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18. Juli 2025

PPOS bei geringer Eizellreserve: kürzer, weniger Hormone, gleiche Chancen
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Ratgeber

PPOS bei geringer Eizellreserve: kürzer, weniger Hormone, gleiche Chancen

Welches Protokoll eignet sich bei geringer Vorrat an Eizellen?

Bei geringer Vorrat an Eizellen geht es nicht um mehr Hormon, sondern um das passende Protokoll. Verglichen wurden PPOS und ein Ultrashort-Flare-Protokoll; beide sind gangbare Wege, mit Unterschieden in Aufwand und Verträglichkeit. Was Poor Responder überhaupt bedeutet und was der Vergleich ergeben hat, steht weiter unten.

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Was bedeutet „Poor Responder“ in der künstlichen Befruchtung?

Die Antwort auf die hormonelle Stimulation der Eierstöcke ist ein entscheidender Faktor bei der In-vitro-Fertilisation (IVF). „Poor Responder“ beschreibt Frauen, deren Eierstöcke weniger zahlreich oder schwächer auf die hormonellen Reize reagieren. Das Resultat ist oft eine geringe Anzahl reifer Eizellen. Das belastet doppelt. Medizinisch, weil die Aussichten mit der Zahl der gewonnenen Eizellen steigen. Und seelisch, weil jede Zahl unter dem Erwarteten sich wie ein Rückschlag anfühlt.

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Zwei Protokolle im Fokus

Abbildung 1
Von 100 Embryonen erreichten Tag 5
PPOS, mit Tabletten
50,2 %
Ultrashort Flare, mit Spritzen
38,2 %
Quelle Vortrag beim 41. Jahreskongress der ESHRE, Paris 2025. Vorgestellt auf dem Kongress, noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen.
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POSEIDON-Gruppen

Die POSEIDON-Klassifikation hilft, Frauen mit eingeschränkter Eierstockfunktion gezielt zu behandeln. Gruppen 3 (<35 Jahre) und 4 (≥35 Jahre) umfassen Frauen mit geringer Vorrat an Eizellen.

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PPOS-Protokoll

Die Progestin Primed Ovarian Stimulation (PPOS) nutzt Progestine, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Dies ermöglicht eine kontrollierte, oft kürzere Stimulation. Embryonen werden für einen späteren Transfer eingefroren.

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Ultrashort-Flare (USF)

Das USF-Protokoll nutzt eine kurze, intensive körpereigene Hormonfreisetzung durch GnRH-Agonisten. Diese Methode benötigt oft mehr Zeit und eine höhere Medikamentendosis, wird aber von manchen als natürlicher empfunden.

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Was sagen die Daten? Ein direkter Vergleich

Eine aktuelle Studie mit 209 Frauen der POSEIDON-Gruppen 3 und 4 liefert klare Einblicke in die Wirksamkeit von PPOS gegenüber USF. Die Ergebnisse, die deutliche Vorteile für das PPOS-Protokoll in mehreren Schlüsselbereichen zeigen, sind hier übersichtlich zusammengefasst.

Parameter PPOS Ultrashort Flare (USF)
Anteil der Embryonen an Tag 5 (Anteil der Embryonen, die es bis Tag 5 schaffen) 50,2 % 38,2 %
Stimulationstage (Ø) 10,3 Tage 11,9 Tage
Gonadotropinverbrauch (Ø) 3577 IE 4879 IE
Zahl der Schwangerschaften vergleichbar vergleichbar

Quelle Werte aus dem Kongressvortrag, der diesem Artikel zugrunde liegt (Quelle 01). Auf einem Fachkongress vorgestellt und noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen.

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Was bedeutet das konkret für Sie?

Abbildung 2
Wie der Weg dann aussieht
  1. 1
    Wenige Eizellen sind zu erwarten
    das zeigt sich vorher an AMH und Eibläschen
  2. 2
    Das Protokoll wird angepasst
    nicht mehr Hormone, sondern andere
  3. 3
    Alle Embryonen werden eingefroren
    bei PPOS ist das Bedingung
  4. 4
    Übertragung später
    in einem eigenen Zyklus
Quelle Ablauf in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik

Welches Behandlungsprotokoll das richtige ist, hängt von Ihren Befunden ab. Die höhere Anteil der Embryonen an Tag 5 (Anteil der Embryonen, die es bis Tag 5 schaffen) bei PPOS kann bedeuten, dass Sie mit besseren Embryonen arbeiten und so die Chancen auf eine Schwangerschaft optimieren. Gleichzeitig profitieren Sie von einer kürzeren Behandlung und weniger Hormonen, was die Belastung oft deutlich mindert.

