
Kann ich meine Eizellen oder meinen Samen ohne medizinischen Grund für später einfrieren lassen?
In Österreich voraussichtlich ab dem 1. April 2027. Bis zum 31. März 2027 ist das Einfrieren ohne medizinischen Grund nicht zulässig, dann fällt diese Beschränkung durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs weg. Wir bereiten unser Angebot für Frauen und Männer auf diesen Termin vor; welche Voraussetzungen dann gelten, hängt von der gesetzlichen Neuregelung ab. Ein ärztliches Erstgespräch dazu ist schon heute möglich.
Social Freezing ist in Österreich voraussichtlich ab dem 1. April 2027 möglich. Der Termin steht fest, die Bedingungen danach sind noch offen.
Social Freezing bedeutet, Eizellen oder Samenzellen ohne medizinischen Grund für eine spätere Kinderwunschbehandlung einzufrieren. Bisher erlaubt das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) das nur, wenn eine Krankheit oder ihre Behandlung die Fruchtbarkeit ernsthaft gefährdet, etwa vor einer Chemotherapie. Diese Beschränkung gilt für Frauen und Männer gleichermaßen.
Bis zum 31. März 2027 führen wir Social Freezing nicht durch, schließen dafür keine Verträge und nehmen keine Anzahlungen. Alles, was auf dieser Seite zur Zeit ab April 2027 steht, gilt unter dem Vorbehalt der gesetzlichen Neuregelung. Sobald neue Informationen zur gesetzlichen Neuregelung veröffentlicht werden, aktualisieren wir diese Seite.
Social Freezing kommt für Frauen und Männer infrage, die ihren Kinderwunsch aufschieben wollen oder müssen. Bei Frauen entscheidet vor allem das Alter beim Einfrieren über den späteren Nutzen.
Die Gründe sind persönlich, etwa die Ausbildung, der Beruf, eine fehlende Partnerschaft oder der Wunsch, sich Zeit zu verschaffen. Ob das Einfrieren sinnvoll ist, beurteilen wir im Einzelfall. Für Frauen empfiehlt das auch die Leitlinie der europäischen Fachgesellschaft ESHRE; eine feste Altersgrenze nennt sie nicht [ESHRE 2020].
Mit dem Alter sinken Zahl und Qualität der Eizellen. Eingefrorene Eizellen behalten das Alter, in dem sie entnommen wurden. Deshalb entscheidet das Alter beim Einfrieren über den späteren Nutzen.
Samen lässt sich ohne Eingriff gewinnen und kurzfristig einfrieren. Auch die Qualität der Spermien kann sich mit dem Alter verändern; wie stark, ist von Mann zu Mann verschieden.
Einfrieren und spätere Verwendung sind rechtlich zwei Schritte. Das Einfrieren ist ab April 2027 voraussichtlich ohne Partner möglich. Die spätere Behandlung mit den eigenen Eizellen oder dem eigenen Samen setzt nach heutigem Recht eine Ehe, eine eingetragene Partnerschaft oder eine Lebensgemeinschaft voraus. Außerdem muss eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht gelungen oder aussichtslos sein; bei zwei Frauen gilt eine eigene Regel. Ob sich das ändert, ist offen; ein Verfahren dazu ist beim Verfassungsgerichtshof anhängig.
Das Einfrieren von Eizellen braucht eine Hormonbehandlung und eine kurze Entnahme in Narkose, das Einfrieren von Samen nur eine Probe.
Mit einer Hormonbehandlung reifen mehrere Eizellen gleichzeitig heran. Sie spritzen die Medikamente selbst, wir kontrollieren das Wachstum im Ultraschall.
In einer kurzen Narkose entnehmen wir die reifen Eizellen mit einer feinen Nadel. Danach frieren wir sie per Vitrifikation ein, einem sehr schnellen Kühlverfahren ohne schädliche Eiskristalle.
Oft sind mehrere Durchgänge nötig, um genug Eizellen zu sammeln. Möchten Sie die Eizellen später verwenden, tauen wir sie auf und befruchten sie per ICSI, also mit einem einzelnen Spermium je Eizelle. Ein entstandener Embryo wird in die Gebärmutter übertragen.
Beim Mann braucht es keine Hormonbehandlung und keinen Eingriff. Vor der Abgabe sollten zwei bis sieben Tage ohne Samenerguss liegen. Die Probe wird in unserer Klinik gewonnen und zuerst im Spermiogramm untersucht. Danach mischen wir sie mit einer Schutzlösung, füllen sie in kleine Röhrchen, sogenannte Straws, und frieren sie langsam über Stickstoffdampf ein. Ziel ist ein Vorrat für mehrere spätere Behandlungen. Ist die Qualität eingeschränkt, raten wir zu einer zweiten Abgabe. Später lässt sich der Samen für eine Insemination oder eine ICSI verwenden.
