Kaiserschnittnarbe (Isthmozele) & IVF: Muss operiert werden? Neue Studien geben Entwarnung
Kann eine frühere Geburt per Kaiserschnitt die Chancen auf eine Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung (IVF) beeinflussen? Eine Frage, die viele Paare bewegt.
Was genau ist eine Isthmozele?
Stell Dir vor, an Deiner Gebärmutter besteht an der Stelle einer Kaiserschnittnarbe eine kleine Mulde oder Aussackung – das ist eine Isthmozele. Diese Vertiefung entsteht, wenn die Gebärmutter nach dem Kaiserschnitt nicht ganz glatt verheilt. Man spricht auch von einer „Nischennarbe“.
Diese Nische ist mehr als nur eine anatomische Besonderheit: Sie kann die normale Funktion der Gebärmutterschleimhaut beeinträchtigen, also den „Nährboden“, auf dem sich der Embryo einnisten soll.
Manche Frauen haben Symptome wie Zwischenblutungen oder verlängerte Perioden – andere bemerken die Narbe nur zufällig im Ultraschall.
Die beruhigende Antwort der Wissenschaft
Die Daten zeigen: Die Schwangerschafts- und Geburtenraten unterscheiden sich kaum – selbst wenn eine Isthmozele vorliegt.
Die Studie ergab, dass die Erfolgschancen bei Frauen mit Isthmozele sich kaum von jenen ohne Narbendefekt unterscheiden. Die Implantationsrate, die klinische Schwangerschaftsrate und die Fehlgeburtenrate lagen in beiden Gruppen ungefähr gleich hoch.
Besonders wichtig: Die kumulative Lebendgeburtenrate betrug 72,5 % bei Frauen mit Isthmozele und 70,8 % in der Kontrollgruppe – ein statistisch nicht signifikanter Unterschied.
Was Sie mit auf den Weg nehmen können
Gleiche Erfolgschancen
Ein diagnostiziertes Isthmozele schmälert nicht die Chancen auf eine erfolgreiche IVF- oder ICSI-Behandlung.
OP nicht zwingend nötig
Eine operative Korrektur des Narbendefekts führt laut Studie zu keiner statistisch signifikanten Verbesserung der Schwangerschaftsraten.
Mit Zuversicht starten
Paare können auch mit einer Kaiserschnittnarbe zuversichtlich in die Kinderwunschbehandlung starten, ohne zusätzliche Sorgen.




