Behandlung in Österreich: Der Ratgeber für deutsche Paare
Was müssen deutsche Paare wissen, die sich in Österreich behandeln lassen wollen?
In Österreich gilt ein anderes Fortpflanzungsmedizingesetz als in Deutschland, und die Kostenerstattung läuft über andere Wege. Entscheidend sind drei Punkte: was rechtlich erlaubt ist, wer welche Kosten trägt und wie viele Termine vor Ort nötig sind. Alle drei stehen weiter unten, mit dem Ablauf von der ersten Anfrage bis zum Transfer.

Warum deutsche Paare nach Österreich kommen
Alle Ärzte und das gesamte Team sprechen Deutsch. Vertrauensvolle Kommunikation ohne Umschweife, gerade bei so persönlichen Themen entscheidend.
Kultur bis zum Tag 5, Eizellspende, PGT, vieles, was in Deutschland nicht oder kaum möglich ist.
Thalheim bei Wels liegt rund 250 km östlich von München, gut zweieinhalb Stunden mit dem Auto. Video-Erstgespräch möglich, bevor Sie das erste Mal anreisen.
Ob Ihre Kasse erstattet, entscheidet sie vor Behandlungsbeginn: gesetzliche Kassen nach § 27a und § 13 SGB V, private nach Tarif. Wir stellen die Unterlagen dafür aus. Mehr unter Kosten für deutsche Patienten.
Kultur bis zum Tag 5 und -selektion ermöglichen die Auswahl des besten Embryos vor dem Transfer. Das kann die Auswahl erleichtern und ist in Österreich flexibler möglich als unter dem deutschen Embryonenschutzgesetz (ESchG).
Österreichisches vs. Deutsches Recht
- Behandlung von Lebensgemeinschaften
- Behandlung von Frauenpaaren
- Eizellspende unter engen Bedingungen
- Keine Behandlung alleinstehender Frauen
- Eizellspende nur bei fehlender Fortpflanzungsfähigkeit
- Empfängerin vor dem 45. Geburtstag
| Behandlung | 🇩🇪 Deutschland (ESchG) | 🇦🇹 Österreich (FMedG) |
|---|---|---|
| Eizellspende | Verboten | Erlaubt |
| Spermienspende | Erlaubt | Erlaubt |
| Kultur bis zum Tag 5 | Streng reguliert | Flexibler möglich |
| PGT-A / PGT-M | Sehr restriktiv | Nur in gesetzlich definierten Fällen (§ 2a FMedG) |
| Social Freezing | Erlaubt | Derzeit verboten (Gesetzesänderung voraussichtlich 2027) |
| Einfrieren | Keine gesetzliche Frist | Embryonen bis zehn Jahre; Eizellen ohne medizinischen Grund bis 31.03.2027 nicht |
Auch in Österreich gelten ethische und rechtliche Grenzen. Wir gewährleisten die Einhaltung aller Regelungen und beraten transparent über alle legalen Möglichkeiten.
Wege in Österreich
Klassische Verfahren der künstlichen Befruchtung. In Österreich und Deutschland etabliert. IVF vs. ICSI
Embryonen bis Tag 5–6 kultivieren für bessere Auswahl. In Österreich flexibler möglich als in Deutschland.
In Deutschland verboten, in Österreich als gerichtete Spende geregelt: Sie bringen Ihre Spenderin selbst mit. Zulässig, wenn die eigenen Eizellen nicht fortpflanzungsfähig sind (§ 3 Abs. 3 FMedG).
Nur in den gesetzlich geregelten Fällen (§ 2a FMedG). Kann bei Indikation die Auswahl unterstützen; die Gesamtchance auf ein Kind steigt dadurch nicht.
Eizellen, Spermien und Embryonen einfrieren, bei medizinischer Indikation. Social Freezing (ohne med. Indikation) ist in Österreich derzeit noch verboten, eine Gesetzesänderung wird voraussichtlich 2027 erwartet.
Für leichtere Fälle: Ovulationsstimulation mit Insemination als erster Schritt.
Kosten und Erstattung für deutsche Paare
| Versicherungsart | Erstattung | Details |
|---|---|---|
| GKV (gesetzlich) | ~50 % für bis zu 3 Zyklen | Manche Bundesländer zahlen mehr. Vorab bei Kasse anfragen. |
| PKV (privat) | Oft bis zu 100 % | Meist mehrere Zyklen. Vor Behandlung klären. |
| Bundesland-Zuschuss | Zusätzlich möglich | Bundes- und Länderzuschüsse setzen in der Regel eine Behandlung in Deutschland voraus; prüfen Sie die Richtlinie Ihres Bundeslands. |
| Steuerlich | Außergewöhnliche Belastung | Behandlung + Fahrt + Übernachtung absetzbar. |
Heben Sie alle Belege auf, Behandlungskosten, Fahrtkosten und Übernachtungen. Wir stellen Ihnen aussagekräftige Rechnungen für Ihre Krankenkasse und Steuererklärung aus. Mehr auf unserer Kostenseite für deutsche Patienten.
Was die gesetzliche Kasse in Deutschland verlangt
Die 50 Prozent aus § 27a SGB V sind an Bedingungen geknüpft, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen. Gerade Paare, die nach Österreich fahren, erfüllen sie oft nicht — deshalb hier vollständig:
- Verheiratet: Die beiden Personen müssen miteinander verheiratet sein. Für unverheiratete Paare zahlt die gesetzliche Kasse nicht.
- Eigene Keimzellen: Es dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden. Bei Spendersamen oder Eizellspende entfällt die Leistung.
- Alter: beide ab 25; die Frau darf das 40., der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
- Beratung vorher: durch eine Ärztin oder einen Arzt, die die Behandlung nicht selbst durchführen.