Vor dem Einfrieren braucht es bei Frauen wie Männern einen aktuellen Bluttest auf Infektionen wie HIV und Hepatitis. Alle Proben lagern in durchgehend überwachten Stickstofftanks in unserer Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels. Unbefruchtete Eizellen und Samen dürfen bis zu Ihrem Widerruf aufbewahrt werden, längstens bis zu Ihrem Tod. Für Embryonen gilt eine Höchstdauer von zehn Jahren.
Die Chancen hängen vor allem vom Alter beim Einfrieren und von der Zahl der Eizellen ab. Aus Ländern, in denen Social Freezing seit Jahren erlaubt ist, gibt es dazu große Datensätze.
Da Social Freezing in Österreich noch nicht erlaubt ist, stammen alle Zahlen hier aus dem Ausland. Es sind Durchschnittswerte aus Studien und Registern, keine Vorhersage für Sie persönlich.
Auch in Deutschland verwenden bisher wenige Frauen ihre Eizellen. Dort froren zwischen 2017 und 2022 rund 5.100 Frauen Eizellen ohne medizinischen Grund ein, im Mittel mit 35 Jahren. Eine spätere Verwendung ist bisher bei fünf Prozent dokumentiert, im Mittel mit 40 Jahren. Das Register weist selbst darauf hin, dass nicht alle Auftauzyklen erfasst sind; der tatsächliche Anteil kann höher liegen [D·I·R 2023].
Auch bei Samen übersteht nicht jedes Spermium das Einfrieren und Auftauen. Wie wir den Samen später verwenden, Insemination oder ICSI, planen wir deshalb anhand der aufgetauten Probe.
Bisherige Studien zeigen keine Hinweise auf erhöhte Risiken bei den untersuchten Geburts- und Gesundheitsmerkmalen. Untersucht wurden etwa Fehlbildungen, Frühgeburten und Geburtsgewicht [Cobo 2014; Da Luz 2022]. Langzeitdaten sind begrenzt.
Die Daten stammen aus Ländern, in denen Social Freezing seit Jahren erlaubt ist. Sie beschreiben Durchschnitte und hängen stark vom Alter und von der Zahl der eingefrorenen Eizellen ab. Österreichische Daten gibt es noch nicht. Wie Ihre Ausgangslage aussieht, besprechen wir im Erstgespräch.
Social Freezing kann die Chancen für später verbessern, aber es garantiert kein Kind und bringt bei Frauen die Belastungen einer Hormonbehandlung und Entnahme mit sich.
| Was dafür spricht | Was Sie bedenken sollten |
|---|---|
| Eizellen behalten das Alter, in dem sie eingefroren wurden. | Es gibt keine Garantie, dass aus eingefrorenen Eizellen ein Kind entsteht. |
| Sie gewinnen Zeit für Entscheidungen zu Partnerschaft und Lebensplanung. | Viele Frauen verwenden die Eizellen nie. Die Kosten fallen trotzdem an. |
| Samen lässt sich ohne Eingriff und kurzfristig einfrieren. | Eine Schwangerschaft in höherem Alter bleibt riskanter, auch mit jungen Eizellen. |
| Bleibt später ein natürlicher Weg offen, braucht es die Eizellen gar nicht. | Die spätere Verwendung ist nach heutigem Recht an eine Partnerschaft gebunden. |
Die Stimulation kann Spannungsgefühl im Bauch, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen auslösen. Selten reagieren die Eierstöcke zu stark: Eine Überstimulation (OHSS) lässt sich mit angepasster Dosierung und Auslösung meist vermeiden.
Die Entnahme dauert nur wenige Minuten. Selten kommt es zu Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Organe; dazu die üblichen Risiken einer kurzen Narkose. Darüber klären wir vor der Behandlung ausführlich auf.
Junge Eizellen senken das Risiko für Chromosomenstörungen, nicht aber die Risiken der Schwangerschaft selbst. Ab etwa 40 Jahren treten Totgeburten, Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) und Frühgeburten deutlich häufiger auf [Saccone 2022].
Eingefrorene Eizellen können ein Gefühl von Sicherheit geben, das die Zahlen nicht tragen. Wir sprechen deshalb offen darüber, was das Einfrieren leisten kann und was nicht.
Für Männer ist das Einfrieren von Samen körperlich nicht belastend. Bei Frauen sind die Risiken dieselben wie bei der Eizellentnahme für eine IVF und in der Regel gut beherrschbar.
Sie möchten wissen, ob Social Freezing für Sie infrage kommt? Im ärztlichen Erstgespräch gehen wir Ihre Situation in Ruhe durch, schon jetzt und ohne Verpflichtung zum Einfrieren.
Erstgespräch vereinbarenSocial Freezing zahlen Sie selbst; die Kosten setzen sich beim Einfrieren und bei der späteren Verwendung aus mehreren Teilen zusammen.
