
Kann ich meine Fruchtbarkeit vor einer Krebsbehandlung oder Operation schützen?
Wenn eine Erkrankung oder eine geplante Behandlung die Fruchtbarkeit gefährdet, können vorher eingefrorene Eizellen oder Spermien eine Möglichkeit für später erhalten. Das nennt man Fertilitätserhalt oder Medical Freezing. Eine spätere Schwangerschaft lässt sich damit nicht garantieren. Wenn eine Krebstherapie bevorsteht, melden Sie sich möglichst direkt nach der Diagnose. Wir behandeln solche Anfragen vorrangig und stimmen die Möglichkeiten mit Ihrer Onkologie ab.
Ein Fertilitätserhalt kann sinnvoll sein, wenn eine Erkrankung oder ihre Behandlung die Fruchtbarkeit gefährdet. Sie müssen noch nicht entschieden haben, ob Sie später ein Kind möchten, um sich beraten zu lassen.
Nicht jede Erkrankung oder Behandlung schädigt die Fruchtbarkeit gleich stark. Das Risiko hängt unter anderem von der Therapie, ihrer Dosis und Ihrem Alter ab. Eine Beratung kann zum Beispiel in diesen Situationen sinnvoll sein:
Wir prüfen vorab, ob die medizinischen und gesetzlichen Voraussetzungen in Ihrer Situation erfüllt sind. Hilfreich sind der Befund Ihrer Fachabteilung und der geplante Behandlungsablauf. Sie müssen nicht erst alle Unterlagen zusammenhaben, bevor Sie Kontakt aufnehmen. Mehr zum Thema Eierstockoperationen lesen Sie unter Endometriose und Kinderwunsch.
Die Beratung sollte möglichst vor Beginn einer Behandlung stattfinden, die Eizellen oder Spermien schädigen kann. Wie viel Zeit zur Verfügung steht, klären wir mit Ihrer Onkologie.
Spermien lassen sich häufig kurzfristig gewinnen und einfrieren. Für die Stimulation und Entnahme von Eizellen sind meist etwa zwei Wochen nötig. Diese Zeit ist eine Orientierung, keine feste Zusage. Wenn die Krebstherapie früher beginnen muss, prüfen die beteiligten Fachabteilungen, ob eine andere Möglichkeit infrage kommt. Auch nach bereits begonnener Therapie kann eine Beratung sinnvoll sein. Was dann noch möglich ist, hängt vom Einzelfall ab.
Rufen Sie möglichst direkt nach der Diagnose an, auch wenn noch nicht jedes Detail des Therapieplans feststeht: +43 7242 22 44 66, Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr. Sagen Sie gleich, dass eine Krebstherapie bevorsteht und wann sie voraussichtlich beginnen soll. Halten Sie vorhandene Befunde bereit.
Wir besprechen, welche Möglichkeiten für Sie infrage kommen und ob sie in der verfügbaren Zeit durchführbar sind. Dazu stimmen wir uns mit Ihrer behandelnden Fachabteilung ab. Bringen Sie vorhandene Befunde und eine Liste Ihrer Medikamente mit. Wenn Sie möchten, kann eine vertraute Person am Gespräch teilnehmen.
Bei zeitkritischem Fertilitätserhalt kann die Stimulation unabhängig von der Zyklusphase begonnen werden. Meist muss dafür nicht die nächste Periode abgewartet werden. Ob dieser Ablauf bei Ihnen möglich ist, klären wir mit Ihrer Onkologie.
Für die Eizellgewinnung werden die Eierstöcke mit Medikamenten angeregt, mehr dazu unter Hormonbehandlung. Danach entnehmen wir die Eizellen wie bei einer IVF. Spermien können meist aus einer Samenprobe eingefroren werden. Einzelheiten erklärt unsere Seite zur Kryokonservierung.