Wir empfehlen Ihnen: Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor. Schreiben Sie Ihre Fragen, Ängste und Erwartungen auf. Sprechen Sie offen über Ihre bisherigen Erfahrungen und lassen Sie sich die Abläufe ausführlich erklären. Wenn Sie unsicher sind, scheuen Sie nicht davor zurück, eine zweite Meinung einzuholen, Ihr Vertrauen in die Therapie ist essenziell.

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Fazit: PPOS als patientenfreundliche Option

Für Frauen mit schwacher Vorrat an Eizellen ist PPOS eine ernstzunehmende Möglichkeit. Die Qualität der Embryonen war in der Untersuchung gleich gut, die Stimulation kürzer und der Medikamentenverbrauch. Während beide Protokolle (PPOS und USF) vergleichbare Zahl der Schwangerschaften erzielen, punktet PPOS insbesondere durch eine schonendere und zeitsparende Behandlung. Die Studie zeigt auch: Welches Protokoll passt, bleibt eine Entscheidung im Einzelfall. Für viele Paare ist PPOS aber eine gut verträgliche Möglichkeit, die vorher so nicht zur Verfügung stand.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet es, eine „Poor Responder“-Patientin zu sein?

„Poor Responder“ bezeichnet Frauen, deren Eierstöcke auf die Hormonbehandlung nur schwach reagieren. Das äußert sich meist in einer geringen Anzahl reifer Eizellen, trotz intensiver Medikation. Besonders Frauen über 35 oder mit niedrigem AMH-Wert gehören zu dieser Gruppe. Die POSEIDON-Klassifikation hilft, diese Patientinnen differenzierter zu beurteilen und gezielter zu behandeln.

Was ist das PPOS-Protokoll, und wie funktioniert es?

PPOS steht für Progestin-Primed Ovarian Stimulation. Dabei wird während der Stimulation ein Progestin (z. B. mikronisiertes Progesteron) eingesetzt, um einen vorzeitigen LH-Anstieg und damit einen zu frühen Eisprung zu verhindern. Die Embryonen werden nach der Punktion eingefroren (Kryo-Strategie) und in einem späteren Zyklus übertragen. Die Methode ist kürzer, kontrollierter und oft hormonärmer als andere Protokolle.

Wie unterscheidet sich PPOS vom Ultrashort-Flare-Protokoll (USF)?

Das USF-Protokoll nutzt einen kurzen, initialen Anstieg körpereigener Hormone (Flare-up), um die Follikelreifung zu stimulieren. Es ist stärker „an den natürlichen Zyklus angelehnt“, dauert aber länger und benötigt meist mehr Gonadotropine. Im Vergleich zeigte PPOS in der aktuellen Studie:

  • Höhere Anteil der Embryonen an Tag 5 (50,2 % vs. 38,2 %)
  • Weniger Gonadotropinverbrauch (3577 IE vs. 4879 IE)
  • Kürzere Stimulationsdauer (10,3 vs. 11,9 Tage)

Bei der klinischen Zahl der Schwangerschaften waren beide Verfahren gleichauf.

Welche Vorteile bietet das PPOS-Protokoll bei niedriger Vorrat an Eizellen?

Was für PPOS spricht:

  • Kürzere Behandlungsdauer
  • Weniger Medikamente
  • Höhere Anteil der Embryonen an Tag 5
  • Geringere körperliche Belastung

Das zählt besonders, wenn der Spielraum knapp ist, körperlich, seelisch oder beim Geld. Die Studie zeigt, dass PPOS die Qualität der Embryonen verbessern kann, ohne die Schwangerschaftschancen zu schmälern.

Wie treffe ich die richtige Entscheidung zwischen PPOS und USF?

Welches Protokoll gewählt wird, entscheidet sich an Alter, Vorbehandlungen und Hormonstatus und persönlichen Präferenzen. Ein ausführliches Gespräch mit Ihrem IVF-Team ist essenziell. PPOS ist dabei oft die bevorzugte Option, wenn eine möglichst schonende, kontrollierte und dennoch effektive Strategie gewünscht ist.

Zur Quelle dieses Artikels: Die hier genannten Ergebnisse wurden auf einem Fachkongress vorgestellt und sind noch nicht in einer Fachzeitschrift erschienen. Solche Ergebnisse sind vorläufig: Die Zahlen können sich bis zur endgültigen Veröffentlichung noch ändern. Wir berichten darüber, weil die Fragestellung für Sie wichtig sein kann, und sagen Ihnen dazu, wie belastbar der Stand ist.

Quellen zum Nachlesen
  1. 01Vortrag beim 41. Jahreskongress der ESHRE, Paris 2025. Die im Text genannten Werte stammen aus dieser Präsentation; eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift lag zum Stand dieser Seite noch nicht vor.
Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin — Stand: 14.09.2026
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