?

    Ja, bei jüngeren Patientinnen mit optimaler Schleimhaut der Gebärmutter und mehreren hochwertigen Embryonen kann ein frischer Transfer effizient sein. Er spart Zeit und zusätzliche Medikamente. Studien zeigen jedoch: Bei eingeschränkter Eizell- oder Embryonenanzahl kann ein FET überlegen sein.

    Wie treffe ich die richtige Entscheidung für meinen Fall?

    Die Entscheidung hängt von Alter, Hormonwerten, Anzahl und Qualität der Embryonen sowie Ihrer bisherigen IVF-Erfahrung ab. Ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Kinderwunschärztin bzw. Ihrem -arzt hilft, die optimale Strategie zu wählen. In vielen Fällen kann es besser sein, alle Embryonen einzufrieren und später zu übertragen.

    Zur Quelle dieses Artikels: Die hier genannten Ergebnisse wurden auf einem Fachkongress vorgestellt und sind noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen. Solche Ergebnisse sind vorläufig: Die Zahlen können sich bis zur endgültigen Veröffentlichung noch ändern. Wir berichten darüber, weil die Fragestellung für Sie wichtig sein kann, und sagen Ihnen dazu, wie belastbar der Stand ist.

    Quellen zum Nachlesen
    1. 01Ezoe K, Miki T, Fujiwara N, et al. Post-warming culture and single vitrified-warmed blastocyst transfer with hyaluronic acid and prolactin: a randomized controlled trial. Reprod Biomed Online. 2025;52(4):105417. doi: 10.1016/j.rbmo.2025.105417 — dreiarmige, doppelblinde Studie mit 1.236 Paaren guter Prognose, Einzelzentrum. ESHRE 2025, Abstract O-025.
    Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin — Stand: 14.09.2026
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