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19. Oktober 2026

Endometriose in der Schwangerschaft: Risiken, Vorsorge, Geburt
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Ratgeber

Endometriose in der Schwangerschaft: Was bedeutet das für Sie?

Muss ich wegen meiner Endometriose Angst vor einer Schwangerschaft haben?

Endometriose allein ist kein Grund, von einer Schwangerschaft abzuraten. Eine Schwangerschaft kann unkompliziert verlaufen. Einige Komplikationen treten allerdings häufiger auf als bei Frauen ohne Endometriose. Das bedeutet nicht, dass sie auch bei Ihnen eintreten. Entscheidend sind die Form der Endometriose und weitere Befunde.

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Was ändert sich bei der Vorsorge?

Endometriose bedeutet nicht automatisch, dass Sie häufiger untersucht werden müssen.

Allein wegen einer Endometriose empfiehlt die europäische Leitlinie keine zusätzlichen Routinekontrollen (Quelle 1). Die übliche Schwangerschaftsvorsorge bleibt die Grundlage. Welche Betreuung Sie brauchen, richtet sich nach Ihrem gesamten Befund.

Besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt:

  • Welche Form der Endometriose wurde festgestellt? Sind zum Beispiel der Darm oder die Eierstöcke betroffen?
  • Wurden Sie operiert? Bringen Sie nach Möglichkeit den Operationsbericht mit.
  • Ist zusätzlich eine Adenomyose bekannt, also eine Erkrankung der Gebärmutterwand?
Für Sie heißt das

Teilen Sie die Diagnose mit und stimmen Sie die Betreuung ab. Ob zusätzliche Untersuchungen nötig sind, entscheidet das betreuende Team anhand Ihrer Vorgeschichte und der aktuellen Schwangerschaft.

Abbildung 1
Was Sie bei Endometriose in der Schwangerschaft selbst tun können
  1. 1
    Befunde mitteilen
    Form der Endometriose, frühere Operationen, bekannte Adenomyose; Operationsberichte mitbringen
  2. 2
    Vorsorge abstimmen
    Endometriose allein erfordert keine zusätzlichen Routinekontrollen
  3. 3
    Geburt gemeinsam planen
    bei tiefer Endometriose in einer Klinik; bei Befall des Enddarms die Art der Geburt mit der Geburtsklinik festlegen
  4. 4
    Warnzeichen ernst nehmen
    Blutungen abklären lassen; bei starken Schmerzen, starker Blutung oder Kreislaufproblemen sofort Hilfe holen
Quelle ESHRE-Leitlinie 2022 (Quelle 1); Leitlinie DGGG/OEGGG/SGGG 2025 (Quelle 2). Die Übersicht ersetzt keine persönliche Beurteilung.
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Welche Komplikationen sind häufiger?

Ein erhöhtes Risiko ist keine Vorhersage für Ihre Schwangerschaft.

Studien vergleichen Gruppen von Frauen. Am deutlichsten waren die Zusammenhänge bei tiefer Endometriose (Quelle 3). Auch die Art der Empfängnis spielt eine Rolle (Quelle 4).

Eine seltene Komplikation kann mit Endometriose häufiger auftreten und trotzdem selten bleiben. Ein Kaiserschnitt ist dagegen auch ohne Endometriose kein seltenes Ereignis.

Was Studien zeigenWas das für Sie bedeutet
Eine Plazenta über dem Muttermund ist häufiger. Dieser Befund heißt Placenta praevia.Die Lage der Plazenta wird im Ultraschall beurteilt. Überdeckt sie den Muttermund, beeinflusst das die weitere Betreuung und die Geburtsplanung.
Frühgeburten sind häufiger. Gemeint ist eine Geburt vor 37 vollendeten Schwangerschaftswochen.Das bedeutet nicht, dass Ihr Kind zu früh geboren wird. Welche Kontrollen Sie brauchen, hängt vom gesamten Schwangerschaftsverlauf ab.
Kaiserschnitte sind häufiger.Endometriose allein legt die Art der Geburt nicht fest. Eine vaginale Geburt bleibt möglich.