Ob vor Therapiebeginn genügend Zeit für den Fertilitätserhalt bleibt, entscheidet sich in Abstimmung mit Ihrer Onkologie. Verschieben Sie eine notwendige Krebstherapie nicht eigenständig. Auch die Dringlichkeit Ihrer Erkrankung gehört zur gemeinsamen Entscheidung.
Für später können unbefruchtete Eizellen oder Spermien eingefroren werden. In bestimmten Situationen kommen auch befruchtete Eizellen oder Gewebe infrage.
Welche Variante passt, hängt von Ihrer Erkrankung, der verfügbaren Zeit und Ihrer Lebenssituation ab.
Für Paare können wir unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch befruchtete Eizellen beziehungsweise Embryonen einfrieren. Anders als bei unbefruchteten Eizellen ist ihre spätere Verwendung an weitere Voraussetzungen und an die Zustimmung von Ihnen beiden gebunden. Deshalb besprechen wir vorab auch, was eine Trennung oder eine Änderung der Lebenssituation bedeuten könnte.
In bestimmten Situationen kann Eierstockgewebe operativ entnommen und eingefroren werden. Das kann etwa wichtig sein, wenn keine Zeit für eine Stimulation bleibt. Diese Behandlung führen wir nicht selbst durch. In Österreich bieten sie die Universitätskliniken in Wien (AKH), Graz, Innsbruck, Linz (Kepler Universitätsklinikum) und Salzburg an. Ob sie für Sie geeignet ist, prüft die Einrichtung gemeinsam mit Ihrer Onkologie. Bei manchen Erkrankungen muss auch das Risiko einer späteren Übertragung von Tumorzellen berücksichtigt werden. Wohin wir Sie verweisen, besprechen wir mit Ihnen.
Medical Freezing bedeutet Einfrieren aus medizinischem Grund. Social Freezing bezeichnet das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ohne eine solche medizinische Gefährdung. Für beide gelten rechtliche Voraussetzungen.
Bis zum 31. März 2027 erlaubt das Fortpflanzungsmedizingesetz das Einfrieren von Eizellen und Samen nur, wenn eine Krankheit oder ihre Behandlung die Fruchtbarkeit ernsthaft gefährdet. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Das Alter allein ist kein Grund im Sinn des Gesetzes.
Der Verfassungsgerichtshof hat diese Beschränkung mit Wirkung ab 1. April 2027 aufgehoben. Welche Bedingungen dann gelten, hängt auch von einer möglichen gesetzlichen Neuregelung ab. Wir bereiten unser Angebot darauf vor. Wenn bereits jetzt ein medizinischer Grund besteht, müssen Sie für eine Beratung nicht bis dahin warten.
Eingefrorene Zellen können eine zusätzliche Möglichkeit für eine spätere Kinderwunschbehandlung erhalten. Sie sichern jedoch weder den Erhalt der gesamten Fruchtbarkeit noch eine spätere Schwangerschaft.
Bei Eizellen sind vor allem das Alter bei der Entnahme und die Zahl geeigneter eingefrorener Eizellen wichtig. Nicht jede Eizelle übersteht das Auftauen, wird befruchtet oder entwickelt sich zu einem Embryo. Bei Spermien spielen unter anderem Zahl und Qualität eine Rolle. Wir erklären Ihnen, was das für Ihre persönliche Situation bedeutet.
Die Einzelheiten zu Überlebensraten, Lagerung und gesetzlichen Fristen stehen gesammelt auf der Seite Kryokonservierung.
Für die Eizellgewinnung sind eine Hormonbehandlung und ein Eingriff nötig, wie bei einer IVF. Mögliche Risiken sind unter anderem eine Überstimulation, Blutungen oder Infektionen sowie Risiken der Betäubung. Bei einer Krebserkrankung berücksichtigen wir zusätzlich die Erkrankung und stimmen den Plan mit Ihrer Onkologie ab. Nach einer Entnahme erhalten Sie Hinweise zur Erholung und zum Heimweg.