- Behandlungsplan genehmigt: Die Kasse muss ihn vor Behandlungsbeginn genehmigen.
- Drei Versuche: Danach entfällt der Anspruch, weil das Gesetz keine hinreichende Aussicht auf Erfolg mehr annimmt.
Eine Eizellspende ist in Deutschland verboten und in Österreich heterolog — die gesetzliche Kasse trägt sie in keinem Fall mit. Wer deswegen nach Österreich kommt, zahlt die Behandlung vollständig selbst. Dasselbe gilt für eine Behandlung mit Spendersamen und für unverheiratete Paare.
Wir kennen diese Fragen aus vielen Gesprächen und sagen Ihnen im Erstgespräch offen, was in Ihrem Fall gilt und womit Sie rechnen müssen. Die Unterlagen für Ihre Kasse stellen wir zusammen; den Antrag stellen müssen Sie selbst, und zwar rechtzeitig vor Behandlungsbeginn.
Ablauf der Behandlung
- 1Erstgesprächauch per Video möglich, damit die erste Anreise entfällt
- 2Befunde sammelnvieles kann die Frauenärztin zu Hause erheben
- 3Behandlungsplanwir sagen, welche Termine wirklich in Thalheim nötig sind
- 4Hormonbehandlungläuft zu Hause, mit Kontrollen vor Ort oder wohnortnah
- 5Entnahme und Übertragungdafür ist die Anreise nötig
- 01Erstkontakt & Video-Beratung: Krankengeschichte, Fragen und Wünsche besprechen, auf Wunsch bequem per Video.
- 02Diagnostik vor Ort: Beim ersten Besuch in Thalheim: Anamnese, gynäkologische Untersuchung, Ultraschall, Labor. Spermiogramm für den Partner.
- 03Planung & Stimulation: Individueller Behandlungsplan. Hormonbehandlung beginnt. Ultraschallkontrollen teilweise beim Gynäkologen zuhause möglich.
- 04Punktion, Befruchtung & Kultur: Entnahme der Eizellen in leichter Sedation. Befruchtung im Labor, Embryokultur bis Blastozystenstadium. Tägliche Updates für Sie.
- 05Transfer & Schwangerschaftstest: Bester Embryo wird transferiert, schmerzfrei. Progesteronunterstützung. Nach 14 Tagen: Schwangerschaftstest.
Wir koordinieren die Zusammenarbeit mit Ihrem Gynäkologen in Deutschland, sodass Sie nur 2–3× nach Thalheim kommen müssen. Mehr zum IVF-Ablauf im Detail.
Warum unsere Klinik?
Dr. Pavlik hat lange in deutschen Unikliniken gearbeitet, kennt das System und koordiniert die Behandlung mit Ihrem Gynäkologen.
Kultur bis zum Tag 5, PGT in den gesetzlich geregelten Fällen, Einfrieren nach aktuellem Standard.
Kein Schema F. Wir berücksichtigen Ihre Bedürfnisse, Krankengeschichte und Ziele. Jeder Versuch wird gleich abgerechnet; einen schriftlichen Kostenvoranschlag erhalten Sie nach dem Erstgespräch.
Häufige Fragen
Wird meine Behandlung von der deutschen Krankenkasse erstattet?
Ob Ihre gesetzliche Kasse eine Behandlung in Österreich mitträgt, müssen Sie vorher klären lassen — und zwar bevor die Behandlung beginnt. Die Voraussetzungen des § 27a SGB V gelten dabei unverändert. PKV oft bis 100 %. Kontaktieren Sie Ihre Kasse vorab. Wir helfen mit den nötigen Unterlagen.
Kann ich die erste Beratung online machen?
Ja. Das Erstgespräch kann per Video stattfinden. So klären wir die wichtigsten Fragen, bevor Sie anreisen. Die Ultraschalluntersuchung holen wir beim ersten Termin in der Klinik nach.
Wie lang sind die Wartezeiten?
Ein Start ist meist innerhalb von vier bis acht Wochen möglich.
Was wenn die erste Behandlung nicht klappt?
Nach jedem Zyklus besprechen wir gemeinsam, was wir gelernt haben. Oft sind mehrere Zyklen nötig. Jeder Versuch wird gleich abgerechnet; der zweite kostet so viel wie der erste.
Ist Eizellspende in Österreich möglich?
Ja, Eizellspenden sind in Österreich legal und ethisch geregelt. Spenderinnen werden sorgfältig untersucht. Die Erfolgsraten sind oft höher als mit eigenen Eizellen, besonders bei älteren Frauen.
Quellen zum Nachlesen
- 01 01Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) Österreich, BGBl. I Nr. 275/1992 in der geltenden Fassung, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2025.
- 02 02Embryonenschutzgesetz (ESchG) Deutschland, BGBl. I S. 2746.
- 03 04DGRM: Richtlinien zur Behandlung. 2023.
- 04 05Krankenkassen-Richtlinien und Bundesländer-Förderrichtlinien. 2024.
- 05 06BZSt: Hinweise zu außergewöhnlichen Belastungen. 2024.
- 06 § 27a Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V), Künstliche Befruchtung. Wortlaut unter gesetze-im-internet.de, abgerufen am 16.09.2026.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung.
Wenn Sie die Anreise planen möchten
Wels Hauptbahnhof liegt an der Westbahn, von dort sind es mit dem Taxi wenige Minuten zur Klinik. Mit dem Auto sind es rund 30 Minuten von Linz. Den Weg aus Passau und Niederbayern beschreibt die Seite Anreise aus Bayern. Wie viele Termine vor Ort nötig sind und was Ihre Frauenärztin in Deutschland übernehmen kann, klären wir vorab, damit Sie Ihre Fahrten bündeln können.
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