Grundlagen: Quellen 2 bis 4. Beobachtete Zusammenhänge beweisen nicht, dass Endometriose allein die Ursache ist.

Auch Blutungen nach der Geburt kommen in Studien häufiger vor (Quelle 4). Diese Information ist vor allem für das geburtshilfliche Team wichtig. Sie bedeutet nicht, dass Sie in der Schwangerschaft ständig mit einer Blutung rechnen müssen.

Für Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften nennt die europäische Leitlinie ein möglicherweise erhöhtes Risiko (Quelle 1). Die Ergebnisse sind jedoch nicht in allen untersuchten Gruppen gleich (Quelle 4).

Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten

Blutungen und neue starke Bauchschmerzen sollten Sie ärztlich abklären lassen. Das gilt unabhängig davon, ob Sie Endometriose haben.

  • Bei einer Blutung: Wenden Sie sich zeitnah an Ihre betreuende Praxis oder Geburtsklinik. Eine Blutung bedeutet nicht automatisch eine Fehlgeburt.
  • Bei starken oder plötzlichen Bauchschmerzen, starker Blutung oder Kreislaufproblemen: Lassen Sie sich sofort medizinisch versorgen. Warten Sie nicht auf einen regulären Termin.

Sehr selten verursachen Endometrioseherde selbst eine Blutung in den Bauchraum (Quelle 1)(Quelle 2). Halten Sie neue starke Schmerzen deshalb nicht einfach für die bekannte Endometriose.

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Was bedeutet eine zusätzliche Adenomyose?

Eine Adenomyose ist ein zusätzlicher Befund, den Ihre betreuende Praxis kennen sollte.

Dabei liegt gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe in der Muskelwand der Gebärmutter. In Studien war Adenomyose mit mehr Fehlgeburten und häufiger mit einer Präeklampsie verbunden (Quelle 3). Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung mit erhöhtem Blutdruck und weiteren Organbefunden. Die Aussagekraft dieser überwiegend beobachtenden Studien ist begrenzt. Teile der Risiken, die man der Endometriose zuschreibt, gehen vermutlich auf eine begleitende Adenomyose zurück (Quelle 5).

Für Sie heißt das

Lassen Sie eine bekannte Adenomyose in den Unterlagen zur Schwangerschaft festhalten. Ob sie Ihre Vorsorge verändert, besprechen Sie mit dem betreuenden Team. Eine persönliche Wahrscheinlichkeit lässt sich aus dem Befund allein nicht berechnen.

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Wie verändern sich die Beschwerden?

Endometriosebeschwerden können sich in der Schwangerschaft bessern, müssen es aber nicht.

Eine Schwangerschaft heilt Endometriose nicht. Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, eine Schwangerschaft als Behandlung anzustreben (Quelle 1).

Zysten der Endometriose am Eierstock, sogenannte Endometriome, können im Ultraschall anders aussehen als vor der Schwangerschaft. Bei einem ungewöhnlichen Befund empfiehlt die Leitlinie eine Beurteilung in einem erfahrenen Zentrum (Quelle 1).

Für Sie heißt das

Teilen Sie bekannte Zysten mit und bringen Sie vorhandene Befunde mit. Lassen Sie neue Schmerzen abklären, auch wenn Sie frühere Beschwerden gut kennen.

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Ist eine vaginale Geburt möglich?

Ja. Endometriose allein ist kein Grund für einen geplanten Kaiserschnitt.

Auch bei tiefer Endometriose kann eine vaginale Geburt möglich sein (Quelle 2). Bei der tiefen Form reichen die Herde tiefer in das betroffene Gewebe. Bei bestehender oder operierter tiefer Endometriose empfiehlt die deutschsprachige Leitlinie eine Geburt in einer Klinik. Ein Kaiserschnitt während der Geburt wird in dieser Gruppe häufiger nötig (Quelle 2).

Eine frühere Operation am Darm bedeutet ebenfalls nicht automatisch einen Kaiserschnitt. Bei bestehender oder operierter Endometriose am Enddarm sollte die Geburtsklinik die Art der Geburt gemeinsam mit Ihnen planen (Quelle 2).

