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18. Juli 2025

PGT-A: Was die genetische Untersuchung von Embryonen leistet und was nicht
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PGT-A: Was die genetische Untersuchung von Embryonen leistet und was nicht

Was bringt eine genetische Untersuchung der Embryonen vor dem Transfer?

PGT-A prüft Embryonen auf zahlenmäßige Chromosomenabweichungen. Sie erhöht nicht die Zahl gesunder Embryonen, sondern kann helfen, die Reihenfolge der Transfers zu wählen; in Österreich ist sie nur unter engen gesetzlichen Bedingungen erlaubt. Was die Technik leistet, was sie nicht leistet und wie die Rechtslage aussieht, steht weiter unten.

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Was genau ist PGT-A?

PGT-A steht für „vorimplantationsgenetisches Testen auf Aneuploidie“ und ist ein Verfahren, bei dem der Embryo noch vor dem Einsetzen in die Gebärmutter genetisch untersucht wird. Ursache der Untersuchung ist, dass ein normaler Embryo exakt 46 Chromosomen in 23 Paaren besitzen sollte. Abweichungen, sogenannte Aneuploidien, bedeuten, dass entweder Chromosomen fehlen oder in zu großer Anzahl vorliegen. Solche Veränderungen verhindern häufig, dass sich der Embryo gesund entwickelt oder erfolgreich einnistet, ein Hauptgrund, warum viele IVF-Versuche ohne Ergebnis bleiben oder Fehlgeburten auftreten. Mit PGT-A erkennen wir diese Veränderungen frühzeitig und können so die Embryonen auswählen, die wirklich eine reelle Chance auf eine lebensfähige Schwangerschaft bieten.

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Der entscheidende Unterschied: Zahl der geborenen Kinder pro Transfer

Die Studienergebnisse zeigen einen eindrucksvollen Unterschied in der Effizienz jedes einzelnen Übertragung des Embryoss.

Die größte randomisierte Studie dazu (Yan und Kollegen, 1.212 Frauen) hat nicht einzelne Transfers verglichen, sondern den ganzen Weg über bis zu drei Übertragungen innerhalb eines Jahres. Am Ende dieses Jahres hatten 77,2 % der Frauen mit PGT-A ein Kind geboren und 81,8 % der Frauen ohne. Die gewöhnliche Behandlung war der genetischen Untersuchung also nicht unterlegen. Einen Vorteil bei der Zahl der geborenen Kinder zeigte die Untersuchung nicht.

Abbildung 1
Abbildung 2
Was die randomisierten Studien zeigen
Was PGT-A nicht verbessert
  • Die Zahl der geborenen Kinder je Behandlungsjahr
  • 77,2 % mit gegen 81,8 % ohne genetische Untersuchung
  • Bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit: 60,4 gegen 60,0 %
Was PGT-A verbessert
  • Die Zahl der Fehlgeburten auf dem Weg dorthin
  • 8,7 % mit gegen 12,6 % ohne genetische Untersuchung
  • Bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit: 11,1 gegen 22,6 %
Quelle Yan J et al.: Live Birth with or without Preimplantation Genetic Testing for Aneuploidy. N Engl J Med 2021;385(22):2047–2058. doi: 10.1056/NEJMoa2103613 (1.212 Frauen). Sowie BMJ 2025;391:e084050. doi: 10.1136/bmj-2025-084050 (ICSI bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit). Kumulative Werte über bis zu drei Übertragungen innerhalb eines Jahres.
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Wie funktioniert die PGT-A-Technik?

Im Rahmen einer IVF entwickeln sich im Labor meist mehrere Embryonen. Die Herausforderung besteht darin, jene mit der besten genetischen Ausstattung für den Transfer auszuwählen, und genau hier kommt PGT-A ins Spiel: In einem sehr frühen Entwicklungsstadium, meistens zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Befruchtung, entnehmen Spezialisten einige wenige Zellen aus dem Embryo. Diese Zellen werden dann genetisch analysiert, insbesondere hinsichtlich der Anzahl der enthaltenen Chromosomen. Nur Embryonen, die die korrekte Zahl der Chromosomen aufweisen, werden für den Transfer empfohlen. So reduzieren wir das Risiko von ungenutzten Zyklen und erhöhen die Chancen, dass sich eine gesunde Schwangerschaft einstellt.

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Was bedeuten diese Ergebnisse für Sie?

Über die gesamte Behandlung gerechnet steigt die Chance auf ein Kind durch PGT-A nicht; je Transfer kann sie steigen, und die Fehlgeburtenrate war in einer Studie niedriger (8,7 gegen 12,6 Prozent). Ob das für Sie einen Vorteil bringt, hängt von Alter, Eizellzahl und Vorgeschichte ab; die Studie von Yan 2021 schloss nur Frauen bis 37 Jahre ein.

Diese evidenzbasierten Erkenntnisse geben Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin eine fundierte Grundlage, um die Therapie persönlich und zielgerichtet zu gestalten, abgestimmt auf Ihr Alter, Ihre medizinische Situation und Ihre individuellen Wünsche.