Als Richtwert dient unser Tarif für das Einfrieren aus medizinischem Grund (Medical Freezing). Den größten Unterschied machen die Medikamente. Wie viel davon nötig ist, hängt von Ihrem Alter und davon ab, wie Ihre Eierstöcke ansprechen. Oft sind mehrere Durchgänge nötig.
Das Einfrieren von Samen ist deutlich günstiger. Hinzu kommen nur das Spermiogramm, eine einmalige Einfriergebühr und die Lagerung.
Eingefrorene Eizellen werden nicht einfach eingesetzt. Wenn Sie sie verwenden möchten, tauen wir sie auf und befruchten sie im Labor per ICSI; erst ein daraus entstandener Embryo wird übertragen. Das ist eine eigene Kinderwunschbehandlung mit eigenen Kosten. Die Tarife dafür stehen auf der Seite Kosten für Selbstzahler.
Schon heute können Sie sich beraten und über die Neuregelung informieren lassen. Eizellen oder Samen einfrieren dürfen wir bereits, wenn eine Erkrankung oder ihre Behandlung, etwa eine Chemotherapie, Ihre Fruchtbarkeit ernsthaft gefährdet.
Wir schicken Ihnen eine E-Mail, sobald feststeht, welche Regeln ab April 2027 gelten und wann wir Social Freezing anbieten. Dafür brauchen wir nur Ihre E-Mail-Adresse. Sie bestätigen die Anmeldung per Link und können sie jederzeit widerrufen. Das ist keine Warteliste und keine Terminzusage.
Was Frauen und Männer uns zum Social Freezing am häufigsten fragen.
Voraussichtlich ab dem 1. April 2027. Der Verfassungsgerichtshof hat die Beschränkung auf medizinische Gründe mit Wirkung ab diesem Tag aufgehoben. Welche Bedingungen dann gelten, etwa eine Altersgrenze, hängt von der gesetzlichen Neuregelung ab. Stand: 14. Oktober 2026.
Eine feste Grenze gibt es medizinisch nicht. Die Daten zeigen aber, dass die Chancen bei Frauen, die bis 35 einfrieren, deutlich höher sind als bei Frauen ab 36. Ab Ende dreißig besprechen wir offen, ob das Einfrieren noch einen Nutzen hat.
Eine große spanische Studie empfiehlt mindestens acht bis zehn reife Eizellen. Bei Frauen bis 35 stiegen die Chancen bis zu zehn bis fünfzehn Eizellen deutlich an. Dafür sind oft mehrere Durchgänge nötig. Wie viele Eizellen eine Stimulation bei Ihnen voraussichtlich bringt, besprechen wir anhand Ihrer Untersuchungen.
Ja, voraussichtlich ebenfalls ab dem 1. April 2027. Die bisherige Beschränkung im Gesetz gilt für Samen genauso wie für Eizellen. Für Männer ist das Einfrieren einfach. Es braucht nur eine Samenprobe, keine Hormonbehandlung und keinen Eingriff.
Unbefruchtete Eizellen und Samen dürfen nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz bis zu Ihrem Widerruf aufbewahrt werden, längstens bis zu Ihrem Tod. Eine feste Höchstdauer in Jahren gibt es für sie nicht, für Embryonen sind es zehn Jahre. Ob die Neuregelung eine Altersgrenze für die spätere Verwendung bringt, ist offen.
Nach heutigem Recht nicht. Eine Kinderwunschbehandlung ist in Österreich nur in einer Ehe, einer eingetragenen Partnerschaft oder einer Lebensgemeinschaft zulässig, auch bei zwei Frauen. Außerdem muss eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht gelungen oder aussichtslos sein; bei zwei Frauen gilt eine eigene Regel. Das Einfrieren selbst ist ab April 2027 voraussichtlich auch ohne Partner möglich.
Nein. Social Freezing ist weder eine Leistung des IVF-Fonds noch der Krankenkasse. Ob es künftig eine öffentliche Unterstützung gibt, ist nicht entschieden. Vor der Behandlung erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
Ja, für ein ärztliches Erstgespräch. Wir klären Ihre Fragen und Ihre Ausgangslage. Das Einfrieren selbst ohne medizinischen Grund führen wir erst durch, wenn es erlaubt ist, also voraussichtlich ab dem 1. April 2027.
In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels, sobald es erlaubt ist. Unsere Klinik ist eine Krankenanstalt mit eigenem IVF-Labor; die Eizellen und Proben lagern bei uns vor Ort.
Im ärztlichen Erstgespräch in unserer Kinderwunschklinik in Thalheim bei Wels klären wir, was Social Freezing für Sie leisten kann. Wir sprechen auch über die Kosten und darüber, was ab April 2027 zu erwarten ist.
Lieber erst unverbindlich sprechen? Dann buchen Sie ein kostenloses Orientierungsgespräch oder rufen Sie uns an: +43 7242 22 44 66.