Für Sie heißt das

Besprechen Sie den Geburtsort rechtzeitig. Wurden Sie operiert, sollte der Geburtsklinik der Operationsbericht vorliegen. Die Entscheidung hängt vom genauen Eingriff und den aktuellen Schwangerschaftsbefunden ab.

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Häufige Fragen zu Endometriose und Schwangerschaft

Sollte ich wegen Endometriose auf eine Schwangerschaft verzichten?

Nein, Endometriose allein ist kein Grund dafür. Besprechen Sie Ihre Situation vorab, besonders bei tiefer Endometriose oder nach größeren Operationen.

Brauche ich automatisch mehr Ultraschalluntersuchungen?

Nein. Allein wegen einer Endometriose empfiehlt die europäische Leitlinie keine zusätzlichen Routinekontrollen. Weitere Befunde können zusätzliche Untersuchungen nötig machen.

Gelten die Risiken auch nach einer IVF?

Auch nach einer Kinderwunschbehandlung wurden erhöhte Risiken beobachtet. Studienergebnisse lassen sich aber nicht direkt auf Sie übertragen. Die Art der Behandlung und weitere Merkmale der Schwangerschaft spielen ebenfalls eine Rolle.

Bedeutet jede Blutung etwas Schlimmes?

Nein, eine Blutung bedeutet nicht automatisch eine Fehlgeburt. Lassen Sie die Ursache trotzdem ärztlich abklären. Bei starker Blutung, starken Schmerzen oder Kreislaufproblemen brauchen Sie sofort medizinische Hilfe.

Muss ich mein Kind per Kaiserschnitt bekommen?

Nicht allein wegen Endometriose. Bei tiefer Endometriose oder nach einer Operation wird die Geburt anhand des genauen Befunds geplant.

Kann ich mit Endometriose schwanger werden?

Ja. Welche Wege für Sie infrage kommen, hängt von Ihren Befunden ab. Die Entscheidung zwischen Operation und Kinderwunschbehandlung erklärt unser Ratgeber Endometriose und Kinderwunsch: OP oder IVF?

Quellen zum Nachlesen
  1. 01Becker CM et al. ESHRE guideline: endometriosis. Hum Reprod Open. 2022;2022(2):hoac009. doi: 10.1093/hropen/hoac009
  2. 02Burghaus S et al. Diagnosis and Therapy of Endometriosis. Guideline of the DGGG, OEGGG and SGGG (S2k-Level, AWMF Registry No. 015/045, April 2025). Geburtshilfe Frauenheilkd. 2026. doi: 10.1055/a-2760-4867
  3. 03Busnelli A et al. Untangling the independent effect of endometriosis, adenomyosis, and ART-related factors on maternal, placental, fetal, and neonatal adverse outcomes: results from a systematic review and meta-analysis. Hum Reprod Update. 2024;30(6):751-788. doi: 10.1093/humupd/dmae024
  4. 04Wei et al. Association between endometriosis and adverse reproductive and perinatal outcomes in women undergoing assisted reproductive technology: a systematic review and meta-analysis. Front Med (Lausanne). 2026;13:1630529. doi: 10.3389/fmed.2026.1630529
  5. 05Vercellini P et al. Association of endometriosis and adenomyosis with pregnancy and infertility. Fertil Steril. 2023;119(5):727-740. doi: 10.1016/j.fertnstert.2023.03.018
Dr. med. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Roman PavlikFacharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels (Oberösterreich) · zuletzt geprüft am 19.10.2026
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Wenn Sie Ihre Schwangerschaft mit Endometriose planen

Im Erstgespräch in der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels besprechen wir Ihre Befunde. Bringen Sie vorhandene Operationsberichte mit. So können wir einordnen, was die Endometriose für die Kinderwunschbehandlung und eine spätere Schwangerschaft bedeutet. Wenn Sie bereits schwanger sind, besprechen Sie Vorsorge und Geburtsplanung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich an Ihre betreuende Praxis oder eine Klinik.

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