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Die rechtliche Situation von PGT-A in Österreich

Abbildung 3
Wann PGT-A in Österreich erlaubt ist
  1. 1
    Grundsatz
    in Österreich nur in Ausnahmefällen erlaubt
  2. 2
    Nach mehreren erfolglosen Übertragungen
    zulässig
  3. 3
    Nach wiederholten Fehlgeburten
    zulässig
  4. 4
    Bei bekannter Erbkrankheit
    zulässig
  5. 5
    Auf Wunsch
    nicht zulässig
Quelle Fortpflanzungsmedizingesetz, Paragraf 2a und 9

In Österreich ist die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID), zu der auch PGT-A zählt, durch das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) streng geregelt. Eine solche Untersuchung ist nicht standardmäßig verfügbar, sondern nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Dazu gehört, dass nach mindestens drei erfolglosen IVF/ICSI-Versuchen oder nach drei oder mehr Fehl- oder Totgeburten ein begründeter Verdacht auf eine genetische Ursache besteht. Eine weitere Indikation liegt vor, wenn bei einem Elternteil eine genetische Veranlagung für eine schwere Erbkrankheit bekannt ist. Ein fortgeschrittenes Alter der Frau allein ist als Grund für eine PGT-A nicht ausreichend. Daher ist eine ausführliche ärztliche Beratung unerlässlich, um zu klären, ob die individuellen medizinischen und rechtlichen Bedingungen für eine PGT-A in Ihrem Fall erfüllt sind.

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Fazit

Die Evidenz ist klar: PGT-A erhöht die Chance auf ein Kind über die gesamte Behandlung nicht. Je Transfer kann die Chance steigen, weil Embryonen ohne Aussicht nicht übertragen werden, und die Fehlgeburtenrate war in einer Studie niedriger. Ob das in Ihrem Fall einen Nutzen bringt, klären wir gemeinsam, sofern die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau untersucht PGT-A, und warum ist das relevant?

PGT-A (Preimplantation Genetic Testing for Aneuploidy) analysiert die Zahl der Chromosomen eines Embryos vor dem Transfer in die Gebärmutter. Ein gesunder Embryo besitzt 46 Chromosomen. Abweichungen (Aneuploidien) führen häufig zu ausbleibende Einnistung oder Fehlgeburten. Durch PGT-A können Embryonen mit korrektem Chromosomensatz gezielt ausgewählt werden, was die Erfolgsrate pro Transfer erhöht.

Welche Vorteile bringt PGT-A für Frauen ab 39 Jahren?

Für Frauen ab 39 liegen keine belastbaren Studien vor; die große Studie von Yan 2021 schloss nur Frauen bis 37 Jahre ein. Weil mit dem Alter mehr Embryonen chromosomal auffällig sind, kann PGT-A Transfers ohne Aussicht vermeiden. Dass dadurch schneller oder häufiger ein Kind geboren wird, ist nicht belegt.

Beeinflusst PGT-A die Gesamtchance auf eine Schwangerschaft?

Nein. Die kumulative Zahl der geborenen Kinder pro IVF-Zyklus bleibt durch PGT-A erhalten. Es werden zwar weniger Embryonen transferiert, aber dafür gezielter. Die Methode verbessert also die Effizienz, ohne die Gesamtchance auf ein Kind zu verringern.

Ist PGT-A für alle Frauen sinnvoll?

Nein. Für Frauen bis 37 Jahre zeigte die Studienlage keinen Vorteil; für ältere Frauen fehlen belastbare Daten. In Österreich ist PGT-A ohnehin nur in den Fällen des § 2a FMedG zulässig. Daher sollte der Einsatz individuell und indikationsbezogen erfolgen.

Ist PGT-A in Österreich überhaupt erlaubt?

Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Laut österreichischem Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) ist PGT-A nur zulässig, wenn etwa drei erfolglose IVF-Zyklen, mehrere Fehlgeburten oder eine bekannte genetische Vorbelastung vorliegen. Das Alter allein reicht nicht aus. Eine ärztliche Beurteilung und Beratung sind daher verpflichtend.

Wo in Österreich kann ich eine Präimplantationsdiagnostik bei Embryonen machen?

Die Präimplantationsdiagnostik (PID/PGT) ist in Österreich nach § 2a FMedG nur in drei Fällen zulässig: nach drei oder mehr erfolglosen Übertragung des Embryoss mit wahrscheinlich genetischer Ursache, nach mindestens drei wahrscheinlich genetisch bedingten Fehl- oder Totgeburten, oder bei einer genetischen Veranlagung eines Elternteils mit ernster Gefahr einer schweren Erbkrankheit des Kindes. Ein reines Screening ohne einen dieser Gründe ist nicht erlaubt. In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels prüfen wir zunächst, ob die Bedingungen in Ihrem Fall erfüllt sind.

Medizinisch geprüft von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Stand: 08.08.2026
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Quellen zum Nachlesen

  • 01 Yan J, Qin Y, Zhao H, et al.: Live Birth with or without Preimplantation Genetic Testing for Aneuploidy. New England Journal of Medicine 2021;385(22):2047–2058. doi: 10.1056/NEJMoa2103613
  • 02 Preimplantation genetic testing for aneuploidy versus no genetic testing in couples undergoing intracytoplasmic sperm injection for severe male infertility. BMJ 2025;391:e084050. doi: 10.1136/bmj-2025-084050
  • 03 Munné S, Kaplan B, Frattarelli JL, et al. (STAR-Studie): Preimplantation genetic testing for aneuploidy versus morphology as selection criteria. Fertility and Sterility 2019;112(6):1071–1079. doi: 10.1016/j.fertnstert.2019.07.1346
  • 04 Fortpflanzungsmedizingesetz § 2a: Voraussetzungen der Präimplantationsdiagnostik in Österreich.
Ihr nächster Schritt

Wenn Sie prüfen möchten, ob das zulässig ist

Ob PGT-A in Ihrem Fall überhaupt durchgeführt werden darf, ist zuerst eine Rechtsfrage und erst dann eine medizinische. In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels klären wir beides, bevor ein Zyklus geplant wird.

Sie sind unsicher, ob eine Kinderwunschklinik schon der richtige Schritt ist? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch: Wir rufen Sie an, ohne Verpflichtung, ohne Befunde. Lieber gleich sprechen? +43 7242 22 44 66.

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