Vor Beginn erhalten Sie einen Kostenplan. Fragen Sie nach den Kosten für Medikamente, Gewinnung und Einfrieren und nach den laufenden Lagergebühren. Auch für eine spätere Verwendung können weitere Behandlungskosten entstehen. Unsere Tarife stehen unter Kosten für Selbstzahler.
Das Einfrieren aus medizinischem Grund ist keine Leistung des IVF-Fonds, und die gesetzliche Krankenkasse übernimmt diese Kosten nicht. Ob eine private Zusatzversicherung einen Teil erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab. Fragen Sie dort am besten vor Behandlungsbeginn nach. Die Förderung einer späteren IVF ist eine eigene Frage.
Steht bei Ihnen eine Behandlung bevor, die Ihre Fruchtbarkeit gefährdet? Melden Sie sich, bevor sie beginnt.
Erstgespräch vereinbarenWas Patientinnen und Patienten uns vor einem Fertilitätserhalt am häufigsten fragen.
Möglichst direkt nach der Diagnose, bevor eine Behandlung beginnt, die die Fruchtbarkeit schädigen kann. Warten Sie mit dem ersten Anruf nicht, bis alle Unterlagen vorliegen. Nennen Sie den geplanten Therapiebeginn, soweit er schon bekannt ist.
Bei zeitkritischem Fertilitätserhalt ist ein Beginn unabhängig von der Zyklusphase möglich. Ob das bei Ihnen passt, klären wir vorab. Für Stimulation und Eizellentnahme brauchen wir meist etwa zwei Wochen. Den gesamten Zeitplan stimmen wir mit Ihrer Onkologie ab.
Auch bei Brustkrebs kann ein Fertilitätserhalt mit Eizellgewinnung infrage kommen. Ob und mit welchen Medikamenten eine Stimulation möglich ist, hängt vom Befund ab und wird mit Ihrer Onkologie abgestimmt. Bei hormonempfindlichen Tumoren können angepasste Behandlungspläne nötig sein. Mehr erklärt unser Ratgeber Fruchtbarkeit bei Brustkrebs erhalten.
Bei bestimmten Patientinnen können GnRH-Analoga während der Chemotherapie ergänzend eingesetzt werden. Diese Medikamente unterdrücken vorübergehend die Eierstockfunktion und können in geeigneten Situationen das Risiko eines Funktionsverlusts vermindern. Sie garantieren keine spätere Fruchtbarkeit und ersetzen das Einfrieren von Eizellen oder Gewebe nicht. Ob sie infrage kommen, entscheidet Ihre Onkologie. Mehr dazu im Beitrag Kinderwunsch nach einer Krebserkrankung.
Ja. Spermien werden möglichst vor Beginn einer Therapie gewonnen, die die Spermienbildung schädigen kann. Häufig ist das kurzfristig möglich. Je nach Befund und verfügbarer Zeit können mehrere Proben sinnvoll sein. Wenn keine Probe gewonnen werden kann, besprechen wir mögliche Alternativen.
Für das vorsorgliche Einfrieren ohne medizinischen Grund gilt in Österreich derzeit noch die gesetzliche Beschränkung. Ihre Aufhebung wird am 1. April 2027 wirksam. Was dann voraussichtlich möglich ist und welche Fragen noch offen sind, erklärt unsere Seite zu Social Freezing.
In der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels. Unsere Klinik ist eine Krankenanstalt mit eigenem IVF-Labor, die eingefrorenen Zellen lagern bei uns vor Ort. Ob ein medizinischer Grund vorliegt, klären wir im Erstgespräch.
Melden Sie sich möglichst vor Beginn der geplanten Behandlung. Wir klären die medizinischen Voraussetzungen und die verfügbare Zeit mit Ihrer Fachabteilung. Vor einer Krebstherapie rufen Sie uns am besten direkt an: +43 7242 22 44 66, Montag bis Freitag 8:00 bis 16:00 Uhr.